Das war 2017 – Jahresendstatments der Branche

Unsere Statementsgeber 2017

Unsere Statementsgeber 2017 (Marco Ambrosius, Michael Keune, Günter Vornholz, Dr. Henrik Medla, Marcus Kraft, Tim Sauer, Thomas F. Roth, Simon Brunke, Dr. Thomas Beyerle, André Kazmierski, v.l.o.n.r.u)

Marco Ambrosius, Geschäftsführer der HTB Gruppe:

„2017 war ein sehr erfolgreiches Jahr für die HTB. Für die HTB war das nun bald vergangene Jahr ein wegweisendes Jahr. Wir haben mit der „HTB Erste Immobilien Investment AG“ das erste Produkt dieser Art konzipiert und die Neuausrichtung unseres Unternehmens personell abgeschlossen. Dabei ist in zahlreichen Gesprächen mit mit unseren Kunden und den Aufsichtsbehörden das Produkt soweit abgestimmt worden, dass wir voraussichtlich Anfang 2018 in den Vertrieb gehen können. Damit erhält die deutsche Immobilien-Kapitalanlagebranche endlich ein neues Produkt, das nicht nur den klassischen Anleger des geschlossenen AIF bedient, sondern auch eine völlig neue Anlegergruppe erschließen kann, die sich bisher eher den klassischen Wertpapieren zugewendet hat. Zudem erschließen wir so auch die kleineren institutionellen Anleger, die von den Vorteilen der Investment AG als interessante Portfoliodiversifikation im Immobilienbereich profitieren kann kann.

Auch im Ankauf von Zweitmarktanteilen konnten wir erneut gute Ergebnisse für unsere Anleger im Zweitmarkt mit unserem bereits siebten Fonds der erfolgreichen Immobilien-Portfoliofondsreihe, dem HTB 8, erzielen.

Der Immobilienmarkt 2018 wird auch weiterhin von den positiven Rahmenbedingungen profitieren. Dabei werden vor allem Regionen abseits der Top-7 vermehrt in den Fokus geraten. Als Bremer Investor können wir von dieser Entwicklung nur gewinnen, da wir gerade im Direktinvestment noch zahlreiche Opportunitäten sehen, die wir 2018 nutzen möchten. Das Direktinvestment wird daher, neben der Investment AG, ganz oben auf unserer Agenda stehen.

 

 

Marcus Kraft, Geschäftsführer BVT Holding

Bereits jetzt können wir sagen, dass BVT 2017 mehr als doppelt soviel Anlegergelder wie noch 2016 einsammeln konnten. Der Großteil davon floß in unseren US-Projektentwicklungsfonds BVT Residential USA 10. Hier spüren wir verstärkte Nachfrage, da der US-Immobilienmarkt gerade im Apartment-Segment ausgezeichnete Investitionsperspektiven bietet. Für 2018 bereiten wir derzeit neue Beteiligungsmöglichkeiten vor, die neben den professionellen Anlegern auch wieder Privatanlegern offenstehen sollen.

Daneben lag mir 2017 besonders unser neuer Ertragswertfonds am Herzen. Neben einer guten Immobilienstory, mit Objekten in ertragsstarken B-Städten und langfristigen Mietverträgen, haben wir besonders auf eine konservative Konstruktion des Fonds mit hoher Tilgung gesetzt. Mit seiner im Marktvergleich außergewöhnlichen Ertragsprognose macht ihn das für Privatanleger besonders attraktiv.

Darüber hinaus setzen wir 2018 weiterhin auf bewährte BVT-Themen wie unsere Multi-Asset-Fonds, aber auch im Bereich erneuerbare Energie ist mit BVT zu rechnen.

 

Michael Keune, Managing Director, Catella Residential Investment Management GmbH:

Erfolg war in diesem Marktumfeld für dieses Jahr wieder einmal für viele Marktteilnehmer fast eine natürliche Gegebenheit, was sicher solide Arbeit voraussetzt aber kein Alleinstellungsmerkmal und schon gar keine Garantie für die Zukunft ist. Wir haben uns deshalb in diesem Jahr darauf konzentriert in unserem Segment Wohnen neue Fondsprodukte für moderne Wohnformen (kleinteiliges Wohnen für alle Nutzergruppen) unseren Investoren anzubieten und den Aufbau unsere Portfolien in den anderen europäischen Märken wie Niederlande, Dänemark und Spanien etc. weiter auszubauen. Diversifizierung bedeutet nach unserer Ansicht nicht ausweichen aus den Ballungsräumen, sondern sich beim Wohnprodukt in der Innenstadt neu zu orientieren und für unsere Anleger neue Ballungsräume über Europa zu erschließen. Es ist die Basis für ein hoffentlich weiteres erfolgreiches und glückliches Jahr.

 

Günter Vornholz, Prof. für Immobilienökonomie an der Immobilienhochschule „EBZ Business School“ in Bochum

Immerwährender Aufschwung?!

Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise des letzten Jahrzehnts haben die Immobilienmärkte einen noch nie dagewesenen Aufschwung erlebt. Seit 10 Jahren geht es immer nur nach oben. Gewerbe- und Wohnimmobilienmärkte vermelden einen Rekord nach dem anderen.

Die Aussichten für das kommende Jahr lassen hoffen, dass dieser positive Trend anhält. Das versprechen zu mindestens die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen und die innere Verfassung der Immobilienmärkte. Realwirtschaftlich (Investitionstätigkeit und Konsum) und finanzwirtschaftlich (Geldpolitik) werden nur positive Signale erwartet. Auch die erwarteten Krisen, sei es Trump oder Brexit, konnten im Jahr 2017 leicht gemeistert werden.

Bei aller Euphorie drängt sich aber die Frage in den Vordergrund: kann das immer so weitergehen? Eine alte volkswirtschaftliche Weisheit besagt, dass konjunkturelle Zyklen das Wirtschaftsgeschehen beherrschen. Es kann zwar niemand voraussagen, wann und weshalb der Abschwung eintritt, aber es ist sicher, dass er kommen wird. Hoffen wir, dass die Immobilienmarktteilnehmer sich entsprechen vorbereiten.

 

Tim Sauer, Vorstand DFV Deutsche Fondsvermögen

Wir sind seit 2017 wieder erfolgreich auf dem Hotelmarkt tätig. Bisher konnte ein Publikums AIF und ein Spezial AIF vollständig innerhalb kürzester Zeit platziert werden. Für 2018 haben wir uns intensiv mit ausländischen Märkten auseinandergesetzt.

 

Thomas F. Roth, Vorstand IMMAC

Im Jubiläumsjahr des 20-jährigen Bestehens der Unternehmensgruppe konnte nach Übernahme der DFV Deutsche Fondsvermögen GmbH erstmals seit Inkrafttreten des KAGB wieder nahezu an Investitionsvolumen wie vor der Regulierung angeknüpft werden. Mit einem Investitionsvolumen von rund 125 Mio. Euro und 63 Mio Euro platziertem Eigenkapital geht 2017 als zweiterfolgreichstes Jahr in die Unternehmensgeschichte ein. Zusätzlich konnten von der IMMAC Wohnbau erstellte Service-Wohnungen in Hamburg und Soltau ebenfalls im Teileigentum erfolgreich vermarktet werden.

 

Simon Brunke, CEO und Mitgründer der Exporo AG

Der Immobilienmarkt hat sich in diesem Jahr weiter sehr positiv entwickelt. Mieten und Kaufpreise steigen weiter. Davon profitiert die Immobilie auch als Kapitalanlage und Exporo daher umso mehr. Wir konnten 2017 sowohl beim platzierten Eigenkapital als auch bei lancierten Fundings deutlich zulegen und werden 2017 ca. 90 Mio EUR digital platziert haben. Und für das kommende Jahr stehen die immobilienwirtschaftlichen Daten weiter auf Wachstum. Dabei sehen wir in allen Assetklassen Bedarf an individuellen Finanzierungslösungen – auch für Mezzanine-Kapital. Davon werden wir und unsere Anleger weiterhin profitieren. 2018 wird für Exporo ein Meilenstein in der noch jungen Firmenhistorie. Wir werden unsere Produktpalette erweitern und auch prospektpflichtige Produkte oberhalb der bisherigen Grenze von 2,5 Mio. Euro anbieten. Damit erschließen wir nicht nur eine andere Größenordnung bei Projektentwicklungen, sondern auch die semi- und professionelle Anlegerklientel.

 

Dr. Henrik Medla, Geschäftsführer Sontowski & Partner GmbH

Sowohl wir als Sontowski & Partner Group als auch die gesamte deutsche Immobilienbranche schauen auch in diesem Jahr wieder auf ein ereignisreiches, forderndes und spannendes Jahr 2017 zurück. Noch vor einiger Zeit stiefmütterlich behandelte Nutzungsarten wie Hotelimmobilien und Mixed-Use Immobilien gewinnen zunehmend an Bedeutung. Wir haben hierauf mit der Neugründung der S&P Commercial Development GmbH reagiert, die sich auf Projektentwicklungen in den beiden zuvor genannten Nutzungsarten sowie Service Developments für Dritte fokussiert. Erste vielversprechende Projekte in den Segmenten konnten bereits angebunden werden und wir freuen uns darauf dieses neue Geschäftsfeld im nächsten Jahr weiter auszubauen.

 

Dr. Thomas Beyerle, Managing Director, Catella Property Valuation GmbH

Die Frage ob, es ein gutes Jahr wird, lässt sich nur durch einen Nachfrage beantworten: „wie genau definieren Sie gut?“ Offensichtlich zeigen alle Indikatoren von den Basiswachstumsraten, über die Einstellungspolitik der Unternehmen bis hin zu der Genehmigung von Immobilien aller Art deutlich nach oben. Fast noch besser: alles ist durch eine reale Nachfrage gedeckt. Auch dem aktuellen Verlängern der Transaktionsprozesse – trotz eines sehr guten Q4/2017 – muß man etwas Positives abgewinnen: hier analysieren die Käufer sehr detailliert die Immobilie – ein Q1 2018 wird mE. Ebenfalls sehr dynamisch. Auch akzeptiert der Käufer nicht jeden exotischen B-und  C-Standort, was nur gesund sein kann. Klar, es kommen weitere Portfolien auf den Markt, da ist dann schon einmal ein Objekt drin, welches als single transaction kaum ein Premium erhalten würde. Kritisch darf aber angeführt werden, dass nunmehr alle europäischen Volkswirtschaften in nahezu synchronen zyklischen Aufschwung sich befinden – das ist zwar nicht dramatisch, allerdings kann es den Schwarzen Schwan dazu verleiten, dann einen synchronen Abschwung zu verstärken – aber aktuell nicht sichtbar. Wird gut das 2018.

 

André Kazmierski, Projektleiter Wohnimmobilientransaktionen – WERTGRUND Immobilien AG

Ein Jahresrückblick für das Jahr 2017? Nicht wirklich einfach. Denn ich ertappe mich dabei, mit meinen Gedanken bereits schon mitten ins Jahr 2018 zu schweifen. Vorausschauend und schade zugleich, denn 2017 war ein tolles (Wohnimmobilien-)jahr. Ein Jahresrückblick lohnt sich daher.

Abnehmende Zuwanderung und sinkende Miet- und Kaufpreise?

 Als erstes kommt mir die Diskussion um die abnehmende Zuwanderung in die Großstädte wie Berlin, Hamburg, München oder Frankfurt in den Sinn. Tatsächlich gab es Studien die belegten, dass die Metropolstädte nur aufgrund der Außenzuwanderung wachsen. Diese spannende und kontroverse Diskussion verfolgte uns tatsächlich einige Monate und ist auch heute noch nicht ganz „vom Tisch“.

Letztlich zeigte sich aber, dass es (noch) zu keinen Kaufpreiseinbrüchen kam und auch die befürchtete Abnahme der Bautätigkeit (noch) nicht eintrat. Das Wachsen der Großstädte scheint ungebrochen. Dennoch gab es interessante Beobachtungen am Investmentmarkt.

Der Wohnimmobilieninvestmentmarkt 2017

 Das Angebot an Bestandsimmobilien ging im Laufe des Jahres zurück. Nahezu ersetzt wurde die Bestandsimmobilie durch die nicht weniger interessante Neubauimmobilie, die das zweite Halbjahr dominierte. Auch für 2018 wird die Neubauimmobilie vermutlich dominierend am Wohnimmobilieninvestmentmarkt sein.

Das Problem mit dem Wohnraummangel konnte 2017 nicht beseitigt werden. Wie auch? Nur ein kleiner Anteil der deutschen Bevölkerung hat die finanzielle Kraft eine Neubauwohnung zu 20 EUR/qm z.B. in Frankfurt zu zahlen. Das Spannungsfeld zwischen Schwarmstadt und dem ländlichen Raum wurde 2017 endlich intensiver als in den Jahren zuvor diskutiert und wird uns in den kommenden Jahren noch intensiver bewegen. Denn die Menschen, die sich die hohen Wohnungsmieten jenseits der 15 EUR/qm nicht leisten können, müssen auch „Wohnen“. Daher gehe ich davon aus, dass bezahlbarer oder preisgedämpfter Wohnungsneubau noch verstärkter in den Fokus rücken wird. Letztlich ist dies auch risikominimierend, da die größte aktive Nachfragegruppe am Mietwohnungsmarkt in genau dieses Segment fällt.

Bundestagswahl / Politik

 Der Höhepunkt des Jahres sollte die Bundestagswahl werden. Vorfreude ist ja bekanntermaßen die größte Freude und so wird sich die Regierungsbildung und die Aufhebung der politischen Starre wohl auf 2018 vertagen. Wenn ich diese Tage „Bätschi, das wird ganz schön teuer“ höre, habe ich das Gefühl, dass dieses „Bätschi“ weitere regulatorische Eingriffe in die Mietgesetzgebung und somit weitere negative Folgen für die Wohnimmobilienbranche und letztlich für die Mieter nach sich ziehen wird. Weitere Eingriffe in die Mietgesetzgebung werden für das Jahr 2018 fast schon zu erwarten sein.

Wie geht es weiter?

 Wenn nun die OECD vorrechnet, dass praktisch alle westlichen Wirtschafträume 2018 den Zustand der konjunkturellen Überhitzung erreicht haben, klingt das zunächst besorgniserregend. Denn es bedeutet für die Wohnimmobilienbranche, dass wir uns am Höhepunkt der Entwicklung (oder zumindest kurz davor) befinden. Erheblich steigende Mieten und steigende Kaufpreise sehe ich im kommenden Jahr nicht. Stattdessen eine solide Seitwärtsentwicklung und das sollten wir positiv bewerten.

Beim Lesen stelle ich fest, dass ich doch nicht konsequent war. Tatsächlich habe ich neben dem Rückblick, immer wieder einen kleinen Ausblick gewagt. Ich bin mindestens ebenso gespannte darauf wie Sie, was davon eintreten wird.

Ich freue mich auf das kommende Jahr 2018 und zuvor auf die nun bevorstehenden Weihnachtstage. Ihnen und Ihren Familien wünsche ich ein gesegnetes Weihnachten sowie ein schönes und erfolgreiches (Wohnimmobilien-)Jahr 2018.

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