Interview mit der Alfred Wieder AG

20.Juli 2012   
Kategorie: Der Immobilienbrief, News

Venture Capital und Private Equity sind auf dem Vormarsch. Wir sprachen mit Dr. Matthias Hallweger, Vorstand der Alfred Wieder AG über den Markt, sein Unternehmen und die Zukunftserwartungen.

Dr. Matthias Hallweger

Dr. Matthias Hallweger

„Der Immobilienbrief“: Seit 2002 ist die Alfred Wieder AG am Markt. Erzählen Sie uns kurz Ihre Historie.

Dr. Matthias Hallweger: Spiritus Rector unserer Firmengruppe ist Alfred Wieder, der vor rund 10 Jahren durch seine Tätigkeit in den USA von einer Vision beseelt war: Innovationsfreude mit technischem Know-How hier in Deutschland und Österreich zusammenzubringen mit dem Kapital vieler tausend Privatanleger. Venture Capital  „Made in Germany“ war der Grundgedanke und so war auch die Namensfindung für unsere Fonds ein kurzer Weg: Von Made in Germany hin zu den MIG Fonds. Im Jahr 2002 nach dem Zusammenbruch des neuen Marktes erst Finanzdienstleister und in Folge Anleger für dieses Modell zu gewinnen, war ein schwieriges Unterfangen. Alle Angesprochenen wussten auf Anhieb mehr Gründe zu nennen, warum dieses Konstrukt scheitern sollte, als das es erfolgreich wäre. So begann jedoch eine Erfolgsgeschichte ihren Lauf und das Firmenkonstrukt um die Alfred Wieder AG wuchs beständig an. Mit der HMW Emissionshaus AG und der MIG Verwaltungs AG sind mittlerweile zwei professionelle Zentren für Emission und Controlling der Fonds bzw. für das Beteiligungsmanagement neben der Alfred Wieder AG geschaffen worden. Aus dieser Gruppe heraus sind bisher 15 Vermögensanlagen mit einer Beteiligungssumme von knapp 1 Mrd. Euro entstanden, in der knapp 50.000 Anleger ihr Kapital investiert haben. ►

Frage: Wie kam Gründer Alfred Wieder auf die Idee sich auf Venture Capital Fonds zu spezialisieren?

Hallweger: Von heute aus betrachtet war der Grundgedanke – damals wie heute – ebenso einfach wie überzeugend. Wir in Deutschland und Österreich sind Weltmeister in Patentanmeldungen, hochinnovativ und mit einem technologischen Know-How ausgerüstet wie es kaum eine zweite Region in der Welt gibt. Wesentliche Basiserfindungen, die ganze Industrien geprägt haben wie das Automobil, der Maschinenbau, Chemie und sogar der Computer sind hierzulande entstanden. Zudem sind diese Länder Weltmeister im Sparen, sodass viel Kapital auf den Konten der Bürger liegt. Diese beiden Komponenten zueinander zu bringen, sollte beiden Teilen zu großartigem Erfolg verhelfen. Innovationen werden damit gefördert, Eliten bleiben im Land und die darin investierten Anleger erzielen überdurchschnittliche Renditen.

Frage: Wie erklären Sie sich die derzeitige hohe Nachfrage nach Private Equity/Venture Capital Produkten?

Hallweger: Wir können nur für unsere MIG Fonds sprechen und sehen nicht den gesamten Markt. Unser Platzierungserfolg mit den MIG Fonds liegt zum einen begründet in der glasklaren Transparenz, die wir unseren Vertriebspartnern, Finanzdienstleistern, Vermögensverwaltern aber auch vor allem unseren Anlegern bieten. Wir wollen unseren Vertriebspartnern und Anlegern die verantwortlichen und handelnden Personen sehr nahe bringen und ihnen einen eigenen Eindruck verschaffen. Damit alleine verliert bereits unser MIG Fonds den Nimbus „Blackbox“, denn Philosophie und Know-How der Verantwortlichen sind unseren Anlegern bekannt. Darüber hinaus öffnen wir unsere Türen und zeigen nicht nur unsere eigenen Unternehmen und deren Vorgangsweisen, sondern auch die unserer Beteiligungsunternehmen. So kann sich jeder Anleger, Finanzdienstleister und Vermögensberater einen eigenen Eindruck davon verschaffen, nicht nur wie wir arbeiten, denken und handeln, sondern wie auch die Unternehmen und Unternehmer agieren, in die wir investiert sind. Diese Transparenz führt zu Überzeugung und diese Überzeugung zu weiterer Nachfrage nach den MIG Fonds. Allerdings ist dies nur ein Grund, wenngleich ein wesentlicher. Ein weiterer Grund liegt schlicht ergreifend in den vielen guten Nachrichten aus unserem Portfolio. Mit dem Verkauf der corImmun GmbH haben wir vor kurzem den zweiten erfolgreichen Exit in diesem Jahr vermelden können. Herausragende Wertentwicklungen können dabei vermeldet werden, sodass allen Beteiligten bewusst wird: Die Erfolgstory MIG hat gerade erst einmal begonnen! Dieses exzellente Portfolio verantwortet unser Beteiligungsmanagement der MIG Verwaltungs AG und darin liegt ein, wenn nicht der wesentliche Unterschied zu den meisten anderen Vermögensanlagen. Michael Motschmann und sein Team schieben nicht die unternehmerische Verantwortung für eine Beteiligung an andere ab, sondern krempeln selbst die Ärmel hoch und nehmen im Interesse unserer Anleger mit viel Engagement, Leidenschaft und Erfahrung die Rolle als konstruktiv-kritischer Gesellschafter in den Zielunternehmen wahr. Das ist echtes, aktives Management einer unternehmerischen Beteiligung.

Fragen: Welche Vorteile bieten Investitionen in Ihre Produkte gerade vor dem Hintergrund, dass Anleger derzeit vor allem Sicherheit und weniger Renditetreiber wünschen?

Hallweger: Sie finden in der Finanz- und Bankenlandschaft unzählige Produkte. Nicht alle davon sind schlecht, nur die wenigsten jedoch können tatsächlich durch eine transparente Realisierung eines produktiven Mehrwertes überzeugen. Wenn wir Geld investieren, geht es nicht um die Spekulation, dass das unveränderte Investmentobjekt am nächsten Tag von irgendjemandem für mehr Geld gekauft werden soll. Bei uns geht es darum, dass mit unserem Geld und dem Input aus unserem Beteiligungsmanagement der MIG Verwaltungs AG ein echter Mehrwert geschaffen wird. Das Unternehmen, das sie mit unserer Investition und unserer unternehmerischen und partnerschaftlichen Begleitung weiter entwickelt, wird deswegen in der Folge mehr Wert sein. Eine Technologie, die bahnbrechend für bestimmte Industrien ist, oder Produkte, die weltweit das Potential zur Marktführerschaft besitzen, erhöhen den Wert des von uns finanzierten Unternehmens erheblich. So wird ein echter, produktiver Sachwert geschaffen und genau das unterscheidet uns von vielen Finanzjongleuren, die darauf hoffen, dass andere entweder die Arbeit verrichten oder dumm genug sind, einfach mehr für das erworbene Produkt zu bezahlen. Natürlich liegt darin wie in jedem Unternehmen auch das Risiko, dass eine Technologie nicht so funktioniert wie gedacht oder der Markt sie nicht so oder nicht so schnell annimmt. Das aber sind die täglichen Herausforderungen eines auf Wachstum ausgerichteten Unternehmens und denen begegnen wir mit allem Know-How, Expertise und Netzwerk, das wir aufbieten können. Wenn sie dann noch das komplexe und hochelitäre Auswahlverfahren unseres Beteiligungsmanagements ansehen, dann sind die Chancen auf den angestrebten Erfolg ziemlich hoch.

Frage: Für welchen Anleger sind Ihre Produkte etwas? Welche Möglichkeiten haben Anleger bei Ihnen sich zu beteiligen? (Stichwort: Einmalanlage vs. Ratierliche Anlage)

Hallweger: Die Bandbreite unserer möglichen Anleger ist eine sehr große. Wesentlich ist – wie bei jeder Investition in eine unternehmerische Beteiligung – dass der Anleger versteht was er macht, sich des Risikos bewusst ist, das er mit dieser Vermögensanlage eingeht. Zudem ist die Dauer der Kapitalbindung in die weitere Vermögensplanung bewusst aufzunehmen. Vermögensplanung bedeutet nicht nur stichtagsbezogene einmalige Entscheidung auf gut Glück oder noch besser auf gute Beratung hin zu treffen. Vielmehr sollte nun unser idealer Anleger ein kritischer Anleger sein, der das Thema außerbörsliche Unternehmensbeteiligungen, idealerweise mit den MIG Fonds, zum ständigen Begleiter seiner alljährlichen Investitionsentscheidungen macht. So wird er dauerhaft strategisch Vermögensaufbau betreiben, was ihm mit den meisten anderen Vermögensanlagen nur schwerlich gelingen wird. Wie in allen Konstellationen gilt auch in der Portfoliozusammensetzung eine sinnvolle Risikodiversifikation – bei Erhalt einer hinreichend kritischen Masse. Der strategische Vermögensaufbau darf sich gern um die MIG Fonds als Zentrum aufbauen. Streuung um der Streuung willen ist schlicht „finanzmathematischer Blödsinn“.

Wir bieten derzeit die MIG Fonds 12 und 13 in der Platzierung an. Dies ist gute Tradition, weil wir stets mit einem MIG Direkt Fonds, wie dem MIG Fonds 13, einem Anleger eine Einmalanlage und parallel mit dem MIG Strategie Fonds, wie dem MIG Fonds 12, eine ratierliche Anlage anbieten. Daraus resultieren auch unsere durchschnittlichen Anlagesummen von rund Euro 15.000,00 im MIG Fonds 13 und rund Euro 40.000,00 im MIG Fonds 12.

Frage: Wie wählen Sie Ihre Zielunternehmen aus?

Hallweger: Das Beteiligungsmanagement liegt ausschließlich und autark in den Händen der MIG Verwaltungs AG. Das Team um Michael Motschmann kümmert sich permanent um die Auswahl und die Identifikation neuer, geeigneter Zielunternehmen, die Betreuung und Begleitung der bestehenden MIG-Investments und steuert und lenkt eine Vielzahl auch derzeit laufender komplexer Exit-Prozesse zum Verkauf unserer Beteiligungen. Die Marke „MIG“ hat auch im Beteiligungsmarkt mittlerweile den Ruf eines Qualitätssiegels erreicht, das exzellente Portfolio unserer MIG Fonds hat hier einen wesentlichen Beitrag geleistet. So entwickelt „MIG“ bereits eine Sogwirkung und viele Beteiligungsanfragen erreichen unser Beteiligungsmanagement von selbst. Im Regelfall gelangen jedoch die qualitativ Besten, für uns lukrativsten Beteiligungsmöglichkeiten zu unserem Beteiligungsmanagement durch das gesamte, exzellente Netzwerk um die gesamte Firmengruppe.

Nach der ersten Anfrage beginnt ein komplexes Auswahlverfahren im Haus der MIG, das sich regelmäßig über viele Monate und zahlreiche Stationen und Prüfszenarien hin erstreckt. Das Beteiligungsmanagement der MIG Verwaltungs AG kann in einer Vielzahl von Industriefeldern eigene unternehmerische Erfahrungen nachweisen. Dennoch ziehen wir in jedem Investment-Case externe Experten hinzu. Der Diligence-Prozess beinhaltet zudem darüber hinaus die Begutachtungen durch Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater bis hin zu entsprechenden Technischen- und Wertgutachten. Eine Vielzahl an Kriterien gilt es zu prüfen, zu hinterfragen und zu diskutieren um überhaupt in die Nähe eines Beteiligungsvertrages zu gelangen.

Frage: Wie ist Ihre bisherige Leistungsbilanz? Welche Erfolge können Sie verbuchen?

Hallweger: Mit der gesamten Firmengruppe um die Alfred Wieder AG, MIG Verwaltungs AG und HMW Emissionshaus AG wurden mittlerweile 15 Venture Capital Fonds am Markt angeboten. Außer den gerade in Platzierung befindlichen MIG Fonds 12 und 13 konnten alle bisherigen Fonds vor der prognostizierten Zeit vollständig bzw. teilweise sogar unter Ausnutzung von Überzeichnungsreserven mit entsprechendem Eigenkapital gefüllt werden. Auch die Investitionen konnten plangemäß erfolgen. Hieraus sind mittlerweile insgesamt 3 Exits erfolgt mit der etkon AG, der Ident Technology AG und der corImmun GmbH. Damit sind Anleger des allerersten Fonds, Global Chance Fund, mittlerweile bei knapp 100% an Ausschüttungen im Vergleich zu ihrer ursprünglich geleisteten Vermögensanlage und halten noch weitere sehr potentialträchtige Beteiligungen. Bei MIG 1 sind mittlerweile mehr als 50% der Anlageleistung beim Anleger durch Ausschüttungen wieder hergestellt und ebenfalls zahlreiche Beteiligungen noch mit erheblichem Wertsteigerungspotential im Portfolio. So zieht sich dies naturgemäß entsprechend des Alters der jeweiligen Fonds durch alle MIG Fonds hindurch und wir sehen bei all unseren Fonds nach wie vor auch heute das Potential, am Ende des Tages bei unseren Anlegern eine Rendite in der Rückschau im zweistelligen Bereich p.a. zu erarbeiten. Die größten Erfolge, die wir verbuchen können, sind zufriedene Anleger und davon haben wir, gerade nach zwei erfolgreichen Exits 2012 wie zuletzt mit der corImmun GmbH, sehr viele.

Frage: Wie schätzen Sie die Zukunftsperspektiven des Marktes und Ihres Unternehmens ein? Entwickelt sich der Markt weg vom Publikumsgeschäft?

Hallweger: Wir werden mit unseren MIG Fonds stets
auch weiterhin Privatanlegern die Möglichkeit einer
Vermögensanlage im außerbörslichen Unternehmensbeteiligungsbereich anbieten. Ein „weg vom Publikumsgeschäft“ wird es für die Alfred Wieder AG nicht geben. Unsere
Vermögensanlagen werden wir jedoch verbreitern und gerade im Bereich der Unternehmensbeteiligungen auch
für institutionelle Investoren, Stiftungen und Vermögensverwaltungen ein eigenständiges Produkt anbieten. Die
Zukunftsperspektiven des Marktes außerbörslicher Unternehmensbeteiligungen sind gerade angesichts der industriellen Revolutionen, die uns in vielen Bereichen erwarten, enorm. Wir stehen vor industriellen Umwälzungen, bei
denen die großen Industrieteilnehmer händeringend nach Basisinnovationen suchen, die primär in kleinen Unternehmen entstehen, die idealerweise unter anderem auch
von uns finanziert worden sind. Vor diesem Hintergrund ist auch die Zukunftsperspektive der Firmengruppe um die Alfred Wieder AG, die MIG Verwaltungs AG und die HMW Emissionshaus AG eine äußerst erfolgversprechende. Aus diesem Grund ist für uns die Zeit reif, um dem Produkt und der Marke „MIG“ weitere Produkte und Marken an die Seite zu stellen. Wir werden unser Produktportfolio erweitern und weitere Vermögensanlagen für eine Vielzahl von Anlegern anbieten. Wir haben noch viel vor.¨

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Kommentare
Ein Kommentar zu “Interview mit der Alfred Wieder AG”
  1. Norbert Kluge sagt:

    Fragt mal die Altanleger (GCF) was diese Märchen wert sind!!

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