Investmentmarkt erholt sich langsam

Von Januar bis Juni 2010 wurden bundesweit rund 9 Milliarden Euro in Gewerbeimmobilien angelegt – fast zweieinhalbmal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Der bereits im ersten Quartal zu beobachtende Aufwärtstrend hält weiter an. Dies ergibt die Analyse von den BNP Paribas Real Estate (BNPPRE), Europas führendem Berater für Gewerbeimmobilien.

Investmentmärkte im ersten Halbjahr 2010

Investmentmärkte im ersten Halbjahr 2010

„Vor allem die Nachfrage nach Core-Produkten ist weiterhin sehr hoch und kann momentan durch das sehr begrenzte Angebot nicht abgedeckt werden. Sonst wäre das Transaktionsvolumen sicherlich noch höher ausgefallen. Gleichzeitig schlägt sich der starke Wettbewerb der Investoren in diesem Anlagesegment auch in steigenden Preisen nieder“, erläutert Piotr Bienkowski, Geschäftsführer von BNP Paribas Real Estate Deutschland. „Bemerkenswert und erfreulich ist auch die Rückkehr der ausländischen Investoren, die sich in den vergangenen zwei Jahren stark zurückgehalten haben.“ So steigerten sie im ersten Halbjahr 2010 ihren Anteil am Gesamtumsatz bereits wieder auf über 42 Prozent.    

Von den insgesamt rund 8,99 Milliarden Euro, die bislang in gewerbliche Immobilien investiert wurden, entfallen 6,68 Milliarden Euro (74 %) auf Einzeldeals und 2,3 Milliarden Euro auf Portfolioverkäufe (26 %), wovon die Hälfte dem großen Shoppingcenter-Deal zwischen Multi Development und Corio im ersten Quartal dieses Jahres zuzurechnen ist. Mit einem Anteil von knapp 46 Prozent am Gesamtumsatz liegen Einzelhandelsimmobilien weiterhin an der Spitze, gefolgt von Bürogebäuden mit gut 28 Prozent. Logistikimmobilien verbuchten knapp 10 Prozent des Transaktionsvolumens.  

Auch an den sechs wichtigsten deutschen Investmentstandorten (Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Köln und München) sind die Märkte weiter in Bewegung. „Insgesamt hat sich das Transaktionsvolumen gegenüber dem Vorjahr fast verdreifacht und erreicht im ersten Halbjahr gut 4,6 Milliarden Euro. Mit Ausnahme der Boomjahre 2006 bis 2008 ist dies das beste jemals registrierte Ergebnis – ein mehr als deutliches Zeichen für die Attraktivität der deutschen Immobilienmärkte“, so Bienkowski. Mit erheblichem Abstand auf dem ersten Platz liegt Berlin (rund 1,8 Mrd. €, plus 229 %), gefolgt von München (775 Mio. €, plus 116 %). Auch in Hamburg (587 Mio. €, plus 237 %) und vor allem in Köln (569 Mio. €, plus 618 %) wurde ein hoher Umsatz registriert. Ebenfalls stark zulegen konnte Düsseldorf mit einem Transaktionsvolumen (485 Mio. €, plus 298 %). Lediglich in Frankfurt ist der Zuwachs bislang nur moderat (plus 38 % auf 403 Mio. €).

Renditen erwartungsgemäß leicht rückläufig, Transaktionsvolumen von mindestens 15 Milliarden Euro prognostiziert

Wie erwartet, haben die Netto-Spitzenrenditen für Büroimmobilien aufgrund des großen Interesses an hochwertigen Top-Objekten in einigen Städten nochmals leicht nachgegeben. Aktuell liegen sie bei 5,3 Prozent in Köln sowie bei 5,2 Prozent in Berlin, Frankfurt und Düsseldorf. Die niedrigsten Renditen werden in  München (5,0 %) und Hamburg registriert, wo die Spitzenrendite erstmals seit knapp zwei Jahren wieder die Fünf-Prozent-Schwelle unterschreitet (4,95 %). „Der Aufschwung an den deutschen Investmentmärkten wird voraussichtlich auch im weiteren Jahresverlauf anhalten, da mehrere große Deals in Vorbereitung sind. Problematisch gestaltet sich momentan nur das zu geringe Angebot an Core-Objekten. Trotzdem werden wir 2010 ein Transaktionsvolumen sehen, das höher liegt als in der Zeit vor den Boomjahren. Wir sind nicht nur wieder in der Normalität angekommen, sondern erleben sogar ein sehr gutes Investmentjahr. Vor diesem Hintergrund halten wir auch weiterhin unsere Anfang des Jahres abgegebene Prognose von mindestens 15 Milliarden Euro Investmentumsatz aufrecht“, fasst Bienkowski zusammen.

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