IVG fürchtet sinkende Mieten bis 2011

3.September 2009   
Kategorie: Der Fondsbrief, News

 Neuer Fonds investiert in Brüsseler Bürogebäude – Staat mietet Objekt bis 2025

 „Die Immobilie ist ein typischer Spätindikator. Durchaus denkbar also, dass wir in den Jahren 2010 und 2011 auf der Vermietungsseite noch empfindlich getroffen werden.“ Dieses Szenario malte Georg Reul, Vorstandsmitglied der IVG Immobilien AG bei einem Pressefrühstück gemeinsam mit den Geschäftsführern der IVG Funds Ferdinand von Sydow und Jörn Heidrich vor der Fachpresse an die Wand. Dennoch sei die Immobilie und damit der geschlossene Fonds weiterhin als Kapitalanlage auch für private Investoren geeignet.

 

Zweckoptimismus? Was soll der Vorstand einer Immobilien-AG auch anderes erzählen? Doch manche Argumente sind nicht von der Hand zu weisen. Beispiel Inflation. Zwar rechnet niemand der anerkannten Volkswirtschaftler vor Ende 2010 mit einer Geldentwertung. Aber danach schon. „Die Commerzbank hat ermittelt, dass die Finanzmarktkrise Kosten in Höhe von 7,3 Billionen Euro verursacht hat. Die vermeintlichen Heilmittel expansive Geldpolitik und hohe Neuverschuldung bergen ein erhebliches Inflationspotenzial. Für das kommende Jahrzehnt prognostiziert die Commerzbank daher eine Inflationsrate von drei bis vier Prozent“, so Reul.

 

Dennoch ist der Inflationsschutz durch Immobilien kein Naturgesetz: „An strukturschwachen Standorten kann auch in Inflationszeiten niemand eine Werterhaltung oder gar Wertsteigerung von Immobilien erwarten.“ Entscheidend sei nicht nur die Lage, sondern auch die Indexierung der Mietverträge in Kombination mit lang laufenden Darlehensverträgen.

 

Doch wer hilft dem Anleger, einen Qualitäts-Fonds zu ermitteln, der nicht nur in ein gutes Objekt investiert, sondern darüber hinaus sauber und fair konstruiert ist? „Ratings schaffen Transparenz und damit Vertrauen“, meint IVG-Funds-Geschäftsführer Ferdinand von Sydow. Aber wie sieht es mit der Unabhängigkeit der Ratingagenturen aus? Schließlich werden sie in der Regel vom Initiator beauftragt und bezahlt. „Hier haben wir noch keinen Idealzustand. Wir können aber anregen, hier gemeinsam mit anderen Anbietern in die Diskussion einzusteigen“, so von Sydow.

 

Verbesserungsfähig ist nach Ansicht von Jörn Heidrich, ebenfalls Geschäftsführer der IVG Funds, auch das Thema „Regulierung“. „Wenn es um die Verwaltung fremden Geldes geht, ist strenger Verbraucherschutz erforderlich“; so Heidrich. „Wir begrüßen daher die Pläne der Bundesregierung, den ,grauen Kapitalmarkt‘ zu regulieren und unter Finanzaufsicht zu stellen.“ Allerdings hätten die Fonds einige Besonderheiten, auf die dabei Rücksicht genommen werden muss. Hier sei der Verband Geschlossene Fonds VGF in der Pflicht.

 

Den Nerv der Anleger dürfte IVG mit seinem neuesten Fonds treffen. Der EuroSelect 20 „The North Gate“ finanziert erstmals ein Bürogebäude in Brüssel, das komplett bis Mitte 2025 an die staatliche Institution Régie des Batiments vermietet ist. Diese Behörde stellt im Staatsauftrag Büros für politische und öffentliche Institutionen bereit. Nutzer im Objekt mit einer Gesamtfläche von 60.000 Quadratmetern sind das belgische Ministerium für Staatssicherheit und das Wirtschaftsministerium. Zeichner sind ab 10.000 Euro plus fünf Prozent Agio dabei und sollen Ausschüttungen von im Schnitt 5,3 Prozent nach Steuern erhalten. Die Eigenkapital-Quote der 204 Millionen Euro schweren Gesamtinvestition liegt bei mehr als 60 Prozent.

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