Im Gespräch…„Erfolgsmodell Kommunikation – Fluch oder Segen?“

Ein Interview mit Frau Sevgi Hund, Director Marketing and Communication bei der Savills Immobilien Beratungs GmbH zum Thema Kommunikation in der Immobilienbranche.

Sevgi Hund

Sevgi Hund

„Der Immobilienbrief“: Frau Hund, gibt es spezielle Spielregeln bei der Markenführung?

Sevgi Hund: Auf jeden Fall, eine Marke muss mit der richtigen Botschaft zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, um dort die Köpfe und Herzen ihrer Zielgruppe zu erobern. Wichtig ist, eine Markengeschichte immer wieder über viele Kanäle hinweg, überzeugend und konsistent erzählen zu können. Dabei darf das Ziel und die Zielgruppe auf keinen Fall aus dem Auge verloren werden. Das ist mein Credo.

DIB: Reicht die reine Konzentration auf Pressearbeit für die Markenführung aus?

Hund: Auf keinen Fall. Die Gesamtheit aller Maßnahmen, also auch die klassischen Marketinginstrumente, macht den Marketingerfolg eines Unternehmens aus. Es ist wichtig zum Wohle der Marke zu entscheiden, wo sich das Markenversprechen am überzeugendsten umsetzen lässt. Dementsprechend sollten die Budgets eingeplant werden. Ein Zusammenspiel von Marketing und Kommunikation ist gerade heute besonders wichtig, da hier insbesondere durch die neuen Medien ein fließender Übergang geschaffen wurde.

DIB: Social Media wirft noch viele Fragen hinsichtlich eines messbaren ROI auf. Mit welchen Erwartungen setzt Savills Deutschland soziale Netzwerke ein?

Hund: Die meisten Unternehmen sind mittlerweile im Social Web aktiv, vielen ist es jedoch nicht klar, was sie dort eigentlich wollen. Man sollte sich genau überlegen, welche Ziele man verfolgt bei der Auswahl der Social Media Aktivitäten, da man sich hier ganz schnell eine blutige Nase holen kann. Da ist weniger mehr! Wir Savills, haben gerade mit Twitter und Youtube gestartet. Gerade Twitter eignet sich besonders gut zum Austausch mit unseren Kunden und Partnern. Derzeit schicken wir täglich Tweets, wo wir unter Anderem Aussagen aus unseren Analysen und Marktberichten hervorheben und nutzen dieses Tool insbesondere für Wissenstransfer. Videos und Bilder hingegen lösen die größten Interaktionen  aus. Für mich als Marketingchefin sind diese beiden Marketingtools neben der üblichen Werbung mit Kampangen, Fachveranstaltungen, Messeauftritten, Corporate Publishing usw., Maßnahmen um eine professionelle Markenkommunikation zu betreiben.

DIB: Welche klassischen Marketingmaßnahmen betreibt Savills darüber hinaus?

Hund: In diesem Jahr haben wir unseren Fokus auf fachbezogenes Marketing gelegt, um über Know-How die Savills Marke bei unserer Zielgruppe bekannter zu machen. Daraus ergeben sich im Idealfall neue Geschäftskontakte. Wir konzipieren gemeinsam mit unseren Partnern Fachveranstaltungen, die in erster Linie dem Networking und dem Vermitteln von aktuellen Inhalten dienen. Diese beziehen wir von unserer hauseigenen Researchabteilung. Ein gutes Beispiel wäre hier unsere Analyse zum Thema „Studentisches Wohnen“, mit der wir eine hohe Resonanz der Presse und unserer Kunden erzielen. Solche Veranstaltungen eignen sich auch besonders als Kundenbindungsmaßnahme. Auch Kundenevents gehören zu unserem Marketingrepertoire.

DIB: Erfolgsmodell Kommunikation – Fluch oder Segen?

Hund: Sowohl als auch. Abhängig von Maßnahme und Zielgruppe ergeben sich durch die neuen Kommunikationsmodelle Vor- und Nachteile, wobei die Vorteile bei richtiger Anwendung eindeutig überwiegen. Es gibt unzählige Beispiele aus der Wirtschaft, aus denen die Immobilienwirtschaft lernen könnte.

Weitere Informationen zu diesem Thema, welches auch im Rahmen des 8. Immobiliennetzwerk Dialoges am 15. Mai 2012 in Hamburg behandelt wurde, finden Sie unter http://www.youtube.com/watch?v=wyDW4mW01zA. □

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