Interview – Project Gruppe gründet eigene Gewerbe AG

1.September 2015   
Kategorie: Der Immobilienbrief

Wohnen bleibt aber Kerngeschäft der Bamberger

Die Bamberger Project Gruppe gilt in Deutschland als führender Investor im Bereich Projektentwicklung für Wohnimmobilien. Erst kürzlich wurden ein neues 29 Mio. Euro Projekt in Frankfurt am Main sowie der Bau von 93 Eigentumswohnungen in Berlin angestoßen. Immer kleinteilig dabei waren Gewerbeeinheiten. Die Erfahrungen, die das Unternehmen in den letzten Jahren mit der Gewerbeassetklasse gesammelt hat, bündelt das Team um Jürgen Seeberger und Wolfgang Dippold nun in einem eigenen Unternehmensbereich.

 

„Unser Fokus bleibt auf der deutschen Wohnimmobilienprojektentwicklung in den deutschen Metropolregionen“, beruhigt Wolfgang Dippold, Geschäftsführer der PROJECT Investment Gruppe. Die Bamberger sind seit nunmehr 20 Jahren Spezialist für diese Assetklasse und heute Marktführer bei der Emission von Kapitalanlagen in deutsche Wohnprojektentwicklungen für private, semi-professionelle und professionelle Investoren. Die Gründung der eigenständigen gewerblichen Gesellschaft war die logische Konsequenz der Entwicklung der bisherigen Geschäftsbereiche. Immer wieder machen es öffentlichen Auflagen notwendig in den Projektentwicklungen auch Gewerbeanteile zu errichten. Auch fordern die professionellen Investoren wieder mehr einen Gewerbeanteil im Portfolio. Derzeit werden mehrere Fonds auf die aktive Beimischung eines Gewerbeanteils vorbereitet. Künftig kann sich PROJECT zudem zusätzliche Fonds mit dem Schwerpunkt Gewerbe vorstellen.

 

Die Leitung der neuen PROJECT Immobilien Gewerbe AG übernimmt ein erfahrenes Management-Team bestehend aus Patrick Will (Vorstand Globalverkauf und Vermietung), Cornelia Sorge (Leiterin Projektentwicklung), Henning Niewerth (Vorstand Personal, Recht und IT) und Dominik Zapf (Vorstand Finanzen und Controlling). Mit mehr als 20 Jahren Berufserfahrung im gewerblichen Immobilienbereich ist Patrick Will im April dieses Jahres in das Unternehmen eingetreten und zeitgleich in die Vorstandschaft bestellt worden. Ebenfalls im April wechselte Cornelia Sorge nach mehrjähriger Tätigkeit in der Entwicklung von Großprojekten in Hamburg und Berlin zur PROJECT Immobilien Gewerbe AG und übernahm die Leitung der Projektentwicklung. Henning Niewerth ist seit Dezember 2014 Vorstand der Unternehmensbereiche Recht, Personal und IT der PROJECT Immobilien Gewerbe AG sowie der PROJECT Immobilien Wohnen AG und war vorher schon seit 2008 innerhalb der PROJECT Immobilien Gruppe in leitender Funktion tätig. Dominik Zapf wurde ebenfalls Ende 2014 zum Vorstand für den Bereich Finanzen und Controlling der beiden Gesellschaften bestellt – er ist für PROJECT seit mehr als zehn Jahren mit Leitungsverantwortung tätig. Bisher liegt der Fokus der PROJECT Immobilien Gewerbe AG auf dem Standort Berlin. Für die nahe Zukunft ist die Expansion auf die Standorte Hamburg, München und Frankfurt a. M. vorgesehen.

 

Wir sprachen mit den Geschäftsführern der neu gegründeten Gesellschaft.

 

DIB: Wie sieht das Geschäftsmodell der Gewerbe AG im Gegensatz zur Wohnentwicklung aus?

 

Patrick Will: Es gibt viele Gemeinsamkeiten: Die PROJECT Immobilien Gewerbe tritt als klassischer Trader Developer auf eigene Rechnung auf: der Bereich der Projektentwicklung akquiriert attraktive Grundstücke und Bestandsflächen und entwickelt nutzergerechte Planungskonzepte. Wie im Segment der Wohnentwicklungen gilt unser USP: Die Finanzierung der Projektentwicklungen erfolgt bankenunabhängig über die Fonds unserer Schwestergesellschaft PROJECT Investment AG. Auch den Exit steuern wir im Wesentlichen mit eigenen Profis – Verkauf und Vermietung.

 

Die Vertriebsseite unterscheidet sich von der wohnwirtschaftlichen Projektentwicklung dahingehend, dass die Neubauprojekte an gewerbliche Mieter vermietet und – in der Regel bereits vor Fertigstellung – an institutionelle Endinvestoren wie Versicherungen, Pensionsfonds, Vermögensverwaltungen und Family Offices veräußert werden.

 

DIB: Auf welche Standorte will sich die Projektentwicklung von Gewerbeimmobilien fokussieren?

 

Cornelia Sorge: Zunächst wollen wir das Geschäft am bereits bestehenden Standort Berlin weiter ausbauen. Hier entwickelt PROJECT bereits seit 2009 erfolgreich Büro- und Geschäftshäuser mit einem Team vor Ort und wir finden eine dynamische Marktsituation mit attraktiven Wertschöpfungspotentialen vor. Für den Jahreswechsel bereiten wir den Markteintritt unserer Hamburger Niederlassung für Gewerbe vor. Der Aufbau weiterer Standorte in München und Frankfurt am Main wird in 2016 und 2017 folgen. Wir wissen, dass für langfristigen Erfolg in der Immobilienentwicklung die Standort-Expertise der Mitarbeiter vor Ort entscheidend ist und setzen daher wie im Bereich Wohnen auf ein System von Niederlassungen mit regionalen Zuständigkeiten. Diese werden aus Nürnberg zentral gesteuert und durch unser internes Team von Experten im Bereich der Projektsteuerung und im Baumanagement unterstützt.

 

DIB: Welche Nutzer sind geplant? Nur Büro? Einzelhandel? etc.

 

Patrick Will: Im Fokus der PROJECT Immobilien Gewerbe steht die Planung und Realisierung von Büro- und Geschäftshäuser ab einem Volumen von 3.000 qm bis rund 25.000 qm pro Projekt. Darüber hinaus werden Businesshotels entwickelt, verpachtet und verkauft. Ergänzt wird die Projektentwicklung um Gewerbe- und Handwerkerhöfe für das produzierende Gewerbe.

 

DIB: Wie viele Projektentwicklungen wollen Sie pro Jahr durchführen?

 

Cornelia Sorge: Unsere Neugeschäftsplanung ist ambitioniert: wir nehmen uns für die Markteintrittsjahre jeweils 2-3 Ankäufe pro Standort vor und steigern diese Anzahl in den Folgejahren. Um diese Ziele zu erreichen, konzentriert sich die Projektentwicklung in der PROJECT Gewerbe auf den Bereich des Ankaufs und der Konzeption und behält freien Rücken in der Abwicklung der Projekte. Wir wissen, dass erfolgreiche Immobilienakquisitionen von der Beharrlichkeit und den Standort-Kenntnissen unserer lokalen Niederlassungen abhängig sind.

 

DIB: Ist geplant einen eigenen Gewerbeprojektentwicklungs-Fonds aufzulegen?

 

Cornelia Sorge: Wir führen einen ständigen Dialog mit der PROJECT Investment Gruppe und wollen mittelfristig einen rein gewerblichen Entwicklungsfonds aufbauen. Dies hängt allerdings entscheidend von der Reflektion der Investoren ab.

 

Patrick Will: Bedingung hierfür ist selbstverständlich die Akquisition der entsprechenden Volumina (Lacht). Die Risikostreuung ist dabei über die unterschiedlichen Standorte und die unterschiedlichen gewerblichen Nutzungssegmente Büro, Handel und Light Industrial gewährleistet. In der Vermietung der Objekte streben wir grundsätzliche eine Multi Tenant-Struktur an, um die nachhaltige Ertragssituation für unsere Endinvestoren zu garantieren.

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