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Welche Chancen bietet das für Handelsimmobilien?

 

Dipl.-Geogr. Markus Wotruba, Leiter Standortforschung BBE Handelsberatung GmbH

In den vergangenen Jahren hat insbesondere das Segment Outdoor-Bekleidung und -Ausrüstung für Freude bei den Anbietern gesorgt. Eine breite Nachfragebasis hat den Bereich zu einer tragenden Säule im Sportartikel-Markt gemacht. Dabei beschränkt sich der Markt nicht nur auf die rd. 40 Mio. aktiven deutschen Wanderer, sondern steht auch bei den körperlich weniger aktiven Kunden für ein „positives Image“ und einen „toleranten Lebensstil“.

Der Outdoor-Trend lässt sich auch an der Nachfrage nach Handelsimmobilien aus diesem Segment ablesen. Zwar werden viele Produkte über den traditionellen – bereits vorhandenen – Sporthandel und die Fachabteilungen der Warenhäuser verkauft und branchenfremde Fachhändler wie der Schuhhandel haben ihre Sortimente entsprechend ergänzt. Dennoch zeigt sich, dass die wachsende Outdoor-Branche über zusätzliche Ladenflächen selektiv in die attraktiven Handelsstandorte drängt.

In den Innenstädten und Einkaufszentren sind vor allem Verkaufsflächen zwischen 200 und 500 qm auf einer Ebene gefragt. Hier treiben Monolabel-Stores der Marken Jack Wolfskin, The Northface, Mammut oder adidas die Nachfrage an. Teilweise führt ein Betreiber mehrere räumlich getrennte Läden, die jeweils nur eine Marke anbieten. Aber auch die großen Sporthäuser in Deutschland benötigen größere Flächen. So investiert etwa Sport Scheck in Dresden oder München in die Erweiterung seiner Verkaufsflächen.

Sowohl in den Innenstädten, als auch in den Einkaufszentren haben sich ganze Outdoor-Cluster gebildet, die dem Kunden eine breite Auswahl bieten. In der Sendlinger Straße in München finden sich etwa rund um Sport Scheck in engster Nachbarschaft Läden der Anbieter The North Face, Timberland und Columbia, die durch entsprechende Outdoor-Sortimente in den Geschäften von Geox und Quicksilver ergänzt werden. Das Einkaufszentrum MyZeil in Frankfurt bietet die Auswahl zwischen Bench, Chiemsee, Columbia, Odlo, Peak Performance, The North Face ergänzt um Run² und Quicksilver.

Spektakulärer als diese zunehmende Häufung von Outdoor-Läden sind die großflächigen Filialen von Globetrotter (Foto: Globetrotter Köln), die mittlerweile in 7 deutschen Innenstädten zu finden sind und das Thema Outdoor in all seinen Facetten auf bis zu 6 500 qm präsentieren.

In den Fachmarktlagen sind andere Konzepte expansiv. Zum einen sind die Profi-Märkte von Marktführer Intersport präsent, zum anderen die Konzepte des Wettbewerbers Decathlon aus Frankreich. Auf Grund der baurechtlichen Restriktionen in Deutschland liegt der Fokus hier aber weiterhin auf Verkaufsflächen von unter 800 qm. Die Dynamik im Outdoor-Markt manifestiert sich daher vor allem in den Innenstädten.

Ausblick: Für die Innenstädte und die Einkaufszentren bietet die starke Nachfrage und die Ausdifferenzierung der Angebote eine größere Auswahl aus verschiedenen Mietern. Insbesondere die Innenstädte können attraktive Cluster-Lagen bilden, wenn es gelingt, mehrere Anbieter in räumlicher Nähe zueinander anzusiedeln und damit auch 1 B-Lagen attraktiver zu gestalten.

Die ungleich größere Chance bietet sich für einige der im Zuge der Warenhauskrise oder aus anderen Gründen obsolet gewordene Handelsimmobilien. Hier ist die Nachnutzung durch Sport- und Outdoor-Spezialisten eine Option, wie Beispiele von Globetrotter und Sport Scheck eindrucksvoll belegen. (vgl. zu diesem Artikel auch die Studie „Markt: Monitor Outdoor 2011“).

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