Deutsche Städte beim Umweltschutz an der Spitze – Siemens veröffentlicht German Green City Index – Nur der CO2-Ausstoß ist bei allen zu hoch

Deutsche Großstädte sind beim Umwelt- und Klimaschutz überdurchschnittlich gut und liegen im Vergleich zu europäischen Metropolen sogar in der Spitzengruppe. Das zeigt der German Green City Index, eine Städtestudie, die die Siemens AG beim unabhängigen Forschungsinstitut Economist Intelligence Unit (EIU) in Auftrag gegeben hat. Untersucht wurden insgesamt acht Umweltkategorien.

Zehn von zwölf deutschen Städten – Berlin, Bremen, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig, Mannheim, München, Nürnberg und Stuttgart – erreichten dabei mit „überdurchschnittlich gut“ die zweithöchste von fünf Bewertungsstufen. Damit schneiden sie besser ab als der Großteil der 29 europäischen Metropolen, die bereits 2009 im European Green City Index untersucht wurden. Besonders stark sind die deutschen Städte bei Umweltstrategien, Wasser, Recycling und energieeffizienten Gebäuden. Allerdings gibt es auch Verbesserungsbedarf, zum Beispiel beim CO2-Ausstoß. Hier schneiden sie im europäischenVergleich am schlechtesten ab, vor allem wegend es hohen Anteils von Kohle an der Energieerzeugung.

Drei Viertel aller Deutschen leben bereits heute in Städten. Bis 2050 werden es voraussichtlich noch einmal zehn Prozent mehr sein. Dieses Wachstum bedeutet enorme Herausforderungen für städtische Infrastrukturen und den Umweltschutz. Auch in Deutschland wird der Kampf gegen den Klimawandel in den Städten entschieden, so das EIU.

Um Einblick in die Umweltstrategien, in Erfolge und Herausforderungen der untersuchten zwölf deutschen Großstädte zu bekommen, wurden acht Umweltbereiche quantitativ und qualitativ analysiert: CO2-Emissionen, Energie, Gebäude, Verkehr, Wasser, Abfall und Landnutzung, Luftqualität und Umweltmanagement. Die Methodik der Untersuchung wurde von der EIU in Zusammenarbeit mit unabhängigen Stadtexperten entwickelt.

Der Green City Index ist deshalb in seinem Ansatz weltweit einzigartig und bewertet derzeit mehr als 100 Städte. Nach Europa, Lateinamerika und Asien ist Deutschland die vierte Region, die im Auftrag von Siemens analysiert wurde.

Kernergebnisse der Studie

Im Vergleich mit Europa liegen die deutschen Städte eng beieinander und zeigen sehr ähnliche Leistungen. Dies lässt sich zum einen auf die Rolle des Gesetzgebers zurückführen: Steuerung und Umsetzung einer nachhaltigen Stadtentwicklungspolitik sind gut entwickelt. Zum anderen sind die Deutschen umweltbewusst, sagt die Projektleirin der Studie Emily Jackson.

  • Bei Gebäuden verbrauchen die deutschen Städte im Mittel 20 Prozent weniger Energie als ihre europäischen Nachbarn. Strenge Richtlinien für Energieeffizienz und die energetische Sanierung von Gebäuden haben hierzu beigetragen.
  • Bei der Energieeffizienz schneiden deutsche Städte etwas besser ab als die europäischen. Allerdings liegen die Vergleichsstädte beim Anteil erneuerbarer Energien deutlich vorn.
  • In der Kategorie Verkehr existiert in Deutschland zwar eine aktive und nachhaltige Verkehrspolitik, doch viele Deutsche wollen nicht auf ihr Auto verzichten. Trotz eines besser ausgebauten Radwegenetzes und eines dichteren öffentlichen Nahverkehrs als im Rest Europas nutzen knapp 50 Prozent aller Bürger noch immer das eigene Fahrzeug für den Weg zur Arbeit.
  • Beim Wasserverbrauch sind deutsche Städte führend – im positiven Sinn. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch ist mit 59 m3 in etwa halb so hoch wie in anderen europäischen Städten (107 m3). Sorgfältig kontrollierte Wassernetze und ein relativ hoher Wasserpreis fördern einen bewussten Umgang mit dieser wertvollen Ressource.
  • Spitzenwerte erzielen deutsche Städte beim Thema Recycling: Trotz eines höheren Abfallaufkommens wird in Deutschland fast dreimal soviel recycelt wie im Rest Europas.
  • Die Luftqualität wird in allen untersuchten deutschen Gebieten durch Qualitätsziele und Luftreinhaltepläne gefördert. Selbst Städte mit höherem Industrieanteil oder starkem Verkehr erzielen gute Ergebnisse.

Am schlechtesten der 29 untersuchten europäischen Metropolen schließen die osteuropäischen Hauptstädte sowie Tallinn, Dublin, Istanbul und Athen ab.

www.siemens.com/presse/germangreencityindex

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