Das Interview – BBU Vorstand Ludwig Burkardt

Der Verband Berlin-Brandenburgischer Wohnungsunternehmen e.V. (BBU) vereint 365 Wohnungsbaugesellschaften und -genossenschaften der Länder Berlin und Brandenburg. Die Mitgliedsunternehmen bewirtschaften gut 1,1 Millionen Wohnungen. Das sind über 40 Prozent aller Mietwohnungen in Berlin und fast 50 Prozent der Mietwohnungen im Land Brandenburg. Der BBU vertritt die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen gegenüber Politik, Behörden und Öffentlichkeit. Außerdem ist er Informationspool der Wohnungswirtschaft, stellt seinen Mitgliedsunternehmen aktuelles Expertenwissen zur Verfügung und versorgt sie zuverlässig mit allen relevanten Informationen aus Wirtschaft und Politik. Darüber hinaus tätigt er die Abschlussprüfungen für alle Wohnungsgenossenschaften und die meisten ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen.

Der BBU wurde 1897 gegründet. Er ist heute der älteste wohnungswirtschaftliche Regionalverband Deutschlands. Seit 1989 ist Ludwig Burkardt Mitglied des BBU-Vorstands, und hier für den Bereich Interessensvertretung verantwortlich. Seine Amtszeit wurde maßgeblich durch die Bewältigung der Folgen der Wiedervereinigung geprägt. Der Immobilienbrief Berlin sprach mit Ludwig Burkardt, der am 31.Juli 2009 in den Ruhestand gehen wird.

„Der Immobilienbrief Berlin“: Wie ist Ihre Beziehung zu Berlin?

Berlin hat mich, lange bevor ich hierher kam, wegen seiner politischen Bedeutung und der geopolitischen Lage im Zentrum zwischen Ost und West interessiert. Seinen prägenden Höhepunkt hat dies in dem Moment erfahren, als ich am 10. November 1989 auf der Mauer am Brandenburger Tor stand. Berlin ist heute die spannendste Stadt Europas, die man nicht einfach für eine andere, vielleicht attraktivere Aufgabe verlässt.

Ludwig Burkardt

Ludwig Burkardt

„Der Immobilienbrief Berlin“: Worin sehen Sie den größten Beitrag Ihres Verbandes für das wirtschaftliche Vorwärtskommen Berlins?

Wir haben unseren Beitrag zur Wiederherstellung der deutschen Einheit durch die Mitwirkung bei der Transformation der Staatswirtschaft in eine soziale Marktwirtschaft und bei der Sicherung der Existenz der Wohnungsgenossenschaften geleistet. Wir haben mitgeholfen, die Grundstücksfragen zu klären und die einstige DDR Wohnungswirtschaft zumindest in Teilen von den Altschulden zu entlasten. Unsere Mitgliedsunternehmen haben seit 1992 in Berlin und Brandenburg insgesamt rd. 38 Milliarden Euro investiert.

„Der Immobilienbrief Berlin“: Wie haben Sie in die Immobilienbranche gefunden?

Ich war 10 Jahre Beigeordneter und Stadtdirektor und wollte einfach etwas anderes, Neues machen. Die Wohnungswirtschaft liegt in der gesellschaftlichen Bedeutung nahe bei der Kommunalpolitik. Gute Wohnungswirtschaft sichert sozialen Frieden.

„Der Immobilienbrief Berlin“: Wie schätzen Sie die Perspektiven des Berliner Immobilienmarktes im Allgemeinen und speziell in Ihrem Tätigkeitsbereich ein?

Der Berliner Immobilienmarkt bietet gute Wachstumschancen. Bei stagnierenden Einwohnerzahlen steigt die Zahl der Haushalte. Auch die Attraktivität Berlins aus der Hauptstadtfunktion wird wachsen und damit Nachfrage nach Immobilien produzieren. Eines nicht all zu fernen Tages wird die gesamte Bundesregierung in Berlin sein Das wird Berlin einen zusätzlichen Schub geben.

„Der Immobilienbrief Berlin“: Wo sehen Sie Ihren Verband in zehn Jahren?

Der BBU wird ein erfolgreicher und moderner Interessenwalter und mehr noch Dienstleister seiner Mitgliedsunternehmen sein, aber auch ein anerkannter und überzeugender Politikberater. Mitglieder werden nicht nur die Unternehmen der klassischen Wohnungswirtschaft, sondern verwandter Branchen und nahestehender Dienstleister sein.

Der Immobilienbrief Berlin“: Was wird Sie nach Ihrem Ausscheiden sonst noch umtreiben?

Ich bin Mitglied der Gemeindevertretung in Kleinmachnow, des Kreistages in Potsdam-Mittelmark, dort stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Kreisausschusses. Außerdem kandidiere ich für den Landtag Brandenburg und werde ihm, wenn die Wähler wollen und der Himmel nicht einstürzt, ab dem 27. September angehören. Für Beschäftigung und Spannung ist auch weiterhin gesorgt.

„Der Immobilienbrief Berlin“: Welche Ratschläge geben Sie Ihrer Nachfolgerin mit auf den Weg?

Keine! Das schickt sich nicht. Ich habe meine Chance bekommen und sie, wie ich denke, genutzt. Jetzt ist Frau Maren Kern als meine Nachfolgerin an der Reihe.

„Der Immobilienbrief Berlin“: Was ist Ihr größter Traum?

Keinen Krieg, keine Not und kein Leid für alle!

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