Berlin: Die Hochhäuser kommen – 19 neue Gebäude bis 2018, sagt Pandion

3.Juni 2016   
Kategorie: Der Immobilienbrief

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Mit 118 Meter Höhe und 33 Stockwerken zählt das Hochhaus Upper West (Architekt Prof. Christoph Langhof) am Breitscheidplatz vis à vis dem Luxushotel Waldorf Astoria / Zoofenster (Architekt Prof. Christoph Mäckler) ebenfalls 118 Meter zu den bis jetzt vier höchsten Gebäuden Berlins, beide sozusagen als Entree in die City West gedacht. Gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, feierten Strabag Real Estate GmbH und RFR Holding GmbH am 19. Mai das Richtfest. Größter Mieter wird die Motel One Group sein.

„Die City West wie auch die City Ost stehen für die große Attraktivität und internationale Bedeutung der Metropole Berlin. Nachdem wir lange viel in den Osten der Stadt investiert haben, auch um die Folgen der Teilung zu überwinden, haben wir in den letzten Jahren im Westberliner Zentrum eine Entwicklung gefördert, die sich zum Beispiel im Zoofenster, im entstehenden Upper West, aber auch in vielen anderen Bereichen ausdrückt: Die City West entwickelt sich wieder prächtig, gewinnt alte Attraktivität durch neue Projekte zurück. Das Upper West wird nicht zuletzt durch seine Höhe und seine herausragende Architektur ein weiterer markanter Baustein der Skyline des westlichen Zentrums werden“, sagt der Regierende Bürgermeister.

Der aus zwei Gebäuden bestehende Komplex umfasst rund 53.000 qm Gesamtfläche. Das erste Haus am Kurfürstendamm bietet vom ersten Obergeschoss bis zum ersten Untergeschoss rund 5.500 qm Einzelhandelsfläche. In den ersten 18 Etagen des 118 Meter hohen Turms entsteht mit 582 Zimmern eines der größten Hotels der Motel One Group. Im 19. bis zum 32. Stock sowie in den sechs oberen Stockwerken des Nebenhauses werden Büroflächen von insgesamt 25 500 qm realisiert. In 110 Meter Höhe, im 33. Stockwerk, wird eine Skybar einziehen. Bereits mehr als 65% der Flächen im Hochhaus sind vermietet. Neben Motel One haben Contora Office Solutions und die Wirtschaftskanzlei Görg Mietverträge unterzeichnet. Mit weiteren Mietinteressenten befindet sich die SRE derzeit in fortgeschrittenen Gesprächen beziehungsweise steht kurz vor Vertragsabschluss. Im Frühjahr 2017, vier Jahre nach Beginn der Bauarbeiten, wird das Upper West dann fertiggestellt sein.

Hochhäuser am Alexanderplatz keine Illusion mehr

Damit nicht genug, nach einem stringenten Workshop-Verfahren über mehrere Wochen im Herbst 2015 bekennen sich nun auch der Senat bzw. die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und die Senatsbaudirektorin zu den Hochhäusern am Alexanderplatz. Architekt Prof. Hans Kollhoff hat seinen Masterplan von 1993 überarbeitet und plant nun statt bislang zehn sogar elf Hochhäuser. Unter der Maßgabe, sich mehr am Bestand zu orientieren, sollen die neuen Hochhäuser zum Teil hinter den Bestandsbauten entstehen. Das elfte Hochhaus ist an der Karl-Marx-Allee/Ecke Otto-Braun-Straße geplant, neben dem ehemaligen Haus der Statistik. Ebenfalls verschwinden sollen das ehemalige Haus der Elektroindustrie (heute im Besitz der TLG), das Hofbräu-Haus und ein Wohnblock an der Memhardstraße/Ecke Karl-Liebknecht-Straße (im Besitz der WBM). Von den elf Hochhäusern würden zwei Drittel in fünf Jahren realisiert sein, gab sich Kollhoff zum Auftakt der Workshops optimistisch. Seine neuen Vorschläge sind einigermaßen überraschend, hatte man doch damit gerechnet, dass die Zahl eher reduziert wird. Denn nach wie vor gibt es nur konkretere Pläne für zwei Hochhäuser. Zudem sind inzwischen mehrere einst zum Abriss vorgesehene Bauten mal ganz schnell unter Denkmalschutz gestellt worden.

Sitz der Berliner Zeitung zum Abriss frei?

Neue Nahrung erhalten die Abrisspläne auch durch den Auszug der Redaktion Berliner Zeitung aus ihrem Hochhaus mit 17 Stockwerken bis 2017.Was dann mit der Immobilie Karl-Liebknecht-Straße 29 geschieht, ist noch offen. Eigentümer des inzwischen denkmalgeschützten, aber sanierungsbedürftigen Hauses ist der Fonds Nr. 135 der Deutschen Immobilien Leasing (DIL). Ein DIL-Sprecher sagte Insidern zufolge lediglich, dass eine dritte Partei bis Jahresende ein Ankaufsrecht für das Gebäude habe. Jetzt, da die Verträge auslaufen, gibt es die Möglichkeit, jährlich einen ansehnlichen Millionenbetrag zu sparen. Seit Langem war klar, dass man diese Chance nicht ungenutzt verstreichen lassen würde. Und klar ist auch, dass dieser Standort ebenso einer im Kollhoffschen Masterplan ist.

Monarch in den Startlöchern, Hines ist nur ein Versprechen

Das Architekturbüro des amerikanischen Stararchitekten Frank O.Gehry will das erste Hochhaus am Alexanderplatz bauen. Vorgesehen ist ein Wohnhochhaus von maximal 150 Meter Höhe und 48 000 qm mit Wohnungen für den besonderen Designanspruch sowie eine anteilige Hotelnutzung. Aber es hapert.

Projektentwickler Hines plant den Tower neben (seinem) Einzelhandelsgebäude „Die Mitte“ auf dem Baufeld D4 mit ca. 48.000 qm für ca. 250 Mio. Euro. Baubeginn soll im Jahr 2016 sein. Doch der steht in den Sternen, weil Hines und die BVG sich nicht über den Betrieb der U-Bahn-Linie U5 im Falle einer Havarie einigen können, denn der U-Bahn-Tunnel verläuft unter der Karl-Marx-Allee in unmittelbarer Nähe zur Hochhauskante.

Dagegen will der russische Investor Monarch Group die Baugenehmigung noch im Juni 2016 beantragen. Sein 150 Meter hoher Turm (Architekten Ortner+Ortner) mit Luxuswohnungen soll links neben dem Eingang des Shoppingcenters Alexa stehen. Schon trägt der Turm den anspruchsvollen Namen: ABC – Alexander Berlins Capital Tower. Monarch hat zwar einen positiven Bauvorbescheid für einen Bürobau in der Tasche, nun könnte die Nutzungsänderung ihm einen Strich durch die Rechnung machen, denn Wohnen bedingt Kita, Schule, ausreichend Spielplatz, aber wo?

ZIA: Berlin ist reif für Hochhäuser

„Die meisten Menschen wollen im Zentrum wohnen und arbeiten, nicht in Randlagen. Auch umweltpolitisch kann eine Zersiedelung mit höherem Flächenverbrauch und hohen Infrastrukturkosten nicht gewollt sein. Das Motto der Stunde lautet deshalb in allen Boom-Städten: Nachverdichtung. Wir müssen die vorhandenen Flächen intensiver nutzen, ohne die Lebensqualität der Bürger und die Identität der Städte zu reduzieren. Wer nicht länger in die Breite bauen kann, muss in die Höhe bauen“, so ZIA-Präsident Dr. Andreas Mattner.

Auch in einer Studie im Auftrag des Projektentwicklers Pandion hat das Analysehaus Bulwiengesa die neuen Wohnhochhäuser mit Entstehungshorizont 2010 bis 2018 deutschlandweit untersucht. Das Fazit: Die mit Abstand meisten Wohntürme wachsen in Berlin in den Himmel: bis 2018 entstehen in der Hauptstadt in 19 Neubauprojekten 2.708 Hochhauswohnungen. Die Gebäudehöhen der Berliner Wohnhochhäuser liegen überwiegend bei maximal 50 Meter. Nur zwei Türme knacken die 100-Meter-Marke: Der „ABC Tower“ am Alexanderplatz wird mit 150 Meter Höhe der zweithöchste Wohnturm Deutschlands. Die nächsthöheren neuen Wohnhochhäuser in der Hauptstadt entstehen im Projekt „Wohnen an der Spree“ mit zwei 110 und 100 Meter hohen Hochhäusern. Auch über das Jahr 2018 hinaus sind weitere Wohnhochhäuser in Berlin angekündigt. So soll am Alexanderplatz ein weiterer 150-Meter-Turm errichtet werden sowie ein 135-Meter-Turm auf dem Anschutz-Gelände.

Pandion Vorstand Reinhold Knodel sagt: „Die Grundstücksverknappung in den deutschen A-Städten und teilweise auch B-Städten befördert den Trend zum Wohnhochhaus. Jetzt muss an zentralen Standorten in die Höhe gebaut werden – so auch in Berlin. Das moderne Wohnhochhaus befindet sich in der Regel in guten Innenstadtlagen und zeichnet sich durch Eigentums- und Mietwohnungen im gehobenen Segment aus: Concierge-Services, edel gestaltete Foyers sowie Designerbäder und Wellnessbereiche gehören hier schon fast zum Standard. Wenn solche Wohnungen nun verstärkt in Berlin entstehen, ist das ein Zeichen für die positive Entwicklung der Stadt.“

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Ein Kommentar zu “Berlin: Die Hochhäuser kommen – 19 neue Gebäude bis 2018, sagt Pandion”
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Meinungen zum Beitrag ...
  1. […] Hochhäuser am Alexanderplatz sind auch geplant, obwohl die Zahl von ursprünglich elf im Masterplan von 1993 nun auf neun reduziert wurde, und eventuell weiter sinken könnte. Das „Klein-Manhattan“ in Mitte wird eben klein, und mit Wolkenkratzern, deren Höhe sich auf 150 Meter beschränkt, wie damals schon Donald Trump vorgeschrieben wurde. […]



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