3 Fragen an … Birgit von Have, Geschäftsführerin der vonhaveprojekt gmbh

Diesen und viele andere Beiträge lesen Sie in „Der Immobilienbrief Hamburg und der Norden“, der am kommenden Mittwoch, 21.10.2015 erscheinen wird.

 Birgit von Have, Geschäftsführerin der vonhaveprojekt gmbh, einem  Spezialisten für strategisches Flächen- und Umzugsmanagement, Innenarchitektur und Bürokonzepte. Zum Kundenkreis gehören unter anderem Deka Immobilien, Morgan Stanley, Haspa, Nordex, DWI Gruppe. Für BP entwickelten die Hamburger ein neues Arbeitsplatzkonzept, das in diesem Jahr mit dem German Design Award ausgezeichnet wurde.

 Sie beraten Mieter und Vermieter gleichermaßen. Wie funktioniert das bei unterschiedlicher Interessenlage?

 Im Grunde geht es bei unserer Arbeit genau darum: Das Beste aus der Immobilie herauszuholen. Für Vermieter geht es um gute Mieten, volle Belegung, niedrige Kosten und Erhöhung des Verkaufswertes. Wir arbeiten deshalb von Anfang an Hand in Hand mit den Assetmanagern, von der Mieterakquise bis zur Fertigstellung der Büroflächen. Die Mieter oder auch die eigene Abteilung sind neben dem Tagesgeschäft mit einem großen Projekt überfordert, weil die Ressourcen oder das Knowhow fehlen. Sie werden deshalb von unserem Projektmanagement von den ersten strategischen Überlegungen bis zum Umzug intensiv begleitet.

 Wie individuell dürfen Büros heutzutage gestaltet sein?

 Vermieter wollen sich bei der Büro-Gestaltung nicht früh festlegen und sich damit einen großen potentiellen Mieterkreis erhalten. Meiner Erfahrung nach könnte man schneller und effektiver sein, wenn man gezielt Mieterielgruppen anspricht und die Bürogestaltung auf sie abstimmt. Unsere Musterbüros werden fast immer komplett vermietet – eben weil sie individuell gestaltet sind. Dazu gehören auch Highlights, an die sich der Mietinteressent nach der Besichtigung gerne erinnert. Das kann ein Strandkorb oder ein Klavier beim Meeting-Point sein oder Vogelkäfige im Empfangsbereich, aus denen es zwitschert, wenn man sich ihnen nähert. Noch immer dominiert die Angst, dass der Ausbruch aus dem Standard mehr kostet. Dabei ist eine 0815-Gestaltung letztlich teurer, wenn sie so beliebig ist, dass sich niemand wirklich angesprochen fühlt.

 Setzt der Sparzwang der Unternehmen nicht automatisch Grenzen bei der Bürogestaltung?

 Im Gegenteil. Es fordert die Kreativität. Als BP Europa SE ins Sumatrakontor in der Hafencity zog, gab es klare Vorgaben: Die Reduzierung der Mietfläche pro Arbeitsplatz war eine der Zielvorgaben. Das war gewöhnungsbedürftig. Wir haben dafür ein flexibles Mehr-Zonen-Raumkonzept ohne Stellwände, aber mit optimaler Akustik entwickelt; die Leuchten in Stauraumelemente integriert, so dass keine Stolperfallen entstehen und dennoch vier Arbeitsplätze mit nur einer Leuchte versorgt werden können. Mit Rückzugs- und Regenarationszonen haben wir die Symbiose aus optimaler Flächeneffizienz und Wohlfühl-Arbeitsplatz hinbekommen – wie ihn sich die Belegschaft, die an den Planungen beteiligt war, vorgestellt hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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