„Mitte Altona“ – ein Großprojekt voll im Plan

78.000 qm Bruttogeschossfläche umfasst im ersten Bauabschnitt der Anteil der aurelis Real Estate GmbH an dem städtebaulichen Entwicklungsvorhaben auf altem Güterbahngelände in Hamburg-Altona.

Auf dem Weg vom Hamburger Hauptbahnhof zur Endstation Altona beschreibt der Schienenstrang zuletzt einen weiten Bogen auf einem Viadukt hoch über einem endlos erscheinenden Brachgelände. Doch diese zeitraubende Kurve soll ab 2023 für den Fernverkehr wegfallen, so lautet der Beschluss der DB, wenn die S-Bahnstation Diebsteich zum Endbahnhof ausgebaut ist. Dieser Beschluss war Anstoß für die Neubewertung von rund 75 ha Gesamtfläche im Bereich des aufgegebenen, alten Güterbahnhofs und der benachbarten Holstenbrauerei. Voruntersuchungen ab 2007 ergaben eine Aufteilung des Geländes in 13 ha im 1. Bauabschnitt sofort überplanbarer Fläche und weiteren 16 ha im 2. Bauabschnitt, wenn die Bahn ihre Flächen frei geben kann. aurelis hält im 1. BA 6 ha im Eigentum, weitere Grundstückseigner sind die Deutsche Bahn AG, ECE und ein Konsortium Hamburger Wohnungsbauunternehmen aus Behrendt, Harmonia Immobilien, Fraatz und ECE (112. PANTA).

Das Gelände des 1. BA zwischen Harkortstraße und Bahnviadukt erstreckt sich von der Ecke Harkortstraße in nördlicher Richtung. Den Eingang bilden die zwei Zeilen alter Güterhallen, die die aurelis denkmalgerecht saniert und als eine Art Mall unter freiem Himmel für Gewerbenutzungen ausbaut. Danach weitet sich das Gelände. Mittendrin bildet der denkmalgeschützte massive Ziegelbau der „Kleiderkasse“, wo früher die Uniformen der Bahnbediensteten ausgegeben wurden, einen markanten Akzent. Hier soll schon bald, neben Büros, eine der vier geplanten Kitas einziehen. Weiter nördlich erstreckt sich der auf 2,7 ha geplante Quartierspark bis zu den Bahngleisen, Hauptattraktion hier das Stahlgerüst alter Lagerhallen, das als ein weiteres Denkmal für die Historie des Standortes wie eine riesige Gartenskulptur stehen bleibt. Das Hamburger Architekturbüro André Poitiers hatte den 2010 den Wettbewerb für den städtebaulichen und landschaftsplanerischen Realisierungsplan gewonnen und plant nun auch den Park und z.T. die Wohnbebauung.

1.600 Wohnungen sind im 1. BA angrenzend an die beiden Riegel der Güterhallen sowohl in Zeilenbau wie in Blockstruktur um Innenhöfe vorgesehen. Mit insgesamt 3.500 geplanten Einheiten ist die „Mitte Altona“ das größte Wohnungsbauvorhaben in Hamburg und wird ein breites Angebot für alle Einkommensgruppen und Raumansprüche bieten. In dem 2012 von der Hamburger Bürgerschaft verabschiedeten Masterplan sind je etwa ein Drittel Sozialwohnungen, Mietwohnungen und Eigentumswohnungen vorgesehen zu Gunsten einer bunten sozialen Mischung im Quartier. Ein Baufeld am östlichen Rand hat zwischenzeitlich die Stadt Hamburg erworben für die Errichtung von 161 Wohneinheiten durch Baugemeinschaften.

Innerhalb des Gesamtvorhabens zeichnet aurelis verantwortlich für insgesamt 78.000 qm BGF für rund 450 Wohneinheiten, den Neubau einer Schule, für den Umbau der Kleiderkasse zu Büros und einer Kita sowie für Einzelhandels- und Gewerbeflächen im Bereich der denkmalgeschützten Hallen am Verladebahnhof, für die bereits teilweise Mietverträge bestehen. Architektonischer Blickfang ist hier der Plan des Architekten André Poitiers, die neuen Wohnhäuser entlang der Rückseite der östlichen Zeile als Kranhäuser über die Güterhalle aufragen zu lassen. An den Gesamterschließungskosten wird sich aurelis entsprechend der anteiligen Bruttogeschossfläche mit etwa 47,85 Mio. Euro beteiligen. „Auf unserem Areal wird das Herz der neuen Mitte Altona schlagen: Es entsteht eine lebendige Mischung aus Einzelhandel, Kleingewerbe, Gastronomie, Wohnungen, Parkflächen, eine Stadtteilschule und Plätze mit Aufenthaltsqualität. Modernisierte denkmalgeschützte Gebäude bleiben als identitätsstiftende Bauten erhalten. Wir werden die gewerblich genutzten Einheiten weitgehend im Bestand halten. Es ist weiterhin geplant, die Schule als PPP-Projekt mit der Stadt umsetzen. Insgesamt kann man sagen, dass die Mitte Altona für uns ein besonderes Projekt mit bundesweiter Strahlkraft ist“ fasst Joachim Wieland, CEO der aurelis, zusammen.

Parallel zu den weiteren Planungsschritten im B-Planverfahren haben alle Beteiligten sich auf eine intensive Öffentlichkeitsarbeit mit Bürgerbeteiligung, Infoveranstaltungen und Diskussionen verständigt und im Mai 2014 in den Bindungen des mit der Stadt Hamburg geschlossenen städtebaulichen Vertrages festgelegt. Dieser Einsatz hat Früchte getragen, denn es galt, eine traditionell kritische und protestbereite Bürgerschaft in Altona davon zu überzeugen, dass von den Neuentwicklungen alle profitieren werden. Die intensive Vorarbeit hat sich auch insofern gelohnt, als seit Beginn der Bauvorbereitung alles nach Plan läuft. Die Bodenaufbereitung ist abgeschlossen, Baustraßen zur Erschließung sind fertiggestellt, an vielen Stellen wird bereits gearbeitet. 

Der Projektname „Mitte Altona“ ist hier mehr als ein wohlklingender Name. Bisher endete die Grünachse, die über dem Elbufer mit dem „Altonaer Balkon“ beginnt und sich als Park bis zum Platz der Republik fortsetzt, an der wenig attraktiven Barriere des Altonaer Bahnhofs mit Einkaufszentrum. Daran wird sich zunächst nichts ändern, aber die künftige Öffnung des Geländes jenseits des Bahnhofs mit einer Flaniermeile zwischen den restaurierten Güterhallen und dem weiträumigen Park am Ende schafft ein neues städtisches Klima, eine neue städtebauliche Qualität und eine Brücke zum Bereich Altona Nord. Dafür, dass diese Ziele konsequent verfolgt werden, muss auch in Zukunft  das partnerschaftliche Miteinander der Projektbeteiligten gemäß den Bindungen im städtebaulichen Rahmenplan einstehen.

 

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