Handelsimmobilien Report Nr. 63

Editorial von Ruth Vierbuchen, Chefredakteurin „Handelsimmobilien Report“: Seit der Expo Real im Oktober macht sich wieder Optimismus breit in der Immobilien-Szene. Herrschte vor genau einem Jahr noch frostige Stimmung und die Suche nach den ersten Boten für eine Trendwende schien fast vergeblich, so lässt sich eine leichte Belebung inzwischen am wachsenden Transaktionsvolumen auf dem Investmentmarkt ablesen. Unsicherheit besteht 2010 für den Einzelhandel mit Blick auf das Thema Arbeitslosigkeit. Doch gibt es durchaus Indizien, die darauf hindeuten, dass es womöglich doch nicht so schlimm wird, wie bisher befürchtet. (Seite 1)

–          Investmentmarkt: Die Strategie des Abwartens scheint vorbei: Der Kauf des Shopping-Center A 10 für 265 Mio. Euro war ein guter Auftakt für das Investmentjahr 2010. Und offensichtlich wurden im Dezember noch weitere Deals eingetütet, die im 1. Quartal bekannt werden. Das lässt hoffen. Jedenfalls sind die Experten überzeugt, dass sich der positive Trend, der seit der zweiten Jahreshälfte 2009 einsetzte, erst einmal fortsetzen wird. (Vierbuchen, Seite 2)

–          Hertie München Laim wandelt sich zum Geschäftshaus: 18 Hertie-Filialen hat der Immobilienvermarkter BNP Parisbas Real Estate inzwischen verkauft. Davon 6 an den SB-Warenhaus-Betreiber Kaufland, der so die Chance sieht, sich mit seinen Großflächen in Top-Lagen anzusiedeln. Wie die ehemalige Hertie-Filiale in München Laim, die von Development Partner und Bucher Properties übernommen wurde, künftig aussehen wird, ist nach Abschluss des Architekten-Wettbewerbs erkennbar. (Vierbuchen, Seite 5)

–          Deutschlands Einzelhändler behaupten ihre Weltmarktposition: Seit dem Vereinigungsboom zu Beginn der 1990er-Jahre stagniert der deutsche Einzelhandelsmarkt, so dass sich nur die Besten durchsetzen konnten. Zudem ist Deutschland das „Mutterland der Discounter“, seit die Gebrüder Albrecht den Discounter „Aldi“ erfunden und weltweit salonfähig gemacht haben. Preisgünstige Konzepte reüssieren gerade in schwierigen Zeiten. Deshalb erstaunt es nicht, wenn das Beratungsunternehmen Deloitte feststellt, dass sich deutsche Handelsunternehmen im internationalen Ranking der Top 250 weiter verbessern konnten. (Vierbuchen, Seite 6)

–           Joey’s Pizza Service sieht in Deutschland Platz für 500 Filialen: Ein Pizza-Liefer-Service ist die Königsklasse der System-Gastronomie“. Davon ist Karsten Freigang, Geschäftsführer der Joey’s Pizza Service (Deutschland) GmbH überzeugt. Bevor er vor etwa zweieinhalb Jahren zu dem 1988 in Hamburg gegründeten Pizza-Unternehmen kam, hatte er in der System-Gastronomie bereits Erfahrung gesammelt und kann deshalb heute vergleichen. Im Wettbewerb mit den lokalen Pizzerien in vielen Städten rechnet sich der Hamburger Mittelständler gute Chancen aus. (Vierbuchen, Seite 8)

–          Douglas – Wir haben in schwierigen Zeiten unsere moderaten aber realistischen Zahlen erreicht: Ungeachtet der Krise werden europaweit für Einzelhandelsflächen in Spitzenlage immer noch Top-Mieten verlangt. Diese Erfahrung macht Henning Kreke, Vorstandschef der Douglas Holding AG. Der Fachgeschäfts- und Lifestyle-Konzern ist vor allem mit seinem Zugpferd, den Parfümerien, im Ausland vertreten und erzielt hier 35,3% seines Umsatzes. Dabei bevorzugt der Konzern – neben etablierten Shopping-Centern – die 1A-Lagen der Innenstädte. Nach Krekes Erfahrung ist der Anteil der Mieten an den Kosten in den vergangenen Jahren leicht gestiegen. Und er schätzt, dass die Mieten auf stabil hohem Niveau bleiben werden. (Vierbuchen, Seite 11)

–          Metro-Konzern – Heute zahlt sich die breite Geschäftsbasis aus: Wie stabil Deutschlands Einzelhandelsmarkt in der Krise gemessen an anderen Ländern ist, zeigen die Jahreszahlen deutscher Handelskonzerne mit starkem Auslandsengagement. So etwa auch beim Metro-Konzern. War in den vergangenen 15 Jahren die Botschaft mehr oder weniger die gleiche: „Das Deutschlandgeschäft schwächelt, Wachstum erzielt der Konzern im Ausland“, lautet die Botschaft nun genau umgekehrt: „Die deutschen Töchter zeigen Stabilität, das Ausland schwächelt“. Heute zahlt sich aus, dass der Metro-Vorstand der Aufforderung der Analysten, sich nur auf die Cash-Cows zu konzentrieren, nicht gefolgt ist. (Vierbuchen, Seite 12)

–          Halle an der Saale – Die Stadt hat auf ihre Wiederbelebung nur gewartet: Kurz nach dem Fall der Mauer ging es im ostdeutschen Einzelhandel vor allem darum, so schnell wie möglich die Versorgung der Bevölkerung mit Waren des täglichen Bedarfs sicher zu stellen. Da viele Eigentumsverhältnisse in der Innenstadt ungeklärt waren, siedelten sich SB-Warenhäuser und Shopping-Center am Stadtrand an. In Halle an der Saale haben sich inzwischen die meisten ungeklärten Eigentumsverhältnisse gelöst. Damit kann die Stadt – wie viele andere ostdeutsche Städte auch – ihren Charme voll ausspielen und neue Filialisten anlocken. (Vierbuchen, Seite 14)

Der Handelsimmobilien Report Nr. 63

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