Büromarktzahlen – Von Krise (noch) keine Spur

Die Medienlandschaft überhäuft uns gerade mit Krisenszenarien. Bankenkrise. Staatsschuldenkrise. Die Büromarktzahlen für das dritte Quartal sprechen hingegen (noch) eine andere Sprache.

              Insgesamt wurden mit 2,027 Mio. qm (BNPPRE) im dritten Quartal 13,3% mehr Büroflächen umgesetzt als im letzten Jahr. Bei DIP-Partner liegt der Zuwachs sogar bei 20%. Alle drei untersuchten Makler verzeichnen Umsätze jenseits von 2 Mio. qm. Jones Lang LaSalle sieht die Märkte unbeeindruckt vom „großen Palaver“. „Auch wenn es erste Anzeichen gibt, dass sich Nutzer auf die sich verändernden Vorzeichen der wirtschaftlichen Entwicklungen durch Zurückstellen von Flächengesuchen einzustellen beginnen, belegen die Vermietungszahlen die im Herbst insgesamt immer noch gute Nachfragesituation auf den deutschen Büromärkten“, kommentiert Helge Scheunemann, Chefresearcher bei JLL die derzeitige Marktsituation. Ende 2011 soll die Gesamtvermietungsleistung jenseits der 3 Mio. qm Marke liegen. Das wären dann deutlich mehr als im letzten Jahr.

Die Umsätze haben in fast allen deutschen Immobilienhochburgen im dritten Quartal kräftig zugelegt. Einzig Düsseldorf, das noch mit dem Mega-Deal von Vodafone aus 2010 zu kämpfen hat und Frankfurt hinken den Trend hinterher. Der Rückgang am Frankfurter Markt könnte bereits mit den Ausläufern der Turbulenzen an den Finanzmärkten zu tun haben. Das zumindest will Scheunemann nicht ausschließen.

Den größten Umsatzsprung innerhalb der Top 5 (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg und München) zeigt München mit einem Plus zwischen 34% und 48% auf 604.000 qm (BNPPRE) bzw. 619.000 qm (JLL). Die bayrische Metropole bleibt damit Spitzenreiter gefolgt von Berlin (JLL und DIP-Partner).

Zu dem Vermietungsergebnis trugen insgesamt nur 7 Umsätze über 10.000 qm zur Vermietungsleistung bei. Die größte war dabei die Anmietung der Stadt Hamburg über 45.000 qm durch verschiedene Behörden. Die Nettoabsorption liegt allein im dritten Quartal bei 380.000 qm. Für JLL ein Zeichen, dass der Expansionsdrang der Unternehmen anhält. Das drückt die Leerstandszahlen. Diese sinken (je nach Makler) in allen Metropolen. Spitzenreiter bleibt Frankfurt, gefolgt von Düsseldorf. Die niedrigste Leerstandsquote gibt es in Hamburg (zwischen 7,5% und 8,8%).

Durch die Zunahme der Neubauflächen, die für das Gesamtjahr bei 870.000 qm liegen sollen und nicht komplett absorbiert werden, rechnet JLL mit einer Zunahme der Leerstandsquoten zum Jahresende hin. 280.000 qm der noch ausstehenden Projekte sind zwar bereits vermietet, jedoch warten auch 120.000 qm noch auf einen Mieter.

Die Spitzenmietpreistabelle ersparen wir Ihnen. Da hat sich nämlich außer in Hamburg nichts getan. In der Hansestadt stieg die Spitzenmiete leicht um 50 Cent auf 23,50 Euro pro qm und Monat. Für Frankfurt erwarten die Researcher hingegen keinen Mietpreisanstieg, obwohl dieser schon lange fällig sei. Die Nachfrage sei derzeit zu undynamisch, um den Mietpreis zu beflügeln.

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