Gewerbliche Wohninvestments verdoppeln auf 8,7 Mrd. Euro


Wohnen wird zum Krisenretter

Die Dekade der Wohnimmobilie ist da. Wir prognostizierten die Verschiebung zwischen Wohnen und Gewerbe schon 2001. Sowohl Preise als auch Investmentzahlen legen weiter zu. So lag der Investmentumsatz mit größeren Wohnungsbeständen Ende des dritten Quartals lt. BNPPRE bei 8,67 Mrd. Euro und damit doppelt so hoch als noch im Vorjahreszeitraum. Auch der Gesamtumsatz der letzten vier Jahre wurde deutlich überschritten. Auch im privaten Bereich zeigen lt. Engel & Völkers die Pfeile nach oben.

Im ersten Halbjahr dominierten die großen Deals z. B. der Verkauf von über 21.000 Wohnungen der LBBW für gut 1,4 Mrd. Euro, die Veräußerung der ca. 25 000 Einheiten der DKB Immobilien AG für etwa 960 Mio. Euro sowie der Erwerb von rund 23.500 Wohneinheiten der BauBeCon durch die Deutsche Wohnen AG für über 1,2 Mrd. Euro. Im Q3 wurden lediglich zwei Großdeals über 100 Mio. Euro registriert. Der Investmentumsatz mit größeren Wohnungsbeständen hat sich lt. BNP Paribas Real Estate (BNPPRE) in den ersten drei Quartalen 2012 mit rund 8,67 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt (+108%). Auch der jeweilige Gesamtumsatz der letzten vier Jahre wurde bereits deutlich überschritten. Insgesamt wurden 171 Transaktionen mit rund 150.000 Wohneinheiten in die vorliegende Analyse einbezogen. Nachdem die Kaufpreise in den letzten 12 bis 18 Monaten spürbar anzogen, sind sie im Q3 überwiegend stabil geblieben. Bei Bestandsportfolios werden üblicherweise Preise zwischen 700 und 850 Euro/qm erzielt. Ältere Bestandsobjekte (Block sales) liegen weiterhin zwischen 1.200 und 1.300 Euro. Bei Bestandsobjekten, die jünger als 10 Jahre sind, ist eine leichte Aufwärtstendenz auf rund 1 900 bis 2 100 Euro festzustellen. Projektentwicklungen an den großen deutschen Standorten werden in der Regel von 3 300 bis 3 500 Euro gehandelt. Der Durchschnittsdeal liegt bei 51 Mio. Euro.

Geografisch diversifizierte Portfolios machen mit 77% des Umsatzvolumens den größten Teil aus. Auf den zweiten Platz folgen ältere Bestandsobjekte (11%), gefolgt von Projektentwicklungen mit (9% bzw. 753 Mio. Euro. Moderne Bestandsbauten sowie Sonderwohnformen machen nur einen marginalen Teil des Umsatzvolumens aus. Insgesamt sieben Anlegergruppen zählt BNPPRE. Platz eins belegen die Immobilien AGs mit 30%, auf Platz zwei folgen Equity/Real Estate Funds mit 21% gefolgt von Pensionskassen (13%), Spezialfonds (9%), Versicherungen (7%), Immobilienunternehmen (6%) sowie geschlossene Fonds mit 5%. Deutsche Investoren machen den Löwenanteil aus. Sie kommen auf 72% des Transaktionsvolumens. Europäische Ausländer kommen auf gut 14% gefolgt von nordamerikanischen Investoren mit knapp 14%. BNPPRE geht von steigender internationaler Nachfrage aus. Für den Jahresverlauf rechnet BNPPRE mit weiter steigender Dynamik am Transaktionsmarkt. Die Schwelle von 10 Mrd. Euro wird in diesem Jahr mit größter Wahrscheinlichkeit überschritten werden, so BNPPRE.

Mangelnde Investmentalternativen, niedrige Zinsen uns eine nicht von der Hand zu weisende Inflationsangst der Bevölkerung lassen auch im privaten Bereich die Nachfrage nach Wohnimmobilien merklich steigen. Engel & Völkers befragte seine Wohnimmobilien-Shops nach deren derzeitiger Einschätzung des Wohnimmobilienmarktes. Über die Hälfte der Shops (50,4%) beklagen das mangelnde Angebot bei gleichzeitiger Steigerung der Nachfrage. 55,2% der Befragten bestätigten diese Entwicklung. Auch die Vermarktungsdauer habe sich verkürzt (48,3%). Verkäufer haben hingegen derzeit keine Probleme ihre Ziele umzusetzen, denn auch die Preise seien gestiegen. 52,2% beobachten steigende Preise. Von Krise keine Spur. Zumindest meint das der Großteil der Shop-Betreiber von Engel & Völkers. 51,8% beurteilen die Stimmung mit „gut“, 24,6% immerhin noch mit „befriedigend“ und „sehr gut“ sogar 14%. Knapp zwei Drittel sehen das laufende Quartal bis zum Jahresende auf dem gleichen Niveau wie bisher. 22,8% glauben sogar an noch bessere Zahlen. Zumindest von der Wohnimmobilien-Front kommen positive Signale. (AE)

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