Fonds-Ceck: WealthCap setzt mit aktuellem Private-Equity-Fonds auf französische Manager

Während sogar langjährig erfahrene Wettbewerber keine Platzierungschance für Private Equity-Fonds sehen, bleibt die Münchner WealthCap dem von ihrer Vorgängerin Blue Capital erschlossenen Markt für Investments in Unternehmensbeteiligungen treu:

 

Mit dem WealthCap Private Equity 17 und 18 liefert sie, wie üblich, parallel eine Tranche für Privatanleger mit einer Mindestzeichnungssumme von 25.000 Euro plus fünf Prozent Agio und ein Private Placement für vermögende Investoren mit Mindestbeteiligung von 100.000 Euro plus zwei Prozent Agio. Das Planvolumen von 30 Millionen Euro soll zu rund zwei Dritteln durch die Retail-Tranche aufgebracht werden, der Vertrieb läuft planmäßig bis Ende 2013. Für die Platzierung von insgesamt zehn Millionen Euro garantiert die Initiatorin. Die Laufzeit ist bis Ende 2023 geplant, beziehungsweise bis zum Auslaufen der Zielfonds.

Markt: Die Private Equity-Märkte waren durch die Finanz- und Wirtschaftskrise heftig gebeutelt und erholen sich nur langsam. Insbesondere der fehlende Zugang zu Fremdkapital trocknete das Geschäftsmodell der Financial Engineerer aus. Damit fehlte die Grundlage für Megadeals, und die Volumina der einzelnen Transaktionen sanken deutlich. Dadurch steigen die Marktchancen von Private Equity-Managern, die auf Optimierungen im operativen Management ihrer Beteiligungen setzen, und das ist insbesondere im Sektor Mittelstand der Fall. Diese Entwiklung führt zu günstigeren Ankaufspreisen.

 

Investitionskriterien: Die Fonds sollen sich mittel- oder unmittelbar an einem oder mehreren Zielfonds mit Investitionsschwerpunkt auf europäischen Unternehmen beteiligen oder solchen, die ihren Geschäftsschwerpunkt in Europa haben. Das jeweilige Portfolio soll ein Volumen von mindestens zehn Beteiligungen der Größenordnung zwischen 25 und 800 Millionen Euro umfassen, zu mindestens 70 Prozent in Europa investieren, die Zielfondsmanager müssen nachweislich erfahren sein. Venture Capital-Investments sind ausgeschlossen. Wie bei WealthCap üblich, sind die Zielinvestments trotz offiziellen Blind-Pool-Charakters längst ausgesucht: Die Fonds werden entweder in den Europa V oder den Europa VI des französischen Managers PAI Partners investieren. PAI managt mit überdurchschnittlichem Erfolg vier institutionelle PE-Fonds mit einem Gesamtvolumen von rund 6,5 Milliarden Euro, der fünfte Fonds aus dem Jahr 2007, der in Secondaries investiert, das sind „gebrauchte“ Unternehmensbeteiligungen, ist bereits an acht Unternehmen beteiligt, der sechste ist erst seit diesem Jahr in Platzierung.

 

Kalkulation: Auf Fondsebene ist grundsätzlich kein Einsatz von Fremdkapital geplant, lediglich kurzfristige Liquiditätslücken können überbrückt werden. Die Zielfonds dürfen und werden Fremdkapital einsetzen. Die planmäßige Gesamtinvestition von knapp 33,8 Millionen Euro  setzt  sich  aus  dem  Eigenkapital,  dem

—————————————————Ergebnisse aus Private-Equity   sind  nur  schwer   zu   kalkulieren

—————————————————Agio sowie reinvestierten Rückflüssen aus  Zielfonds zusammen. Zur Höhe der Ausschüttungen macht der Prospekt keine Aussagen, das ist angesichts der mangelnden Kalkulierbarkeit von Ergebnissen aus Private Equity-Investments angemessen.

 

Kosten und Gewinnverteilung: Die einmaligen Kosten liegen für den 17er bei 12,2 Prozent der Gesamtinvestition, der 18er begnügt sich mit rund 9,1 Prozent. Laufend werden für die Retailtranche ein Prozent des Kommanditkapitals, zuzüglich Umsatzsteuer, für Fondsmanagement und Treuhand fällig, das Private Placement verlangt 0,8 Prozent. Darüber hinaus haben die Fondsgesellschaften ihre laufenden Verwaltungskosten zu tragen. Auf Ebene der Zielfonds fallen regelmäßig weitere einmalige und jährliche Kosten in unterschiedlicher Höhe an. Nachdem die Anleger ihr eingesetztes Kapital (ohne Agio) sowie eine Hurdle-Verzinsung von zehn Prozent (IRR) erhalten haben, werden übersteigende Gewinne, soweit das Fondsmanagement zehn Prozent der Gewinne erhalten hat, im Verhältnis neun zu eins zwischen Anleger und Management aufgeteilt. Diese Hurdlerate kann als Anhaltspunkt für die erwartete Anlegerrendite aufgefasst werden. Die Fonds sind gewerblich konzipiert, auf alle Einkünfte (außer Zinsen) ist deshalb das Teileinkünfteverfahren anzuwenden.

 

Anbieter: Die Blue Capital und ihre Nachfolgerin WealthCap haben bisher 17 Private Equity- und zwei Venture Capital-Fonds aufgelegt. Die Venture Capital-Fonds stammen aus den Anfängen der Emissionstätigkeit und laufen bislang unbefriedigendem. Die Private Equity-Fonds entwickeln sich hingegen sehr gut, drei Fonds konnten bereits mehr als 100 Prozent an ihre Anleger zurückzahlen, einer wurde mit einem Gesamtrückfluss von 217 Prozent bereits aufgelöst. Bei der Auswahl der Zielfonds hat das Management damit nachhaltig ein glückliches Händchen bewiesen und das eigene Konzept vom Publikumsfonds mit vergleichsweise schmaler Diversifikation gerechtfertigt.

 

Meiner Meinung nach… Seine Expertise hat das Private Equity-Team der WealthCap in der Vergangenheit bewiesen, und die Vertriebserfolge zeigen, dass die Initiatorin darüber hinaus versteht, die Produkte an den Mann zu bringen. Dass diese Leistungen bezahlt werden müssen, dürfte jedem Interessenten klar sein.

 

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