immpresseclub-Tagung in Berlin – Wohnen, Gewerbe und Stadtentwicklung im Fokus

10.Februar 2015   
Kategorie: Der Fondsbrief

Diesmal ganz ohne Wetterchaos konnte die Winterveranstaltung des immpresseclub, der Arbeitsgemeinschaft deutscher Immobilienjournalisten wie geplant im Berliner Hilton stattfinden. Weder Sturm, Schnee noch Streik verhinderten, dass sich ca. 70 Journalisten, Referenten und Gäste über aktuelle Themen der Immobilienbranche austauschten. Mit einer fast kompletten Abdeckung der Medienwelt, ist der immpresseclub e. V. die wichtigste Vereinigung deutscher Immobilienjournalisten.

 

Den Auftakt bildete am Vormittag diesmal wieder Rechtsanwalt Philipp von Mettenheim, der für interessierte Journalisten einen Kurzworkshop zum Thema Urheberrecht, mit besonderes Augenmerk auf Bildrechte, anbot. Den Staffelstab übernahm Thomas Hegel (Foto), CEO der LEG 

thomas hegel

NRW, die nach Zusammenschluss von Deutscher Annington und Gagfah die Nummer drei am deutschen Wohnimmobilienmarkt ist. Das Portfolio der LEG umfasst derzeit rd. 110.000 Wohnungen für 300.000 Bewohner, die von 900 Mitarbeitern gemanagt werden. Damit ist die LEG größer als jemals zuvor, so Hegel. Seit Verkauf der LEG an Whitehall Real Estate Funds in 2008, hat das Unternehmen einen echten Kulturwandel vollzogen, argumentierte Hegel. Bis dahin hatte das Unternehmen 650 Mio. Euro innerhalb von 4 Jahren für Instandhaltungsmaßnahmen ausgegeben und darüber hinaus 20.000 Wohnungen verkauft. Heute liegt der Fokus der LEG für Hegel vor allem auf einem gesunden Wachstum. 5.000 Wohneinheiten will Hegel allein 2015 zukaufen. Mehr volkswirtschaftliche als unternehmensbezogene Bauchschmerzen bereitet Hegel die Mietpreisbremse. „Wir sind natürlich dagegen“, so Hegel. Die Mietpreisbremse werde zu rechtlichem Unfrieden führen und sei unausgegoren, da sie nicht zu erhöhten Neubauaktivitäten führen werde. Bezogen auf die LEG rechnet Hegel nur mit minimalen Effekten. Für den deutschen Wohnimmobilienmarkt sieht Hegel vor allem Herausforderungen in der Peripherie. Die Frage werde sein, wie mit dem Leerstand außerhalb der gefragten Gebiete umgegangen werde.

 

Dr. Andreas Kneip, Vorstandsvorsitzender der Catella Real Estate AG gab einen kleinen Überblick über das immobilienwirtschaftliche Umfeld, denen sich Institutionelle derzeit gegenübersehen. In dem Vortrag, den wir für Sie noch ausarbeiten werden, spiegelten sich 30 Jahre Erfahrung in institutioneller Immobilienkapitalanlage, die die Gedanken eines meist produktorientierten Mainstream ergänzen.

 

Reinhard Müller, Gründer und Eigentümer der EUREF Campus AG, der auf einer 55.000 qm großen, brachliegenden Industriefläche, 165.000 qm moderne Forschungs-, Entwicklungs- und Bürofläche bis 2018 entwickelt. Bekannt ist das Gelände vor allem durch das alte Gasometer, aus der Günther Jauch jeden Sonntagabend seine Talkshow ausstrahlt. Der Campus setzt komplett auf nachhaltige Energiegewinnung. „Der Campus erzeugt heute bereits mehr Energie als er verbraucht“, so Müller. Er will mit dem Konzept zeigen, dass die Energiewende heute bereits wirtschaftlich rechenbar umsetzbar ist. „Wir bauen die Stadt von morgen, zu Mieten, die unter dem Berliner Niveau liegen. Wir sind eines der am besten erschlossenen Quartiere, die wir in Berlin haben“, so Müller. Bis 2018 sollen hier 650 Mio. Euro investiert werden.

 

Den Abschluss der Referenten gestaltete Dr. Johannes Beermann, der bis vor wenigen Wochen Staatsminister und Leiter der Staatskanzlei in Dresden war und ab Januar im Vorstand der Deutschen Bundesbank sein wird. Das Dilemma, über die Zukunft und geldpolitische Fragen sinnvollerweise vor Amtsantritt nicht zu sprechen und über die positiv erlebte Vergangenheit in Sachsen nichts sagen zu wollen, löste er mit einem politischen Vortrag mit schmunzelnden Seitenhieben auf manche politische Entwicklung.

 

Die schon fast traditionelle Verbandvorstellung übernahm diesmal Ulrike Silberberg, Chefredakteurin der Wohnungswirtschaft, die diesmal für die gemeinnützige Initiative der DESWOS Deutsche Entwicklungshilfe für soziales Wohnungs- und Siedlungswesen e.V. (siehe auch „Der Immobilienbrief Nr. 336) warb. Darin engagiert sich die Wohnungswirtschaft für Familien in Entwicklungsländern und baut z.B. Schulen oder sorgt für die Sicherung von Existenzen.

 

Auf der abschließenden Hauptversammlung des Verbandes wurden „Der Immobilienbrief“-Herausgeber Werner Rohmert, u.a. „Der Platow Brief“, als Vorsitzender und Michael Psotta, FAZ, sowie Frank Peter Unterreiner, Immobilienbrief Stuttgart, als Vorstand des inoffiziellen Verbandes bestätigt. Nikolaus von Raggamby sowie Robert Scholl wurden Kassenprüfer und Schatzmeister. Für Robert Scholl, der über Jahrzehnte für den Bund ministeriale Milliarden-Budgets aufstellte, bildet das immpresseclub-Budget natürlich eine Herausforderung. Gleichzeitig wurde beschlossen zu recherchieren, ob die Sommerveranstaltung 2016 des immpresseclub wieder einmal in Hamburg stattfinden könne. Info für Mitglieder und Assoziierte: Die Tagungen des immpresseclub, die wieder das Team von „Der Immobilienbrief“ organisieren werden, finden am 25. Juni 2015 in Frankfurt am Main und am 3. Dezember in Berlin statt. (AE)

 

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