Büroimmobilienuhr im ersten Quartal 2010

Die „Erholungswelle“ greift um sich. Die Volkswirtschaften haben die Intensivstation verlassen und sind derzeit nur noch in stationärer Behandlung. Die positivien Signale nehmen zu. Das zumindest meinst Jones Lang LaSalle in seiner aktuellen Prognose „Europäische Büroimmobilienuhr Q1/2010“. Das „Vorkrisen-niveau“ ist zwar noch lange nicht in Sicht, jedoch stabilisieren sich die meisten Büromieten langsam. Im Drei-Monatsvergleich schlägt für den europäischen Mietpreisindex sogar ein leichtes Plus von 1,2% zu Buche. Jedoch müssen wir gleich wieder auf die Euphoriebremse treten, da der Index von einer aussergewöhnlichen Entwicklung am Brüsseler Büromarkt profitiert. Dort stiegen die Mieten um 17%. Zum anderen sind die Mieten in Moskau bereits wieder um 14,3% gestiegen. Nachgegeben haben die Mieten in Dubai (-7,6%), Madrid (-2,5%), Budapest (-2,4%) und Barcelona (-1,2%). Die deutschen Immobilienhochburgen Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München bleiben zusammen mit 11 weiteren Märkten über das Quartal stabil.

Quelle: JLL

Quelle: JLL Büroimmobilienuhr Q1 2010

Auf der Büroimmobilienuhr verlagert sich der Schwerpunkt langsam richtung 6 Uhr. Einzig Hamburg und Luxemburg befinden sich noch im ersten Viertel der Uhr. Die „City of London“ befindet sich sogar wieder im Bereich des beschleunigten Mietpreiswachstums. Ob diese Entwicklung allerdings nachhaltig sein wird, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Die deutschen Städte Berlin, München, Düsseldorf und Stuttgart liegen alle im Bereich des verlangsamten Mietpreisrückgangs. Die Nachfrage auf den Vermietungsmärkten ist, lt. JLL wieder angekurbelt worden, wenn auch verhalten. Auslaufende Mietverträge laufen derzeit eher auf Konsolidierung als auf Expansion hinaus. Das Angebot ist hingegen gesunken. Projektentwickler finden nur schwer finanzierende Banken und Abnehmer für ihre teilweise risikoreichen Produkte. Das lässt die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage zwar schließen, sorgt aber auch dafür, dass in einigen Segmenten wieder bereits Engpässe entstehen. So fehlen heute bereits wieder Flächen in bestimmten Produktarten in London. Bedenken Sie jedoch, dass London DER Topstandort bei Büroimmobilien ist und die Vergleichbarkeit mit Frankfurt oder Berlin sicher begrenzt ist. Standortanalysen werden bei Dienstleistungssuchkriterien stets London ausgeben. Ob sich mit Londoner Immobilien aber immer das meiste Geld machen lässt ist sicherlich fraglich.

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