Immobilien-Prominenz setzt auf Nachhaltigkeit – Neuer Rekordumsatz mit Green Buildings

In den vergangenen Jahren hat sich der Markt mit Nachhaltigkeitsansätzen auseinandergesetzt. Nach einer anfänglich vor allem durch Marketing getriebenen Phase ging „Der Immobilienbrief“ in den letzten Jahren davon aus, dass ein Nachhaltigkeitszertifikat, dass von internationalen Investoren verstanden und anerkannt wird, bald zur Nebenbedingung erfolgreicher Exit-Strategien werden würde. Insofern fragten wir uns, ob denn der hohe technische Anspruch der deutschen DGNB-Lösung der betriebswirtschaftlichen Logik gerecht werde. Die erwarteten Trends scheinen sich zu bestätigen. (WR)

 

Das Transaktionsvolumen mit zertifizierten Green Buildings belief sich lt. BNP Paribas Real Estate 2015 auf knapp 6,84 Mrd. Euro. Damit wurde das bereits sehr gute Vorjahresergebnis um ein Drittel übertroffen. Der Durchschnitt der vergangenen 8 Jahre wurde verdoppelt. Bezogen auf die rund 36,2 Mrd. Euro, die 2015 in der BNPPRE-Recherche bundesweit in Einzelobjekte investiert wurden, beläuft sich der Anteil zertifizierter Gebäude auf knapp 19% und liegt damit in der gleichen Größenordnung wie im Vorjahr. Bei Verkäufen im dreistelligen Millionenbereich stieg der Zertifizierungsanteil von ca. 56% des Umsatzes auf annähernd 70 %. Rechnet man noch Objekte zwischen 50 und 100 Mio. Euro hinzu, so sind es sogar knapp 90 % (2014 knapp 80 %). Frankfurt führt bei nachhaltigen Investitionen mit 2,35 Mrd. Euro vor Berlin mit 2,09 Mrd. Euro und München mit 864 Mio. Euro. Als bekannte Beispiele stehen der Potsdamer Platz (DGNB) in Berlin oder das Trianon (LEED-Gold) in Frankfurt.

 

2015 konnten fast 1 000 Green Buildings erfasst werden (+25%). Nach wie vor dominieren zwar Büros mit ca. 51% Anteil, jedoch konnte der Einzelhandel mit jetzt 23% spürbar aufholen. Weitere knapp 18% entfallen auf Logistikobjekte und gut 2% auf Hotels. Der Trend steigender Zertifizierungen im Bestand hält an und hat ihren Anteil am Gesamtbestand der Green Buildings auf mittlerweile ein Drittel klettern lassen.

 

Die DGNB ist nach wie vor Marktführer in Deutschland. Der Vorsprung hat sich allerdings von 69% Marktanteil in 2014 auf 64% in 2015 verringert. Auch die Trendwende von LEED zu BREEAM hat sich bestätigt. BREEAM konnte seinen zweiten Platz von ca. 16% (2014) auf 20% (2015) ausbauen. Der Erfolg von BREEAM beruht auf der Zunahme der Bestandszertifikate. Auf Grund von Produktknappheit in Core-Lagen und geringerem Zertifizierungsanteil in Nebenlagen könnte trotz Wachstums der Bestandszertifizierung der relative Anteil von Green Buildings am Investmentumsatz insgesamt im laufenden Jahr eventuell leicht sinken, gibt BNPPRE zu denken. Auf der anderen Seite spielen die Themen CSR, Sustainability und Energieeffizienz für viele Unternehmen, ob als Mieter oder Bestandshalter, eine zunehmende Rolle.

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