Gewa Tower Pleite – wie sinnvoll ist ein Rating

Kommentar von Andre Eberhard

Gestern moderierte ich das Panel „Welchen Mehrwert bietet das Rating?“ auf dem Real Estate Finance Day 2016, der von der Frankfurt School und Targa Communications veranstaltet wurde. Dabei hat sich Euler Hermes auf dem Podium meinen, und den Fragen der anderen Panelteilnehmern gestellt. Rating ist aufgrund der aktuellen Situation beim Gewa Tower in Fellbach bei Stuttgart aktueller denn je. Der hohe Wohnturm, dessen Rohbau fertig ist, steht vor finanziellen Schwierigkeiten. Der Bauunternehmer braucht mehr Geld. Finanziert wurde das Objekt über eine Anleihe, die mit BBB Rating im guten Bereich für eine Anleihe liegt. Unsere damalige Kritik wollte niemand hören.

Rating hat vor allem das Problem, das unterschiedliche Ratingagenturen auch unterschiedliche Standards festlegen. Je nach Ratingagentur können unterschiedliche Ratingergebnisse am Ende eines Prüfprozesses rauskommen. Dabei haben Ratingagenturen vor allem die Schwierigkeit, zukünftige Ereignisse vorauszusehen und so Ausfallwahrscheinlichkeiten zu prognostizieren. Auch sind Auftraggeber und Ratingagentur natürlich nicht immer einer Meinung. Problematisch aber ist vor allem die fehlende Regulatorik, denn schließlich verlassen sich Anleger, Investoren und Presse auf die Ratings der Agenturen. Einheitliche Standards wären da sehr wünschenswert, um eine Vergleichbarkeit der Ratings zu ermöglichen.

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