IVG-Aktie: Neuer Werttreiber muss her

Anfang November jährt sich der Amtsantritt von IVG-Lenker Dr. Gerhard Niesslein. Er hatte die Gesellschaft seinerzeit in einer sehr kritischen Situation übernommen und es mit seiner Mannschaft geschafft, diese durch schwere Turbulenzen in ruhigeres Fahrwasser zu manövrieren. Die Garanten der Sanierung waren das Asset Kavernen und eine rigorose Konsolidierung der Finanzlage. Nach dem Teilverkauf des Kavernengeschäfts im vergangenen Geschäftsjahr wurden bislang in 2009 Immobilien im Wert von rd. 1 Mrd. Euro verkauft, wobei auch Buchverluste in Kauf

Chart IVG

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genommen wurden. Das konsequente Zurückfahren des leverage war eine conditio sine qua non, die Wirkung zeigte. Mit den Banken wurde ein Refinanzierungsvolumen von gut 1 Mrd. Euro abgeschlossen und das zu vernünftigen Konditionen. Die Kombination dieser Maßnahmen nahm spürbar den Druck von der IVG und sorgte darüber hinaus für ausreichende Liquidität, die Projekte im Development Bereich weiter voranzutreiben.

Auch die operative Entwicklung verlief im Spiegel der Branche ordentlich. Der Leerstand und die Mietpreise zeigen sich derzeit relativ stabil. Zu einer deutlichen Verbesserung kam es bei der Vorvermietung bei den Entwicklungsprojekten. Durch die Abverkäufe der jüngsten Vergangenheit werden die Mieteinnahmen in diesem und nächsten Jahr allerdings zwangsläufig fallen. Im Zuge der konjunkturellen Entwicklung droht zudem ein Ansteigen des Leerstandes.

Das tiefe Tal der Tränen hat die IVG Immobilien AG hinter sich gelassen. Dabei hat sie verloren gegangenes Vertrauen bei den Anlegern zurückgewonnen. Seit dem Tiefstand der Aktie von 3,20 Euro hat sie sich kräftig erholt und hat zuletzt versucht, die Marke von 8 Euro zu nehmen. Damit notiert sie mehr als 10% unter ihrem Buchwert und gut 25% unter dem net asset value von zuletzt 10,31 Euro pro Anteilschein. Letzterer dürfte sein Niveau allerdings nicht halten und weiter nachgeben. Aus analytischer Sicht ist damit das Potenzial der IVG-Aktie erst einmal limitiert. Es sei denn, die IVG-Verantwortlichen lassen sich etwas einfallen, mit dem neue Phantasie entfacht wird. Eine Option wäre der IVG REIT, wenn der Kapitalmarkt den Börsengang annehmen würde. Auch eine Kapitalerhöhung könnte die Anleger überzeugen, denn Niesslein hat eine solche nur für den Fall in Aussicht gestellt, wenn diese mit ganz bestimmten Wachstumsstrategien verbunden ist. Allerdings genügt die vorgestern bekanntgegebene Kapitalerhöhung diesem Zweck nicht. Dafür ist ihr Umfang einfach zu gering. Man kann daher gespannt sein, was die Bonner einfädeln werden, um den Wert der Gesellschaft zu erhöhen.

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