Hotelmarkt Großbritannien – Zeitbombe Investitionsstau?

7.April 2010   
Kategorie: Der Immobilienbrief

Andreas Scriven

Andreas Scriven

Im Zuge der Rezession als Folge der Finanzkrise tätigten viele Hoteliers in Großbritannien nur unzureichende oder fehlgeleitete Investitionen in ihre Betriebe. Dies könnte jedoch dazu führen, dass eine bedeutende Anzahl von Hotels in Großbritannien von der sich bereits abzeichnenden Erholung nicht profitieren wird oder sogar eine nachhaltige Schädigung ihrer Wirtschaftlichkeit hinnehmen muss, warnen die Hotelimmobilien-Spezialisten von Christie + Co.

 

„Während eines wirtschaftlichen Abschwungs wird der Rotstift oft als erstes bei den notwendigen Investitionen in Hotelbetrieb und Immobilie angesetzt“, weiß Andreas Scriven, Head of Consultancy bei Christie + Co in London. „Hoteliers, die nicht rechtzeitig in ihr Haus investieren, verpassen jedoch meist den beginnenden Wirtschaftsaufschwung – und laufen damit sogar Gefahr, das Image der jeweiligen Hotelmarke zu schädigen. Hoteliers müssen sich dieses Risikos bewusst werden, um den eigenen Markenwert zu schützen“, rät er. Viele Hoteliers konzentrieren sich laut Christie + Co in Krisenzeiten auf das kurzfristige Überleben anstatt auf eine langfristige Strategie. Häufig können sie sich einfach keine Neuinvestitionen leisten oder sie ignorieren den stetigen Bedarf an Investitionen, die nötig sind, um den Betrieb am Laufen zu halten. 

 

„Wer jetzt nicht investiert, wird über kurz oder lang bei einer Erholung der Märkte das Nachsehen haben. Denn dann kommt der Wettbewerbsdruck nicht nur von den bereits bestehenden, sondern auch von neuen Hotels, die dann das Angebot noch erweitern. Die Liste der leistungsschwachen und investitionsbedürftigen Hotels in Großbritannien ist bereits lang. Eigentümer und Betreiber, die nicht bald selbst auf dieser Liste stehen möchten, sollten sich fragen, ob sie sich Stillstand leisten können“, betont Scriven. 

 

Gleichzeitig haben Kreditgeber und Betreibergesellschaften verstärkt ein Auge darauf, dass die Ressourcen für Möbel und Inventar der Hotels, an denen sie beteiligt sind, auch wie vorgesehen eingesetzt werden und Rücklagen für schlechtere Zeiten gebildet werden. Von den Hoteliers wird nun immer häufiger verlangt, dass sie auch eine Strategie vorweisen können, wie und wofür die Mittel verwendet werden.

 

„Kreditgeber, die die zusätzliche Bereitstellung von Geldmitteln für Investitionsprogramme verweigern, müssen mit einem Wertverlust der finanzierten Immobilie rechnen“, prognostiziert Scriven.

 Auch die Erwartungen der Gäste steigen kontinuierlich. Nach Einschätzung von Christie + Co werden daher auf lange Sicht angesichts des Angebotswachstums die Hotels auf der Strecke bleiben, die sich den Kundenwünschen nicht anpassen können und Modernisierungen verweigern.

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