HSH Nordbank setzt auf norddeutschen Immobilienmarkt

HSH Nordbank

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(26.5.2010) Heute morgen hatte der Bereich Immobilienfinanzierung der HSH Nordbank zum Pressegespräch geladen. Naturgemäß blieb der betriebswirtschaftlich sicherlich überdenkenswerte aber politisch wohl notwendige Verkaufsprozess der Immobilien- und Fondstöchter außen vor. Das heutige Immobilien-Kreditportfolio der Kernbank liegt bei etwa 12 Mrd. Euro per Ende 2009. Dazu kommen aber noch weitere 2 Mrd. Euro zugesagte Kredite, die bereits finanziert und mit Eigenkapital unterlegt sind. Norddeutschland hat am Kredit-Portfolio einen Anteil von rund 39%, das übrige Bundesgebiet 36% und Westeuropa 25%.Der Rest des Portfolios von ursprünglich ca. 30 Mrd. Euro wie auch der internationale Teil sind in der Abbaubank ausgelagert.

 Zufrieden zeigte sich Peter Axmann, Leiter des Unternehmensbereichs Immobilienkunden der HSH Nordbank mit dem Geschäftsverlauf im Bereich Immobilienkunden im abgelaufenen Jahr. Die Gesamterträge im Immobiliengeschäft von 192 Mio. Euro in der Kernbank in 2009 liegen annähernd auf Vorjahresniveau (194 Mio. Euro). Das Ergebnis vor Restrukturierung verbesserte sich deutlich auf +178 Mio. Euro (Vorjahr: +22 Mio. Euro). Das Volumen der Neuauszahlungen im Bereich Immobilienkunden lag 2009 bei rund 3,5 Mrd. Euro, die allerdings zu 80% auf Prolongationen und Kreditzusagen an Bestandskunden verwendet wurden. Axmann ist stolz darauf, in schwieriger Zeit keinem Kunden eine Prolongation verwehrt zu haben, wie das bei internationalen Banken durchaus geschah. In 2010 plant die Bank das Neugeschäft auch im Bereich Immobilienkunden wieder sukzessive auszubauen.

 Allerdings ergaben sich in der Diskussion kreditlimitierende Faktoren, die aus dem Eigenkapital der Bank, dem Eigenkapital bzw. der Bonität potentieller Kreditnehmer und natürlich auch aus dem Fehlen relevanter Transaktionen resultieren. Allerdings hat die Bank auch die Eigenkapitalanforderungen bei Finanzierungen hochgeschraubt, die heute wohl auch generell über dem Ausgangsniveau von 2005 vor Beginn des Finanzierungsbooms liegen. Rückwirkungen zu fehlenden zu finanzierenden Transaktionen sind so natürlich nicht ausgeschlossen.

 Im Bereich der Risikovorsorge, bei der sich die Lage eher entspannt hat, profitiert die Bank von der Anziehungskraft der Region um Hamburg. Sie gehört zu den wettbewerbsfähigsten Regionen in Deutschland und in Europa. Entgegen dem insgesamt negativen demographischen Trend in Deutschland könne der Großraum Hamburg daher in den kommenden Jahren mit steigenden Einwohner- und Haushaltszahlen rechnen, prognostiziert Axmann. Das sorgt für Nachfrage am Wohnungsmarkt. Bis zum Jahr 2020 ergibt sich eine Bedarfslücke von etwa 1.500 Wohnungen pro Jahr allein in Hamburg.

 Norddeutschland ist der Kernmarkt des Bereichs Immobilienkunden der HSH Nordbank. Außerdem ist die Bank in den übrigen deutschen Metropolregionen aktiv und begleitet inländische Kunden bei ihren Immobilienprojekten in Westeuropa. Das Immobiliengeschäft in Übersee und in den nordischen Staaten hat die Bank im Zuge ihrer strategischen Neuausrichtung im 2009 eingestellt und in ihre interne Restructuring Unit ausgelagert. Allerdings werden die Risiken des internationalen Geschäftes in der Presse oft überbetont, meint Axmann. Mit 5 Mrd. USD seien z. B. in den USA für ca. 8 Mrd. USD Immobilien finanziert worden. 3 Mrd. seien Eigenkapital gewesen. Auch bei deutlicher Abwertung der Immobilien sei hier das Verlustpotential begrenzt. Es käme nicht zu Fire sales. Das gelte auch für die übrigen Bestände der Abbaubank.

 Aktuell finanziert die HSH Nordbank den Neubau von rund 3.500 Wohneinheiten sowie die Erstellung von Büro- und Gewerbeflächen für etwa 10.000 Beschäftigte in Norddeutschland und dem übrigen Bundesgebiet. Anders als manche Wettbewerber bietet die Bank lt. Axmann auch künftig neben Finanzierungen für Bestandsobjekte Kredite für Projektentwicklungen und Bauträgermaßnahmen an. Die HSH versteht sich als eine Relationship-Bank mit langfristigen, vertrauensvollen Kundenbeziehungen. Auch bei den eher schwierigen Finanzierungen der „Internationale Schule Hamburg“ oder „Port Olpenitz“ in der Schleimündung, der Konversion eines 150 ha Marinestützpunktes, wo 183 hochwertige Ferienhäuser entstehen sollen, sieht sich die HSH als Geschäftsbank und nicht als Förderbank. Klassische Kreditüberlegungen seien Basis der Entscheidung gewesen.

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