Der Handelsimmobilien Report Nr. 78

Der Handelsimmobilien Report Nr. 78

–          Editorial von Ruth Vierbuchen: Der Verkauf von Karstadt zieht sich weiter in die Länge. Seit der italienische Warenhaus-Betreiber Maurizio Borletti ein eigenes Kaufangebot unterbreitet hat und sich mit Highstreet auf die Mietkonditionen geeinigt hat, steht am 2. September eine Kampfabstimmung ins Haus, wenn die Gläubiger von Highstreet über die Mietminderung des Käufers Nicolas Berggruen abstimmen müssen. Es bleibt für Karstadt zu hoffen, dass der Insolvenzverwalter in dieser schwierigen Lage die Nerven behält. (Seite 1)

–          Fachmärkte: Investments mit hoher Wertigkeit – Wichtig ist die richtige Wahl des Standorts und des Branchenmixes: Investments in namhafte Shopping-Center sind meist spektakulär. Im 1. Halbjahr 2010 bestimmten sie das Geschehen bei Handelsimmobilien. Viel Bewegung war aber auch im Segment Fachmärkte und Fachmarktzentren (inkl. Supermärkte und Discounter) zu beobachten. Während etwa offenen Immobilienfonds vorwiegend als Käufer der großen Objekte auftraten, konzentrieren sich laut DTZ insbesondere geschlossene Immobilienfonds auf das Segment Fachmärkte. Getragen wird die Entwicklung von der Expansion des Handels und der Politik der Kommunen. Dabei gibt es in diesem Bereich auch viele unberechtigte Vorurteile. (Vierbuchen, Seite 2)

–          Die „Global Player“ haben Deutschland im Blick, doch häufig mangelt es an den zeitgemäßen Immobilien: Während Deutschlands Einzelhändler in punkto Internationalsierung weltweit zur Spitzengruppe gehören, ist der Internationalisierungsgrad deutscher Städte – sprich: der Anteil ausländischer Filialisten am Einzelhandelsangebot – unterdurchschnittlich. Den höchsten Anteil internationaler Einzelhändler hat London mit 56% zu bieten, Berlin – als internationalste deutsche Stadt – kommt mit 37% laut CB Richard Ellis (CBRE) erst auf Rang 16. Das erkennen auch immer mehr internationale Filialisten und suchen hier ihr Glück, finden häufig aber zu wenig geeignete Flächen. (Vierbuchen, Seite 6)

–          Höfe am Brühl: Viele Einkaufswelten unter einem Dach: Mehr als 20 Jahre nach dem Fall der Mauer hat sich das innerstädtische Bild der alten Messestadt Leipzig mit ihren vielen Höfen stark gewandelt. Auf den 270 000 qm in den 1A-Lagen hat sich ein beachtlicher Branchenmix aus namhaften Filialisten etabliert. Aus Sicht von Experten wie Aengevelt wird die Fertigstellung des Citytunnels vom Hauptbahnhof zum historischen Marktplatz im Herzen der Stadt bis 2013 sowie die Eröffnung der „Höfe am Brühl“ bis Ende 2011, die Anziehungskraft der City stärken. Bei diesem Center wagt sich Entwickler mfi an ein neues Einzelhandelskonzept. (Vierbuchen, Seite 8)

–          Das Interview zum GC Congress: Ein guter Return on (Time) Investment: Für seinen Job als Beauftragter des Vorstands bringt Rüdiger Pleus in den Kreisen des German Council of Shopping Centers (GCSC) eigentlich nicht die klassische Vorbildung mit, die in der Szene „rund um Einzelhandel und Immobilien“ zu finden ist. Und dennoch ist er mit seinem Know-how aus der Hotel- und Gastronomie-Branche im Verband genau richtig. Denn, um die Verweildauer in Einkaufszentren zu erhöhen, spielt die Gastronomie in all ihren Facetten eine bedeutende Rolle – und auch, wenn es um die Organisation der Top-Veranstaltung des Verbands geht. (Seite 12)

–          Hahn-Chef Nave blickt zuversichtlich ins 2. Halbjahr: Steigende Umsätze und eine positive Ergebnisentwicklung dokumentieren bei der Hahn AG in Bergisch-Gladbach in diesem Jahr den Turn-around. So verzeichnete der führende Asset Manager für Einzelhandelsimmobilien und Spezialist für Fondsprodukte im 1. Halbjahr 2010 einen Umsatzanstieg von 3,5% auf  29,31 Mio. Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es 28,31 Mio. Euro gewesen. Und vor allem: Der Ertrag drehte ins Plus. (Vierbuchen, Seite 13)

–          Hamborner REIT AG expandiert in Süddeutschland: Den Nimbus des regional aufgestellten Unternehmens hat die Hamborner REIT AG aus Sicht der Vorstände Rüdiger Mrotzek und Hans Richard Schmitz hinter sich gelassen. Inzwischen konnte der Anteil der Investments in Baden-Württemberg auf 10,2% und in Bayern auf 6,2% ausgeweitet werden.  Der wachstumsstarke süddeutsche Raum ist bei Investoren sehr gefragt. Mit einem Anteil von 55% bildet Nordrhein-Westfalen allerdings noch den regionalen Schwerpunkt der Hamborner. (Vierbuchen, Seite 14)

–          Deutsche EuroShop sieht Chancen für weitere Akquisitionen: Auf der Hauptversammlung hat sich die Deutsche EuroShop AG (DES) in Hamburg bereits hinreichend Kapital für weitere Akquisitionen genehmigen lassen. Finanzvorstand Olaf Borkers zeigte sich bei Vorlage der Halbjahreszahlen zuversichtlich, dass nach Übernahme des A10 in Wildau bei Berlin zu Jahresbeginn auch im 2. Halbjahr noch weitere Akquisitionen folgen werden. (Vierbuchen, Seite 15)

–          Douglas setzt auf die Stärkung seiner Marktposition: Die Douglas Holding AG geht die Expansion noch vorsichtig an. „Neue Märkte werden im laufenden Geschäftsjahr nicht erschlossen“, teilt der Hagener Fachgeschäftskonzern im Bericht für die ersten 3 Quartale des Geschäftsjahres 2009/10 (30.9.) mit. So werden von dem zu Beginn des Geschäftsjahres geplanten Investitionsvolumen von insgesamt 120 Mio. Euro voraussichtlich nur etwa 100 bis 110 Mio. Euro investiert. (Vierbuchen, Seite 15)

–          Sonae Sierra leitet 2010 die Wende ein: Nach einer krisenbedingten Durststrecke hat der Shopping-Center-Spezialist Sonae Sierra im 1. Halbjahr 2010 die Trendwende eingeleitet. So konnte nach einem Verlust von 94,2 Mio. Euro im 1. Halbjahr 2009 ein direkter Nettogewinn von 648 000 Euro ausgewiesen weisen. „Das entspricht einer Gewinnsteigerung um 101%“, verkündet das Unternehmen im Halbjahresbericht. (Seite 16)

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