Loipfinger-Studie: Geschlossene Publikums-AIF sammelten mit 1,57 Mrd. Euro +19% in 2017

 

Über 100.000 Anleger haben seit Einführung des
 KAGB insgesamt 4,2 Mrd. Euro in 123 geschlossene Publikums-AIFinvestiert. Das sind dieEckdaten einer Bilanz, diebesser ausfällt, als vonvielen Marktteilnehmernerwartet, berichtet Stefan Loipfinger in seiner neuesten „MARKTANALYSE DER GESCHLOSSENEN PUBLIKUMS-AIF 2018“. Vor allem derZuwachs im Vorjahr von 19% auf 1,57 Mrd.Euro stimmt zuversichtlich.Geschlossene inländischePublikums-AIF haben zwar bei weitem nicht mehr die Bedeutung wie geschlossene Fonds bis zur Finanzkrise 2007/2008, als jährlich zwischen 10 und 12 Mrd. Euro Anlegerkapital eingesammelt wurden. Allerdings ist die Produktpalette von heute mit Spezial-AIF und Publikums-AIF sowie Produkten des Vermögensanlagengesetzes deutlich heterogener.

Übersicht geschlossene AIF

Übersicht geschlossene AIF

Eine reine Betrachtung der geschlossenen Publikums-AIF zeigt für das abgelaufene Jahr ein neu akquiriertes Volumen von 1,57 Mrd. Euro. Das Vorjahr fiel mit 1,32 Mrd. Euro ebenfalls schon um 17% besser aus als 2015 mit einem Platzierungsvolumen von 1,12 Mrd. Euro. Das Jahr 2014 sei mit ersten Produkten nach Einführung des Kapitalanlagegesetzbuches nur sehr bedingt aussagekräftig, meint Stefan Loipfinger in der neuen „MARKTANALYSE DER GESCHLOSSENEN PUBLIKUMS-AIF 2018“. Hinsichtlich der Produktangebote kamen in 2017 immerhin 29 neue Fonds hinzu. Zusammen mit den noch offenen Produkten aus den Vorjahren konnten die Anleger damit aus 63 Offerten (Vj. 66) auswählen. Die Zahl der aktiven Anbieter hat sich von 41 in 2015 und 2016 auf 33 konsolidiert. Auch die Zahl der aktiven Kapitalverwaltungsgesellschaften ist von 35 in 2015 über 37 in 2016 auf jetzt 32 gesunken.

 

Mit 46,6% waren Immobilien in Deutschland seit Einführung des KAGB das beliebteste Anlagevehikel. Zweitbeliebtestes Investitionsziel sind mit 33,1% internationale Immobilien. 34.300 Zeichner unterschrieben im Vorjahr eine Beitrittsvereinbarung. Seit 2014 summierte sich die Gesamtzahl der Investoren auf 102.500. Die durchschnittliche Zeichnungssumme lag 2017 mit 45.600 Euro über dem Vorjahreswert von 40.250 Euro.

 

Mit Abstand größter Anbieter bei den geschlossenen Publikums-AIF ist die Kölner Jamestown, die mit einem USA-Immobilienfonds ein Volumen von 351,3 Mio. Euro Anlegerkapital platzierten, vor WealthCap mit 217,2 Mio. Euro. Auf den dritten Platz in der Anbieterhitliste kam 2017 die Patrizia GrundInvest mit 146,3 Mio. Euro. Bei den Verwahrstellen heißen die Marktführer Hauck & Aufhäuser, Caceis Bank und State Street.

Noch lange nicht zufriedenstellend sei die Transparenzbereitschaft der Anbieter, urteilt Stefan Loipfinger. Eigentlich völlig selbstverständlich solle die Bereitschaft der Anbieter sein, aussagekräftige Verkaufsunterlagen zur Verfügung zu stellen. Von den von Loipfinger angefragten 107 Anbietern waren 15 Anbieter dazu nicht bereit, obwohl sie laut KAGB eigentlich verpflichtet seien, den Verkaufsprospekt und die Wesentlichen Anlegerinformationen für jedermann zugänglich zu machen. Besonders groß ist der Verbesserungsbedarf bei der Bereitschaft, eine nachvollziehbare Prognoserechnung zu liefern. Um die in den Wesentlichen Anlegerinformationen enthaltenen Ertragsaussichten beurteilen zu können, muss ein Anleger die Parameter kennen, mit denen die Vorschau ermittelt wurde. Nur ein Drittel ist dazu bereit. Der Rest liefert überhaupt keine Prognoserechnung oder nur rudimentäre und nicht ausreichend aussagekräftige Zahlenreihen.

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