IVG Development sichert sich ein Filetgrundstück in der City Ost und feiert Richtfest für das „Hackesche Quartier“

Hackesche Höfe, IVG

Hackesche Höfe, IVG

In bester zentraler Lage in Berlin-Mitte, in bester Nachbarschaft zu den Hackeschen Höfen und zur Museumsinsel wird am 23. Juli der Richtkranz über dem Hackeschen Quartier von IVG Development GmbH aufgezogen. Das Projekt präsentiert einen hochmodernen Wohn- und Gewerbeimmobilien-Komplex mit rd. 43 700 qm BGF, verteilt auf mehrere Gebäude, die Flächen für Büro, Einzelhandel, Gastronomie und „serviced“ Apartments bieten. Es ist die aktuell größte private Projektentwicklung in der Innenstadt, nur der BND als öffentlicher Auftraggeber und Investor an der Chausseestraße baut derzeit noch größer. Das Investitionsvolumen beträgt 160 Mio. Euro, die Fertigstellung ist für den April 2010 vorgesehen.

Für die Stadt Berlin, insbesondere die City Ost, ist diese Entwicklung durch die IVG aus Bonn ein absoluter Glücksfall. Es mag nur wenige Projektentwickler geben, die sich an derart ungeordnete Bauflächen heranwagen, noch dazu, wenn es gleich mehrere Alt-Eigentümer mit mehreren eher kleinen, in sich verschachtelten Grundstücksflächen gibt. Seit Ende der neunziger Jahre begann das Unternehmen, sich einzelne Teilflächen zu sichern. Heute misst das gesamte Areal 10 700 qm. Auf der sprichwörtlichen grünen Wiese baut es sich leichter, weiß deshalb aus gutem Grund Christian Köhler, Leiter Bereich Development der IVG Berlin. Gleich mehrere Berliner Senatoren für Bau und später Stadtentwicklung wie Jürgen Kleemann, Peter Strieder oder nun Ingeborg Junge-Reyer haben dieses Projekt mehr oder weniger intensiv begleitet, am innigsten wohl die bei Planern, Architekten und Investoren geachtete (und manches Mal auch gefürchtete) Stadtbaurätin des Bezirks Mitte Dorothee Dubrau. Heute hat Ephraim Gothe den Part von der Vorgängerin übernommen.

Das Areal, gelegen am S-Bahnhof Hackescher Markt (vor der fast totalen Zerstörung durch Kriegseinwirkungen damals S-Bahnhof Börse, dort stand die Berliner Börse), bot nach der Wende ein absolut desaströses Bild. Es war mehr als nur eine der üblichen Stadtbrachen, es war ein Albtraum für jeden Stadtentwickler. Städtebaulich völlig ungeordnet, mehr als nur eine Zufallserscheinung von unkoordinierten Bautätigkeiten seit Ende des Zweiten Weltkriegs – so stellte sich für die Erwerber dieser Bereich südlich der Stadtbahn (S-Bahn) dar. Da waren eine gehörige Portion Mut und auch Visionen gefragt, wie dieser ungeordnete Bereich, der so gar keine städtebaulichen Strukturen mehr erkennen ließ (der historische Straßengrundriss in der östlichen Hälfte war völlig zerstört), einmal aussehen sollte – und natürlich auch Geld. In dieser Situation erfahren die allseits bekannt-berüchtigten Präsentationen der Schwarzpläne durch den Berliner Ex- Senatsbaudirektor Hans Stimmann völlige Berechtigung, denn sie zeigten das ganze Ausmaß der durch Bomben und Abrißwut der DDR marodierten Innenstadt.

Das Hackesche Quartier liegt gewissermaßen an einem der 16 ehemaligen Stadttore Berlins, am Spandauer Tor, d.h. innerhalb der im 17. Jahrhundert angelegten Stadtbefestigung. Die wurde hundert Jahre später durch die Stadterweiterung überflüssig und von General von Hacke geschliffen. Die Reste dienten als Grundmauern für die 1882 eröffnete Stadtbahn. Ebenso existiert die Garnisonkirche von 1701 nicht mehr, ihre Bombenruine wurde in den 60er Jahren abgetragen. Unter Missachtung der historischen Bebauungsstruktur wurde zu DDR-Zeiten die Straße An der Spandauer Brücke mit einem überdimensionierten Straßenprofil neu angelegt. Auch das 24geschossige Punkthochhaus orientiert sich nicht an der historischen Struktur. Es ist ein Verdienst von IVG Development, einen öffentlichen Zugang (Kosten 500 000 Euro) zum Hackeschen Quartier neu zu schaffen und den einst attraktiven Garnisonplatz vor der ehemaligen Garnisonkirche wiederherzustellen. Nun wird nach einem Namen für den Platz gesucht.

Der Hackesche Markt, die angrenzende Spandauer Vorstadt mit Scheunenviertel befinden sich im Aufbruch, so Köhler. Mieter für die ansprechende Immobilie zu finden soll nicht schwierig gewesen sein. Aus der Chausseestraße zieht die PR-Agentur Scholz & Friends. „Das kreative Umfeld hier war für uns bei der Standortwahl entscheidend“, so Thomas Heilmann von Scholz & Friends, die rd. 7 300 qm mieten. 85% Vorvermietung von insgesamt 25 800 qm Bürofläche für eine erst in einem Jahr fertig gestellte Immobilie – wann gab es das in Berlin? 5 200 qm mietet die NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg. „Die individuelle Architektur ist ein echter Pluspunkt“, meint Frank Behrend, Kaufmännischer Direktor bei NBB. Die insgesamt sieben Gebäude des Komplexes haben drei Architektenteams unter der Führung des Büros Müller Reimann entworfen. Auch die Gasag ist als Mieter von rd. 9 000 qm mit dabei. „ Wir legen besonderen Wert auf eine zentrale Lage, nah bei unseren Kunden“, so Andreas Pohl, Gasag-Vorstandsmitglied.

Flexible Raumaufteilung, Terrassen und Balkone, Räume für Ausstellungen, Schulungen und Events, begrünte Innenhöfe und Dächer sprechen die Mieter an. Ebenso zum Komfort gehört ein eigenes Blockheizkraftwerk, das wesentlich für eine äußerst positive Einwertung zur Klassifizierung des Umweltstandards der Immobilie insgesamt beitragen wird.

Die neuen Mieter bringen ca. 1 200 Arbeitsplätze mit, täglich strömen hunderte von Touristen schon heute vom Hackeschen Markt kommend an dem Rohbau vorbei in die Straße An der Spandauer Brücke und weiter zum Roten Rathaus. So wird die vom Verkehr abgewandte Seite des Komplexes mit 3 900 qm von Einzelhandel und Gastronomie besetzt sein. 20% der gesamten BGF wird den „serviced“ Apartments vorbehalten bleiben, betrieben durch den australischen Anbieter Adina Apartment Hotels. Er kümmert sich um alles – das Wohlergehen des Gastes, einen stets vollen Kühlschrank, Rezeption rund um die Uhr, Parkgarage u.a. Adina bevorzugt Premium-Immobilien in angesagten Metropolen, bisherige Standorte in Berlin: am Checkpoint Charlie und am Hauptbahnhof.

Nun ist die letzte große Lücke im Kern der historischen Stadtmitte Berlins geschlossen. Nach dem Richtfest des IVG-Projekts Intercity Hotel (Betreiber Steigenberger) mit 200 Zimmern am neuen Großflughafen Berlin-Brandenburg International ebenfalls im Juli wartet ein neues Highlight auf Christian Köhler. Das letzte Grundstück am Boulevard Unter den Linden (Ecke Glinkastraße) wird IVG Development bald mit einem „sehr feinen“ Büro- und Geschäftshaus bebauen.

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