Bewertung stabil trotz Fire Sales

Während in Deutschland die Zahl der Immobiliennotverkäufe im Gewerbeimmobilienmarkt stabil bleibt, ist weltweit ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Dies ergab eine aktuelle Umfrage der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS). Am stärksten nahmen Notverkäufe in Südafrika, den USA, Portugal und Frankreich zu. Den stärksten Anstieg erwarten die RICS in Russland, USA, Spanien und Irland. In Deutschland, Italien und der Schweiz gab es dagegen wenig Veränderung. Deutschland gehört jedoch zu den begehrtesten Zielländern von Fonds, die sich auf Krisengelegenheiten spezialisieren. Auch Italien, Großbritannien, die USA und Spanien sind beliebt bei Opportunisten.

     Trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise bleibt aber die Präzision bei Immobilienbewertungen lt. RICS-Recherche hoch. Beim Realitätscheck schneiden die Niederlande am besten ab. Hier lagen 62,4% der Bewertungen innerhalb einer 10%-Schwankungsbreite. 85,3% liegen in einer 20%-Range. In Deutschland lagen 60% im 10%-Rahmen. Großbritannien erreichte einen Wert von 59,5%. Frankreich erzielte Werte von 49,3%. Holland, Frankreich und Deutschland haben sich in der Bewertungstreffsicherheit deutlich verbessert.

     Platowfazit: Nimmt man jedoch einmal die Kehrwerte der Genauigkeitsmeldungen, so ist Verunsicherung nicht auszuschließen. Die RICS untersuchen traditionell die eher homogenen Kapitalanlageimmobilien. Wenn da schon bei meist beidseitiger ehrlicher Bewertung bis zur Hälfte daneben liegt, lässt sich leicht vorstellen, welche Traumbewertungen nach wie vor für schwierige Immobilien in beiden Richtungen zu „beauftragen“ sind. Eine Genauigkeitsabweichung von 10% bei Offenen Immobilienfonds, die wir übrigens jederzeit als normal ansehen würden, dürfte zum Aufstand führen. Erinnern Sie sich an das Desaster der 3%igen Bewertungsänderung vor einigen Jahren bei der Deutschen Bank. Wir haben 2005 für einen Vortrag einmal den „DIFA Gap“ ermittelt. Während der Bulwien-Index für Gewerbeimmobilien in der Dekade 1994/2004 von 100 auf 78 sank, konnten die DIFA Immobilien (heute Union) je nach Fonds auf über 150 zulegen. Das verunsichert auch nach Bereinigung um Ausschüttungen.

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