Mehr Kompetenz im gehobenen Schuhhandel

Nach Jahren der Expansion setzt der Hamburger Schuh-Filialist Ludwig Görtz GmbH auf eine Phase der Konsolidierung. Konkret bedeutet das, dass aus dem Netz der 260 Filialen 30 kleinere auf den Prüfstand gestellt werden und in Abhängigkeit von den mietvertraglichen Gegebenheiten bis 2014 geschlossen werden. Bis Ende August soll nach Angaben eines Unternehmenssprechers dann klar sein, wie viele der Läden tatsächlich aufgegeben werden.

Betroffen sind vor allem Görtz 17-Stores aus älteren Ladenbaugenerationen und kleinere Görtz-Filialen in betriebswirtschaftlich nicht mehr rentablen Lagen. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, werden Mitarbeiter der betroffenen Filialen mehrheitlich von den bestehenden Filialen in Deutschland übernommen. Im Rahmen des umfassenden Restrukturierungskonzepts werden außerdem noch die Vertriebskonzepte, die Verwaltung und die Logistik überprüft.

Das „Programm zur Steigerung von Leistungsfähigkeit und Rentabilität“ soll nach den Plänen der Geschäftsführer Thorsten Hermelink, Christian Moritz und Jörn Peters in den kommenden beiden Jahren umgesetzt werden. Ab 2013 erwarten sie bereits positive Auswirkungen auf das Ergebnis des Hamburger Schuheinzelhändlers. Nach Hermelinks Worten reagiert das Familienunternehmen mit diesem Maßnahmen-Katalog auf die starken Veränderungen im klassischen Schuhhandel.

Da Görtz aber auch weiterhin neue Standorte eröffnet – die Eröffnung von 10 neuen Filialen bis Ende 2013 ist bereits entschieden –  wird nach Auskunft des Unternehmenssprechers am Ende des Restrukturierungsprozesses das Filialnetz per Saldo womöglich nur um etwa 10 Läden verkleinert werden. Bis zum Ende der Konsolidierungsphase will sich Görtz dann wieder neu erfinden.

Repositionierung der Trendlinie Görtz 17 geplant

Zu den weiter geplanten Maßnahmen gehört laut Unternehmen die Stärkung der Qualitätspositionierung von Görtz. Dafür soll das Sortiment bereinigt und die Kompetenz im gehobenen Segment ausgebaut werden. Die Trendlinie Görtz 17 soll repositioniert werden „durch Heranführung an den Görtz-Markenkern“. Das betrifft die  Standorte, die Shop-Gestaltung und die Sortimente.

Für den Vertriebsgeschäftsführer Moritz geht es um die Festigung „der Position als Marktführer im qualitativ hochwertigen Schuhhandel in Deutschland“. Dabei setzt Görtz auf den stationären und den Online-Handel gleichermaßen.

Nach Angaben des Unternehmenssprechers ist der deutsche Schuhmarkt zuletzt leicht geschrumpft. Hinzu komme die Konkurrenz durch den stark wachsenden Online-Handel. Den dürfte das Unternehmen am ehesten bei der jungen Linie Görtz 17 spüren. Und auch das Wetter hat es mit der Schuhbranche in den vergangenen 3 Saisons – seit Frühjahr/Sommer 2011 – nicht gut gemeint. Es gab keine richtige Sommersaison und auch der vergangene Winter mit den milden Temperaturen setzte keine Kaufanreize für warmes Schuhwerk.

Der April 2012 mit dem Ostergeschäft sei auf Grund der historisch niedrigen Temperaturen fast komplett ausgefallen, berichtet der Sprecher weiter. Das könne man nicht mehr aufholen. Spürbar wird im Schuhhandel aber auch die Konkurrenz aus anderen Branchen. So kauften manche Bundesbürger mit Blick auf die Fußball-Europameisterschaft lieber ein neues TV-Gerät. Auch für Telekommunikation geben die Bundesbürger immer mehr Geld aus. Und der Grundsatz gilt immer noch: Man kann einen Euro nur einmal ausgeben.

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