Real Estate Finance Day 2015 – Immobilien- trifft Finanzbranche

„Wir werden den geschlossenen Fonds ersetzen“

Der Immobilienfinanzierungsmarkt ist derzeit gefangen zwischen niedrigen Zinsen, Margendruck und steigenden Refinanzierungs- und Liquiditätskosten. Das drückt die Stimmung. Der diesjährige Real Estate Finance Day (REFD), der am gestrigen Donnerstag in der Frankfurt School of Finance & Management in Frankfurt stattfand, brachte sowohl Anbieter, Nachfrager und Dienstleister zusammen, um sich über aktuelle Themen an den Finanzierungsmärkten auszutauschen.

 

Die Schere am gewerblichen Finanzierungsmarkt wird sich weiter öffnen. Das zumindest machte Andreas Schulten, Vorstand von bulwiengesa gleich zu Anfang des REFD deutlich. In den Top-Sieben Standorten Deutschlands ist Finanzierung kein Problem. Doch in den B-Standorten dreht sich dieses Bild schon deutlicher. Die Risikoaversion der Finanzierer steigt außerhalb der Top-Zentren stark an. Core-Objekte bleiben Bankers Lieblinge. Das lässt Raum für alternative Finanzierungsmöglichkeiten. Crowd-Investoren schießen wie Pilze aus dem Boden und erfreuen sich deutlich steigender Beliebtheit bei Anlegern. Dabei investieren nicht nur Kleinsparer auf den Online-Plattformen. Carl von Stechow, Gründer der Crowdinvesting Plattform ZINSLAND beobachtet zunehmend auch größere Beträge, die investiert werden. Stechow sieht enormes Potenzial im Bereich Projektfinanzierung für Crowdinvestoren. „Wir werden den geschlossenen Fonds ersetzen“, glaubt von Stechow. Seine Investoren mögen besonders die Einfachheit des Produkts.

 

Dr. Altfried M. Lütkenhaus, Mitglied des Vorstands der Frankfurter Sparkasse, ist hingegen skeptisch, was die neuen Möglichkeiten der Digitalisierung für den Finanzierungsmarkt angeht. Finanzierung bleibe ein persönliches Geschäft mit persönlichen Beziehungen, glaubt Lütkenhaus. Größere Konkurrenz komme weniger von den Crowdinvest-Plattformen als vielmehr von den institutionellen Investoren, die den Markt mit Kapital überschwemmen würden. Lütkenhaus beklagt vor allem, dass die Banken durch immer höhere Refinanzierungs- und Liquiditätskosten immer weniger konkurrenzfähig seien.

 

Der REFD wird gemeinsam vom Frankfurt School Verlag und der Agentur Targa Communications aus Frankfurt veranstaltet. Mehr zum REFD lesen Sie in der nächsten Ausgabe.

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