Platow-Forum: „Der Vertrieb ist die Bremse“

1.Oktober 2009   
Kategorie: Der Fondsbrief

 Forum versammelt Who is Who der Branche

 Prominent besetzt war das Platowforum „Geschlossene Fonds 2010“ Ende September in Frankfurt – sowohl bei den Referenten als auch im Auditorium. Selten so viele Geschäftsführer und Unternehmensinhaber versammelt gesehen wie bei dieser Veranstaltung. Zwar können sich manche Anbieter nicht zurückhalten, ihr Unternehmen und aktuelle Angebote ausführlich zu präsentieren. Doch überwog der Anteil neutraler Informationen. Wobei, wie so oft, auch abseits des offiziellen Programms interessante Gespräche statt fanden.

 Wer bremst? Vertrieb oder Kunde? Eine der Fragen, die Alexander Betz, Vorstandsvorsitzender der eFonds Holding AG, Christian Harreiner von der ABN-Amro-Tochter Delbrück Bethmann Maffei, Helmut Schulz-Jodexnis, Vorstandsmitglied der BIT Treuhand AG, und VGF-Hauptgeschäftsführer Eric Romba beantworteten. Wobei der Tenor einheitlich war: Die Hürde zum Vertriebspartner ist oft höher als die zum Kunden. Kein Wunder, dass die Berater keine Lust haben, mit ihren Kunden über geschlossene Fonds zu sprechen. „Wer will schon ständig damit konfrontiert werden, dass früher vertriebene Fonds wie etwa Schiffsbeteiligungen derzeit nicht ausschütten oder sogar Nachschüsse benötigen. Von anderen Kapitalanlagen wie zum Beispiel Zertifikaten ganz zu schweigen“, meinte Schulz-Jodexnis.

 Ob der Kunde aber tatsächlich in 80 Prozent der Fälle das macht, was sein Berater ihm vorschlägt, wie Harreiner meinte? Wenn dem so ist, sollte der Vertrieb erheblich glatter laufen als in der Realität.

Differenziert kommentierte die Diskussionsrunde die Bemühungen der Initiatoren, Fonds aus dem vergangenen Jahr mit überarbeiteten Konzepten zu platzieren. Rückgabeoptionen und Garantien – schön und gut. Aber ob das reicht, das von Feri ermittelte Investitionsvolumen von rund acht Milliarden Euro alleine aus dem vergangenen Jahr zu verkaufen?

 Zumal zahlreiche neue Fonds in diesen Tagen auf den Markt kommen. Sogar in den USA können Anleger wieder investieren. Hamburg Trust bietet in Kooperation mit der Paramount Group die Beteiligung an einem Portfolio aus Core-Büroimmobilien an. Die Gelegenheiten häuften sich.  „Seit Beginn des Jahres ist die Anzahl der in Not geratenen Assets deutlich gestiegen“, berichtete Albert Behler, President und CEO der Paramount Group. „Insbesondere im Hotel- und Einzelhandelsbereich gab es starke Anstiege, aber auch in Not geratene Büroimmobilien weisen seit Jahresbeginn Zuwachsraten von mehr als 100 Prozent auf.“

 Auf Core-Objekte in Europa vertraut Michael Kohl von der Commerz Real AG. Er beschäftigte sich in seinem Vortrag unter anderem mit den Chancen in Paris. „Bis 2011 werden dort noch steigende Leerstandsquoten prognostiziert. Anschließend rechen die Fachleute vor Ort mit einem starken Anstieg der Spitzenmieten“, so Kohl.

Projektentwicklungen eignen sich für Fondshaus-Hamburg-Geschäftsführerin Angelika Kunath generell für risikofreudige Anleger. Diese Einschätzung darf nicht verwundern, immerhin bietet der Initiator aktuell einen Fonds mit eben diesem Konzept an. „Grundsätzlich hat die Risikobereitschaft aber auch hier abgenommen. Anleger bevorzugen auch bei Projektentwicklungsfonds Investments mit hoher Transparenz und kalkulierbaren Risiken“, so Kunath.

 Gabriele Volz, Geschäftsführerin Vertrieb und Marketing bei der Wealth Management Capital Holding, hat als Megatrend 2009/2010 Fonds mit Erneuerbaren Energien ausgemacht. So will die Europäische Kommission bis 2020 rund 20 Prozent ihres Energie-Mixes aus erneuerbaren Energien decken. China will bis dahin immerhin 15 Prozent seines Energiebedarfs aus nachhaltigen Quellen beziehen, und selbst die USA wollen zum Beispiel durch den Einsatz von Biokraftstoffen den Benzinverbrauch in den kommenden zehn Jahren um 20 Prozent senken. „Profiteure dieser Entwicklung sind Unternehmen aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Energie-Effizienz und Schadstoff-Verringerung“, so Volz.

 Das Emissionshaus Dr. Peters aus Dortmund beginnt in Kürze mit dem Vertrieb eines Flugzeugfonds. Zeichner finanzieren den Riesenflieger Airbus A380 mit Air France als Leasingnehmer. Damit war das Thema des Vortrages vorgegeben. „Derzeit liegen 200 Bestellungen von 16 Gesellschaften vor“, berichtete Dr. Peters-Chef Jürgen Salamon. Größter Käufer sei die Airlines Emirates aus Dubai mit rund 60 Fliegern.

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