Der Handelsimmobilien Report Nr. 258

Der Handelsimmobilien Report Nr 258

Editorial von Ruth Vierbuchen: Das deutsche Bau- und Planungsrecht für großflächigen Einzelhandel könnte auch ein Kapitel in der Chronik der Schildbürger sein. Doch der Reihe nach. Mit der Novelle von § 11 Absatz 3 Baunutzungsverordnung (BauNVO) wollte der Gesetzgeber 1986 die Ansiedlung von SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten auf der grünen Wiese verhindern, indem die Gemeinden das Instrument erhielten, Märkte mit über 1 200 qm Geschossfläche zu untersagen. Das Ziel: Den Wegzug wichtiger Sortimente aus den Cities und deren Verödung zu verhindern. Inzwischen ist das Planungsrecht zum Selbstzweck spitzfindiger Juristen geworden und der Blick für das Wesentliche verloren gegangen. (Seite 1)

  • Fachmarkt-Immobilienkongress – Noch keine Ermüdungserscheinungen: Während die Probleme im deutschen Modehandel Wirkung auf dem Vermietungsmarkt der Highstreets zeigen, erklimmen die Preise für Fachmarktimmobilien immer neue Höchstwerte – getragen vom boomenden Lebensmittelhandel. Mit Fragen, wie lange der Boom noch anhält und über die Expansionspläne der Mieter befasste sich der 9. Fachmarkt-Immobilienkongress in Düsseldorf. (Seite 2)
  • Investmentmarkt Deutschland – Experten erwarten eine Jahresendrally: Die Experten erwarten auch im 4. Quartal 2017 wieder ein lebhaftes Geschäft auf dem Investmentmarkt für Retail Assets: Die Prognosen für das Gesamtjahr reichen von 10 bis 11 Mrd. über 12 bis 13 Mrd. Euro bis hin zu 13,5 Mrd. Euro. Einig sind sich die Auguren nach den ersten drei Quartalen, dass der gute Vorjahreswert wieder erreicht werden dürfte. Beeinflusst wird die Entwicklung in den einzelnen Segmenten vom wachsenden Online-Handel und dem hohen Preisniveau. (Seite 6)
  • Agglomerations-Urteile des BayVGH – Plädoyer für eine Einzelfallbetrachtung: Nach zwei Einzelfallurteilen des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs (BayVGH), in denen jeweils zwei baulich und funktional selbständige Einzelhandelsbetriebe zusammengenommen als Großprojekte bewertet wurden und deshalb unzulässig waren, ist die Unsicherheit bei Kommunen und im Einzelhandel groß. Beim „Breakfast Briefing Retail“ der Kanzlei GSK Stockmann und der BBE Handelsberatung trafen sich Experten, um mögliche Konsequenzen zu diskutierten. (Wotruba, Seite 10)
  • Digitalisierung in Europa – Keine Auswirkung auf den Center-Bestand: Zwei Trends prägen laut Catella Research insbesondere bei den jungen Menschen in Europa die Kaufgewohnheiten: Der Konsum richtet sich mehr darauf, etwas zu erleben, als darauf, materielle Dinge zu erwerben. Gleichzeitig verändern die Digitalisierung des Verkaufsprozesses und der eCommerce die traditionellen Konzepte des Einzelhandels mehr als jeder andere Megatrend. Nur noch ein kleiner Teil der Konsumenten kauft noch nicht im Internet ein. (Seite 13)
  • Schuhhandelsmarkt – Die Großen gewinnen, die Kleinen verlieren: Viele können sich zweifellos noch an die schrille Werbung von Zalando erinnern, mit der das als reiner Online-Schuhhändler gestartete Unternehmen den hiesigen Markt aufgemischt hat. Ob diese Pioniere des Internet-Handels angesichts hoher Retouren dauerhaft gute Gewinne einfahren werden, steht in den Sternen. Aber dass sie das Geschäft insbesondere mit Blick auf junge Kunden verändert haben, steht außer Frage. Der stationäre Schuhhandel ist laut GfK stark in Bewegung. (Seite 15)
  • Thalia Bücher GmbH –  Mit der Nähe zum Kunden gegen die Pure Player: Etwa fünf Jahre, nachdem die Buchhandelskette Thalia bedingt durch die Online-Konkurrenz in die roten Zahlen gerutscht war, präsentiert sich das Unternehmen als Omni-Channel-Händler mit stark wachsendem Online-Geschäft. Zuletzt hat die Buchkette mit Ebay eine strategische Partnerschaft geschlossen. Aber auch die Expansion mit neuen Verkaufsflächen ist weiterhin ein Thema. (Seite 17)
  • Fachmarktimmobilien – Versicherungen und Versorgungswerke punkten mit Eigenkapital: Bei der Investition in deutsche Handelsimmobilien suchen die Anleger inzwischen bevorzugt Online-resistente Objekte – also Bricks and Mortar-Immobilien, deren Mieter die Online-Konkurrenz nicht oder nur wenig fürchten müssen. Bereits nach Ausbruch der Finanzmarktkrise 2008 zeichnete sich ab, dass insbesondere der Lebensmittelhandel, der hierzulande geprägt wird von großen Konzernen mit einem bundesweit dichten Filialnetz und zum Teil selbstständigen Kaufleuten als Betreiber, die größte Krise der Nachkriegszeit relativ gut überstanden haben. (Seite 19)
  • Metro AG – Impulse durch Belieferungsgeschäft und Online: Die neue Metro AG aus dem Cash & Carry-Geschäft, das heute den Namen Metro Wholesale trägt, und dem SB-Warenhausbetreiber Real, hat in ihrem 1. Quartal nach der Abspaltung vom Elektrofachmarktbereich Media Saturn den Umsatz um 0,7% auf 9,2 Mrd. Euro gesteigert. Vor allem das Belieferungsgeschäft von Metro und der Online-Umsatz von Real haben nach den Worten von Vorstands-Chef Olaf Koch die Umsatzentwicklung zwischen Juli und September 2017 belebt. Im Gesamtjahr 2016/17 (30.9.) stiegen die Erlöse um 1,6% auf 37,1 Mrd. Euro. (Seite 22)
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