Der Handelsimmobilien Report Nr. 55

Editorial von Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“: Die Medien verwenden gern den martialischen Begriff „Zerschlagung“, wenn sie berichten, dass Arcandor nicht als Ganzes gerettet werden kann und Karstadt sowie Quelle nun separat verkauft werden sollen. Doch damit wird nur auseinander dividiert, was nie wirklich zusammen gehört hat. Beide Unternehmen haben in der Sanierung nun ihre speziellen Hürden zu nehmen. (Seite 1)

–         Karstadt – Beispiel einer verfehlten Shareholder-Value-Politik: Schnelle Gewinne und hohe Ausschüttungen: Der Fall der Arcandor-Tochter Karstadt zeigt, wie der Vorstand im Zuge des Shareholder-Value-Prinzips lange Zeit ordentliche Ergebnisse präsentieren kann, ohne eine fundierte Strategie fürs operative Geschäft zu haben. Die Reserven müssen – wie im Falle des Warenhaus-Konzerns – nur groß genug sein. (Vierbuchen, Seite 2)

–         Arcandor: Die Problematik mit der Volatilität der Bewertungen: Die Insolvenz von Arcandor ist nicht nur die Folge falscher Reaktionen auf die Marktveränderungen. Sie ist – in einem mindestens ebenso hohen Maße – logische Konsequenz einer „Shareholder-Value“ orientierten Rechnungslegung. Dabei konnte die Konzernführung den Stakeholdern offenbar über einen langen Zeitraum hinweg die wahre wirtschaftliche Situation des Unternehmens verschleiern. (Brenner, Seite 5)

–         Otto Beisheim sucht als Metro-Aktionär neues Format: Im Jahr 2001 hatten die originären Gesellschafter der Düsseldorfer Metro AG, Otto Beisheim, die Familie Schmidt-Ruthenbeck und die Duisburger Haniel & Cie einen Poolvertrag geschlossen, um ihre Interessen beim drittgrößten Handelskonzern der Welt zu bündeln – durch gemeinsame Ausübung der Stimmrechte. Zusammen halten sie knapp 66% der Anteile. Das wird sich nach dem Ausscheren von Otto Beisheim nun ändern. (Vierbuchen, Seite 7)

–         Lebensmittel-Versorgung: Erhebliche regionale Unterschiede: Deutschland nimmt bei der Ausstattung mit Einzelhandelsfläche in Europa einen Spitzenplatz ein. Dennoch zeigt die Analyse des Lebensmitteleinzelhandels, dass die Einkaufsmöglichkeiten der Bundesbürger recht unterschiedlich sind, je nach Bundesland in dem sie leben. Im Süden und in den Metropolen sieht es schlechter aus als im Osten und im Norden. Die Gründe dafür sind vielschichtig. (Vierbuchen, Seite 8)

–         Baurecht begünstigt vor allem die Expansion der Discounter: Mit der Novelle von § 11,3 Baunutzungsverordnung Mitte der 1980er-Jahre wurde die Genehmigung von Märkten mit mehr als 800 qm Verkaufsfläche in Wohn- und Mischgebieten beschränkt. Doch diese enge Vorgabe wird der Entwicklung des modernen Lebensmitteleinzelhandels nicht mehr gerecht. Befördert hat sie vor allem auch die starke Expansion der Discounter. (Vierbuchen, Seite 11)

–         Lüdenscheid – Stadt des Lichts: Die Stadt Lüdenscheid mit ihren knapp 80 000 Einwohnern gilt als „modernes Wirtschafts- und Dienstleistungszentrum“ mit guter Infrastruktur und zugleich als „gesellschaftlicher und kultureller Mittelpunkt im Märkischen Kreis“ mit großem  Angebot an Freizeiteinrichtungen. Atmosphäre erzeugt die historisch restaurierte Altstadt mit ihren romantischen Fassaden und gemütlichen Lokalen. Für die umliegenden Gemeinden hat Lüdenscheid sogar oberzentrale Bedeutung. (Lilienthal, Seite 13)

–         Shopping-Center-Markt Europa: Krise hinterlässt ihre Spuren: Die Zahl der Neueröffnung ist im 1. Halbjahr 2009 europaweit zurückgegangen und wird nach Einschätzung von Cushman & Wakefield im Jahr 2011 mit 5 Mio. qm den tiefsten Stand seit 2003 erreichen. Die meisten Eröffnungen stehen im 2. Halbjahr in der Türkei und in Russland an. (Vierbuchen, Seite 14)

–         Shopping-Center-Markt Spanien: Genaue Prüfung auf Herz und Nieren: Der stark wachsende Shopping-Center-Markt auf der iberischen Halbinsel hat erwartungsgemäß eine Verschnaufpause eingelegt. Dass es aber weiter geht, wenn sich die Lage wieder entspannt, dafür spricht die gut gefüllte Projektpipeline. Doch neue Objekte wollen genau geprüft sein. (Müller, Seite 15)

Der Handelsimmobilien Report Nr. 55

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