Orco verkauft „Haus Cumberland“ in Berlin

28.September 2009   
Kategorie: Der Immobilienbrief

Berlin – Das Berliner Immobilienunternehmen Orco Germany trennt sich von einer seiner prominentesten Projektentwicklungen: Der Verkauf von Haus Cumberland, einem denkmalgeschützten Komplex am Kurfürstendamm, steht unmittelbar bevor. Das berichtete das Handelsblatt. Käufer ist Branchenkreisen zufolge ein Privatinvestor mit Schweizer Kapital im Hintergrund. Der Kaufpreis beträgt dem Vernehmen nach 30 Mio. Euro; Orco bezahlte im Jahr 2006 für die Liegenschaft 38 Mio. Euro. Welche Pläne der neue Eigentümer verfolgt, ist nicht bekannt. Orco Germany wollte sich auf Anfrage zu der Transaktion nicht äußern.

Der Verkauf reihe sich ein in eine Reihe von Maßnahmen, mit denen die im Frankfurter Prime Standard gelistete Gesellschaft versucht, wirtschaftlich wieder festen Boden unter den Füßen zu gewinnen, so das Handelsblatt. Orco Germany war durch die Schieflage der Muttergesellschaft Orco Property Group mit Sitz in Luxemburg, die gut 56 Prozent der Aktien von Orco Germany hält, in Schwierigkeiten geraten,

Im ersten Halbjahr dieses Jahres verkaufte Orco mit dem Projekt Fehrbelliner bereits ein anderes prestigeträchtiges Vorhaben. Der Kaufpreis für die ehemalige Fabrik in Berlin-Mitte, in der Orco extrem teure Luxuswohnungen realisieren wollte, betrug fünf Mio. Euro. Ein Mehrfaches davon dürfte Orco in Planung, Baumaßnahmen und Marketing investiert haben. Zudem schloss Orco die Niederlassungen in München, Frankfurt und Hamburg. Neben der Zentrale in Berlin unterhält das Unternehmen jetzt lediglich eine Niederlassung in Düsseldorf, wo es in dieser Woche den Büroturm „Sky Office“ eröffnete.

Nun werden die Diskussionen um die Unwägbarkeiten um das Wertheim-Areal am Leipziger Platz in Berlin immer intensiver diskutiert und es wachsen die Zweifel, ob Orco auch in der Lage ist, dieses Millionen-Projekt zu stemmen. Orco hatte das 22. 000 Quadratmeter große Grundstück, eines der wirklich letzten Assets in der Hauptstadt Berlin, 2006 für 75 Mio. Euro von der Jewish Claims Conference erworben. Im Jahr 2008 wurden die Bebauungspläne des Architektenbüros Kleihues präsentiert. Seitdem ist es um das Areal, das von meterhohen Plakatwänden vor der Öffentlichkeit verborgen wird, sehr ruhig geworden.

Einziger erfolgreicher Deal in Berlin war der Erwerb der GSG Gewerbesiedlungsgesellschaft vom Land Berlin für 400 Mio. Euro in einem Joint Venture mit Morgan Stanley im Jahr 2007. Dort konnte Orco den Leerstand in den 45 Gewerbehöfen kontinuierlich reduzieren.

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