immpresseclub e.V. – Verbandstagung der Immobilien-Journalisten in Hamburg

 

 

Vergangene Woche fand die Sommerveranstaltung des inoffiziellen Verbandes der Immobilienjournalisten, immpresseclub e. V., in Hamburg statt. Da es sich um eine reine Journalistenveranstaltung handelt, blieben die rund 40 Journalisten der Fach- und Publikumsmedien, die die Branche recht repräsentativ vertreten, sowie die ca. 20 geladenen Gäste und Referenten zu einer offenen internen Aussprache unter sich. Das Team von „Der Immobilienbrief“ um den Vorsitzenden Werner Rohmert organisiert die Verbandstagungen, die zweimal jährlich, im Juni und Anfang Dezember stattfinden.

 

Regelmäßig ruft die Verbandstagung der deutschen Immobilienjournalisten den Zorn des Wettergottes hervor. Die Bewältigung von Schneeeinbrüchen, Ausfall des ÖPNV und Flugausfälle gehören regelmäßig zu den Organisationsaufgaben vor allem der Wintertagung. Diesmal traf es auch die Sommertagung und ergänzend brach auch der Bahnverkehr zusammen, da einige zentrale Lebensadern nach Hamburg durch umknickende Bäume lahmgelegt wurden. Gleichzeitig sorgte beachtliche Polizeipräsenz in der Vorbereitung des G20-Gipfels für spürbar gefühlte Sicherheit. Dafür gab das Panorama Elbphilharmonie einen Einblick in die atmosphärische Vorbereitung des Unwetters, das 10 min nach Verlassen der Elphi über Hamburg hereinbrach.

 

Apropos „Elphi“: Da es uns selbst nicht gelang, für Deutschlands Top-Immobilienjournalisten eine Führung im neuen Wahrzeichen der Stadt zu organisieren, und Hinweise einer beschränkten Vorausplanung nicht mit Veranstaltungsplanungen korrespondierten, mussten wir den ZIA um Hilfe anrufen. Das klappte. Zur Elphi selber wurde schon viel geschrieben. Das holen wir auch noch einmal nach. Das wenigste davon ist übertrieben. Architektonisch und bautechnisch ist das weniger eine Immobilie, sondern ein Uhrwerk auf 125.000 qm. Die Präzision der Konzertsäle hat wenig mit „Bau“ zu tun. Wie wir nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs durch eine falsche Baumaßnahme hörten, „es sollte ja kein Uhrwerk werden“, trifft für die Elphi nicht zu. Den Grundgedanken, den 700 Mio. Euro Bau für ursprünglich 70 Mio. Euro bauen zu wollen, kann man sowieso abhaken. Das war Genehmigungs-Fake. Vielleicht hätte es für 500 Mio. ohne die Organisationspannen geklappt. Aber was soll’s? In ein paar Jahren hat sich das volkswirtschaftlich gerechnet. Die Gesamtkosten waren übrigens genauso hoch wie der Bau einer (in Zahlen: 1) Fregatte. Ein anständiger Investmentbanker packt solche Beträge in einer halben Stunde ins Nirwana. Vermutlich sind da aktuell schon wieder ein paar Hundertschaften Investmentbanker an der Arbeit. Aber zurück zur Elphi: Sicherlich sind Immobilienjournalisten nicht leicht zu beeindrucken, aber die Elphi hat’s geschafft.

 

Mit IMMAC-Vorstand Thomas F. Roth gab den Journalisten ein Regulierungsspezialist Einblick ins BaFin-Geschehen. Pflegeheim-Spezialist IMMAC hatte übrigens nach Inkrafttreten des KAGB zur Überraschung der Szene die erste genehmigte Kapitalverwaltungsgesellschaft, lange vor den Bankentöchtern. Know how, enge BaFin-Zusammenarbeit, Unternehmensmodell, Anlegererfolge und transparentes Geschäftsmodell waren lt. Roth die Gründe. Zusätzlich hat sicherlich eine Rolle gespielt, dass IMMAC vielleicht als einziges uns bekanntes Immobilienunternehmen rund 120 Pflegeimmobilien ohne Verlust einer Monatsmiete für die Anleger managt und Research und Vertrags-Kompetenz als USP sich bewährt haben.

 

Bank-Risiko-Managerin Martina Zierke gab einen authentischen Einblick in das Regulierungs-, Risikomanagement- und Rating-Geschehen großer Banken. Journalisten-Resonanz und Diskussionsbedarf verliehen dem Vortrag und der Vortragenden die „Interessen-Bestnote“. Steffen Günther, Leiter Immobilienfinanzierung Internationale und Institutionelle Investoren/Konsortialgeschäft DGHyp, analysierte ergänzend Chancen und Risiken im immer komplizierteren Marktumfeld.

 

Es war interessant, dass sich gerade ein „Schlachtschiff“ der Branche, Union Investment Real Estate, mit Jörn Stobbe um „Chancen der Digitalisierung: Wo helfen PropTechs uns bei der Disruption?“ kümmerte. Es gehe darum, aus der Defensive herauszukommen und Disruption als Chance zu begreifen. Der Jäger werde heute zum Gejagten. Kleine, agile Strukturen greifen etablierte Branchenteilnehmer an. Im Schatten der Nichtbeachtung böten sie neue effiziente Produkte an oder kombinierten Inhalte mit Hilfe von intelligenten, digitalen Lösungen neu. Heute seien Unmengen an Daten aus unterschiedlichen Quellen verfügbar (Big Data). Die Herausforderung sei, Daten intelligent zu strukturieren und verfügbar zu machen. Umdenken müsse „von Oben“ vorgelebt werden. Prototyping solle als Methode Ideen schnell erlebbar zu machen, stärker zugelassen werden. Weitere Methoden wie fail fast, try and error, hands-on-Mentalität oder Handeln, statt philosophieren müssten zur Normalität werden, um mehr Kreativität zu fördern und Geschwindigkeit aufzunehmen.

 

ZIA-GF Klaus-Peter Hesse, der auch die Elphi-Besichtigung organisierte, hatte den ZIA Tag der Immobilienwirtschaft gut überstanden und befasste sich mit der Umwelt-Zusammenarbeit der Verbände mit der Regierung und den Maßnahmen der Immobilienwirtschaft zur Verbesserung der Ökobilanz des Gebäudesektors. Marc Vétillard, Sales Director for MIPIM and MAPIC der Reed Midem gab einen kurzen Einstieg in das kommende Mipim-Thema “Neue Urbanität – Herausforderungen für den Immobiliensektor“. Den Bogen schlossen tradionsgemäß die Gespräche beim Abendessen bis zur Sperrstunde in der „Kajüte“, deren Terrasse einen „hautnahen“ Kontakt zu den periodisch noch mehrfach am Abend auftretenden „Starkregenereignissen“ – so nennt man ein Schäuerchen wohl heute, ermöglichte.

 

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