Interview mit Frank Steffel

24.September 2010   
Kategorie: Der Immobilienbrief

Frank Steffel ist seit 2009 Bundestagabgeordneter mit Direktmandat und Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für Immobilien und Privatisierung im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages, in dem z. B. auch Gesetzesentwürfe zur Neuregelung der Grundsteuer, Gewerbesteuer und der offenen Immobilienfonds behandelt werden. Zudem ist er Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion im Sportausschuss. Davor war Steffel fast zwanzig Jahre Abgeordneter im Berliner Abgeordnetenhaus und zuletzt Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses. Seit 2001 ist er Vorsitzender der CDU in Reinickendorf und wurde letztes Jahr erneut zum stellvertretenden Landesvorsitzenden der Berliner CDU gewählt.

Frank Steffel

Frank Steffel

Der promovierte Diplomkaufmann ist als Mitglied des Bundestages einer der dort wenigen agierenden mittelständischen Unternehmer. Als Inhaber der Steffel Unternehmensgruppe mit Sitz in Berlin, die Produkte der Raumgestaltung vertreibt, ist er mit den Problemen des Mittelstands engstens vertraut. Durch die Spezialisierung auf Innenausstattung und als Zulieferer an Handwerker ist Steffel zusätzlich eng mit der Immobilienwirtschaft verzahnt. Die Unternehmensgruppe vereint insgesamt acht Handelsfirmen in Deutschland und Österreich, die jeweils von einem eigenständigen Geschäftsführer geführt werden. Als Präsident des Handball-Bundesliga-Vereins Füchse Berlin schlägt Frank Steffel eine Brücke zwischen Profi- und Breitensport. Besondere Schwerpunkte bilden dabei das Ehrenamt und die Förderung des Jugendsports. Der Immobilienbrief Berlin sprach mit Dr. Frank Steffel, MdB:

Wie ist Ihre Beziehung zu Berlin?

Berlin ist meine Heimat. Ich bin in Reinickendorf aufgewachsen, habe an der FU Berlin studiert und bin hier als Politiker und Unternehmer aktiv. Ich liebe diese Stadt und engagiere mich leidenschaftlich in Sport und Politik für das Wohl unserer Hauptstadt.

Worin sehen Sie Ihren größten Beitrag für das wirtschaftliche Vorwärtskommen Berlins?

Mein größter Beitrag für das wirtschaftliche Vorwärtskommen Berlins ist mein konstanter Einsatz für eine vernünftige Wirtschaftspolitik in dieser Stadt, etwa während meiner Zeit als Vorsitzender im Ausschuss für Wirtschaft, Betriebe und Technologie des Berliner Abgeordnetenhauses oder aktuell als stellvertretender Landesvorsitzender der Berliner CDU. Als direkt gewählter Bundestagsabgeordneter vertrete ich nun insbesondere die Interessen der Berliner Bürger, darunter auch vieler mittelständischer Unternehmer. Für deren Anliegen habe ich immer ein offenes Ohr, denn es gibt neben mir nur ganz wenige mittelständischen Unternehmer im Deutschen Bundestag, und auch wenn viele die Unterstützung der kleinen und mittelständischen Unternehmen auf den Lippen führen, so fehlt den meisten doch der notwendige Erfahrungshintergrund, um effektiv zu helfen.

Was treibt Sie sonst noch um?

Ich setzte mich seit Jahren für eine verstärkte Anerkennung und Förderung von ehrenamtlichem Engagement ein. Diese Menschen, die sich ohne materielles Interesse für unsere Gesellschaft einsetzten, tragen eine viel größere Verantwortung, als allgemein bekannt ist. Gerade wird in der Hauptstadt viel über Kinder und Jugendliche aus problematischen Milieus diskutiert. Was immer wir konkret tun können, um diesen jungen Menschen beim Aufbau eines positiven Lebensentwurfs zu helfen, kann gar nicht überbewertet werden. In diesem Zusammenhang können gerade die Sportvereine sehr viel für die Zukunft unserer Gesellschaft beitragen. Und das ganz ohne den Eingriff des Gesetzgebers.

Wie haben Sie in die Immobilienbranche gefunden?

Im Ausschuss für Finanzen des Deutschen Bundestages bin ich Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für Immobilien. Diese Branche interessiert mich aufgrund ihrer großen volkswirtschaftlichen Bedeutung. In diesem Bereich kommt es besonders auf intelligente Lösungen an, die wir gemeinsam mit den Vertretern der Immobilienwirtschaft erarbeiten. Derzeit diskutieren wir intensiv im Rahmen des Gesetzes zur „Stärkung des Anlegerschutzes und zur Verbesserung der Funktionsfähigkeit des Kapitalmarktes“ über offene Immobilienfonds. Unser Ziel ist es, dieses bewährte deutsche Anlageprodukt zukunftssicher zu gestalten und es im Interesse der Anleger auf „sichere Füße“ zu stellen.

Wie schätzen Sie die Perspektiven des Berliner Immobilienmarktes im Allgemeinen und speziell in Ihrem Tätigkeitsbereich ein?

Der Berliner Immobilienmarkt macht zurzeit eine positive Entwicklung durch und beginnt endlich, das vorhandene Potenzial ein stückweit zu realisieren. Eine Verbindung aus niedrigen Hypothekenzinsen und einem relativ niedrigen Preisniveau macht den Immobilienmarkt der Stadt ausgesprochen attraktiv. Immer mehr Menschen aus dem Ausland oder aus anderen Regionen Deutschlands kaufen im schönen Berlin eine Wohnung und auch die Großinvestoren sind aufgrund von guten Renditemöglichkeiten wieder auf die Hauptstadt aufmerksam geworden. Endlich geht es wieder aufwärts.

Wo sehen Sie sich und Ihr Unternehmen in zehn Jahren?

Die Steffel Gruppe wird weiter ihre Logistik ausbauen und immer wieder mit innovativen und preisgünstigen Produktpaletten überraschen. Unsere Handelsmarke Hometrend wird auch in Zukunft als ein Synonym für hohe Qualität und guten Geschmack gelten und seinen Marktanteil vergrößern. Politisch möchte ich mich weiter im Bundestag für eine vernünftige Finanzpolitik sowie für eine intelligente und nachhaltige Förderung der Immobilienwirtschaft einsetzten. Und vor allem möchte ich den einfachen, hart arbeitenden Menschen in diesem Land eine Stimme verleihen, denn sie sind diejenigen, die durch ihre tägliche Leistung unsere Wirtschaft antreiben.

Wo ist Ihr Lieblingsort in Berlin?

Der Bezirk Reinickendorf, und insbesondere die Gartenstadt Frohnau. Dort wuchs ich auf und lebe noch heute mit meiner Familie. In unserem Garten kann ich unbeschwert mit meiner dreijährigen Tochter rumtoben und dabei Energie auftanken.

Und Ihre Lieblingsimmobilie?

Zweifelsohne ist der neue Flughafen Berlin Brandenburg International ein spannendes Projekt von internationaler Bedeutung, das in der Region bereits viele positive wirtschaftliche Impulse setzt. Diese Wachstumsimpulse werden hoffentlich durch die Berliner Landesregierung aufgegriffen und genutzt werden. Darüber hinaus gefällt mir die Mitte Berlins. Zwischen Alexanderplatz und Potsdamer Platz hat sich in den letzten zehn Jahren sehr viel verändert. Mit dem Reichstag, dem neuen Hauptbahnhof und Sony Center haben wir in Berlin das modernste städtebauliche Zentrum Europas.

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