Hamburg: Oxpark – neues Wohn-Quartier auf ehemaliger Krankenhausfläche


Hamburg bekommt nach dem Quartier 21 – Sanierung und Konversion eines ehemaligen Krankenhausareals im Stadtteil Barmbek – ein weiteres Vorzeigeprojekt in Sachen inbliuck auf Konversion. Auf der Fläche des ehemaligen Krankenhausgeländes Ochsenzoll in Langenhorn im Norden von Hamburg entsteht in den kommenden fünf bis sechs Jahren das Quartier OxPark.

Auf einer Fläche von rund 200.000 Quadratmetern werden insgesamt etwa 870 Wohneinheiten in Einfamilienhäusern, im Geschosswohnungsbau und in denkmalgeschützten Gebäuden errichtet. Neben 200 öffentlich geförderten Mietwohnungen sind weitere 420 Miet- und Eigentumswohnungen in neuen Gebäuden beziehungsweise in den ehemaligen Klinikgebäuden geplant. 250 Einzel-, Doppel- und Reihenhäuser wenden sich primär an junge Familien. Familienfreundlich, grün und ökologisch soll das Projekt sein – in jedem Quartier wird es einen Kinderspielplatz geben, eine Kita wird neu errichtet.  Die weiten, öffentlich zugänglichen Parkflächen und die offenen Alleen des Krankenhausgeländes bleiben erhalten.

Zur phasenweisen Entwicklung wurde das gesamte Gelände in sechs Einzelquartiere unterschiedlichster Typologien aufgeteilt, die die Stadt in Ausschreibungen Bauträgern und Wohnungsbauunternehmen angeboten hat. Baugemeinschaften wurden über ein Auswahlverfahren durch die Agentur für Baugemeinschaften gefunden.

Ökologisch und familienfreundlich

Richtfest wurde soeben für eins der Quartiere mit 119 Mietwohneinheiten auf rund 32.000 m² Fläche gefeiert – zwei Einfamilienhäuser, 44 Doppelhaushälften und Mietwohnungen.  Investor des Areals „Waldquartier im OxPark“ ist die Augsburger Patrizia Wohninvest, die auch die Verwaltung übernehmen wird. Das Investitionsvolumen beträgt 30,5 Millionen Euro. Der Entwurf stammt von der Frankfurter raumwerk Gesellschaft für Architektur und Stadtplanung, die den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen haben. „Der Entwurf hat neben seiner klaren, modernen Architektur auch mit der kleinteiligen Struktur überzeugt“, sagt Peter Niermann, Geschäftsführer der Hamburger Garbe Wohnbau, die das Projekt entwickelt, realisiert und vermarktet. Die meisten Wohnungen sind mit Terrassen, kleinen Gärten und gut durchdachten Grundrissen familiengerecht. Wohnhöfe und Fußwege zwischen den Gebäuden verbinden die einzelnen Bauten und sollen ein nachbarschaftliches Miteinander fördern. Das Quartier selbst ist nur durch zwei ruhige Straßen erschlossen, die den Bewohnern die Zufahrt zu den Stellplätzen ermöglichen. Die Carports bekommen Gründächer.

Der besondere Clou ist das nachhaltige Energiekonzept. Alle Häuser entsprechen dem Passivhaus- und Energieeffizienzhaus-40-Standard. Die Siedlung wird zudem durch eine Nahwärmeversorgung mit regenerativem Energien über Holzpellets beheizt. „Damit entsteht hier eines von Hamburgs großen Bioenergie-Quartieren“, so Niermann. Eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung in Kombination mit Flachheizkörpern soll für niedrige Heizkosten ohne Verzicht auf Wohnkomfort sorgen.

Niedrige Nebenkosten ohne Verzicht auf Wohnqualität

Zur Beheizung einer Doppelhaushälfte mit circa 150 Quadratmetern werden Wärmekosten (ohne Warmwasserbereitung) von rund 17 Euro pro Monat erwartet.

„Der Bau von derart intensiv auf die ressourcensparende Energieversorgung ausgerichteten Mietwohnungen ist für uns ein Novum. Angesichts der steigenden Wohnnebenkosten wird sich der Trend zum Ausschöpfen aller Energiesparpotenziale auch im Mietwohnungsbau durchsetzen“, so Niermann. Kalkuliert seien 1,85 Euro pro Quadratmeter für alle Nebenkosten. Die Mieten sollen zwischen 9,80 und 12,80 Euro liegen.

Die Stadt freut sich über jedes größere Projekt: „Im Rahmen Bündnis für das Wohnen in Hamburg , in dem die Stadt den Bau von 6.000 Wohnungen pro Jahr anstrebt, leistet der OxPark einen entscheidenden Beitrag“, heißt es auf der Internetseite der Baubehörde.

Die Wohnungswirtschaft fordert angesichts des Grundstücksmangels im Stadtgebiet schon lange eine stärkere Nutzbarmachung von Brach- und Konversionsflächen. „Hamburg hat noch viele solcher innerstädtischen Flächen mit Potenzial für den Wohnbebauung“, sagt Ole Klünder, Geschäftsführer der wph Hamburg, die derzeit eine Reihe von Wohnungsprojekten auf ehemaligen Polizei- und Krankenhausflächen realisiert. „Wir hoffen, dass diese Vorteile zukünftig schneller erkannt und durch die Anpassung der zum Teil veralteten Bebauungspläne  entsprechend erschließbar gemacht werden.“

 
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