Colonia Real Estate – Kräftige Verwässerung

Zuversicht und vorsichtiger Optimismus finden sich in der Pressemitteilung der Colonia Real Estate zum 1. Quartal. Doch hier wird einmal mehr die Lage beschönigt. Die Gesellschaft weist zwar einen Gewinn aus von 7,7 Mio. Euro, dieser kam allerdings nur deswegen zu Stande, weil ein Darlehensverzicht über 8,7 Mio. Euro erzielt wurde. Der Finanzmittelbestand gab weiter nach. Gegenüber dem Jahresultimo waren gut 5 Mio. Euro weniger in der Kasse, im Vergleich zur Vorjahresperiode sind es mehr als 2colonia-real-estate-kurs0 Mio. Euro. Diesem Trend sollte im April mit einer Kapitalerhöhung entgegengetreten werden. Doch was dabei herauskam, war mit viel Wohlwollen gesagt ernüchternd. Dennoch macht der 6-Monatschart eine beeindruckende Entwicklung deutlich. Im 3-Jahresvergleich sieht es aber noch ein wenig anders aus.

Lediglich 1,3 Mio. Aktien konnten an den Mann gebracht werden, bei einem Ausgabepreis von 2,77 Euro betrug der Bruttoemissionserlös 3,6 Mio. Euro. Bei einer Bilanzsumme von rd. 925 Mio. Euro und Schulden von annähernd 700 Mio. Euro ist dies der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Die Kommentierung der Colonia Real Estate zu dieser homöopathischen Dosis zeugt von Realitätsferne. Die Verantwortlichen sprechen von einer erfolgreich durchgeführten Kapitalerhöhung und dass der Erlös zur Optimierung bestehender Finanzierungen verwendet wird und die Eigenkapitalbasis stärkt.

Da kann man dem Vorstand nur kopfschüttelnd attestieren: Chapeau-toll gemacht! Vor allem vor dem Hintergrund, dass der net asset value pro Aktie bei fast 12 Euro liegen soll und somit die neuen Investoren mit einem Abschlag von mehr als 75% zum Zuge kamen, sollte den Altaktionären zu denken geben. Je höher das Disagio desto höher die Not(wendigkeit). Mit der angeführten Kapitalmaßnahme wurden die Anteilseigner verwässert und der nächste Schritt steht unmittelbar bevor.

Aus einem Optionsprogramm vom November 2004 können noch bis zum 1.Juni bis zu 4,5 Mio. Aktien zu 3 EUR erworben werden. Da der aktuelle Börsenkurs deutlich darüber liegt, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sich die Zahl der ausstehenden Aktien weiter erhöht. Aus gut 22,8 Mio. Aktien zum 31.3. könnten somit bis zu 28,6 Mio. Aktien werden. Der net asset value pro Aktie würde sich parallel auf knapp unter 10 Euro verringern.

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