Shanghai – die Finanz- und Wirtschaftsmetropole Chinas

Wer das erste mal nach Shanghai kommt ist von der von der schieren Endlosigkeit dieser Stadt überrascht. Über 25 Mio. Menschen sollen in der Metropole leben. Dabei erscheint einem die Stadt völlig chaotisch. Während in Hong Kong und Singapur die Stadtviertel noch klar erkennbar waren, kommt Shanghai einem unorganisiert und trist vor. Man verliert schnell die Orientierung in einer Stadt, an der jede Straßenecke irgendwie gleich chaotisch aussieht. Einzig die riesigen Straßen, die sich wie Schlangen auf Stelzen durch die Stadt ziehen, zeigen ein bisschen den Weg. Man sucht immer die bekannte Skyline, um sich ein wenig Orientierung zu verschaffen.

Entsprechend zeigt sich der Immobilienmarkt. 6 Mio. qm Büroflächen hat die Stadt zur Verfügung. Professionelles Immobilienbusiness gibt es quasi erst seit 2004 glaubt man Jim Yip, Investment & Advisory Services Director bei DTZ Cushman & Wakefield. Yip ist 2004 aus Hong Kong nach Shanghai gekommen, um hier professionelles Immobiliengeschäft aufzubauen. Seitdem wandelt sich die Stadt vom produzierenden Gewerbe hin zu mehr Dienstleistungen. Das erforderte auch den Bau vieler Bürotürme, die sich quer durch die Stadt ziehen. Das rief damals auch die ersten ausländischen Investoren auf den Plan, die sich im Zuge der Lehman Krise wieder zurückzogen. Seitdem haben hier Chinesen die Oberhand. Trotzdem steckt das Investmentgeschäft noch in den Kinderschuhen. So gab es in den letzten 20 Jahren nur 15 große Deals mit lediglich 5 Objekten, die jeweils dreimal „gedreht“ wurden. Wer Office kaufen will, der muss in Shanghai lange auf die Suche gehen. Und trotzdem zeigt Shanghai mehr Deals als Peking. Das zeigt, dass der Markt noch nicht reif für die Internationalisierung ist. Die Unsicherheiten durch das politische System und die damit verbundene Unzuverlässigkeit sind ein echtes Problem für viele ausländische Investoren.

Auch der Einzelhandelsmarkt hat hier seine Schwierigkeiten. Schaut man einmal chinesisches Fernsehen weiß man auch warum. Jede zweite Werbung beschäftigt sich mit den neuesten chinesischen Handys, die in bunten Bildern angepriesen werden. Der damit verbundene Drang zum Online-shopping, den der Großteil der Chinesen dem Vorzug gegenüber dem stationären Handel geben, macht das Vermietungsgeschäft für Retailobjekte schwierig. In Shanghai gebe es ein großes Überangebot an Einzelhandelsflächen, so Yip. Davon konnten wir uns beim Besuch der neuen 818 Mall selbst überzeugen. Auf 10 Etagen haben über 400 Shops platz. 90% sind allerdings nur vermietet. Für eine neue Mall in Shanghai wahrscheinlich sogar ein guter Wert.

Allerdings zeigt sich, dass die Shopping-Center Entwickler sich dem Online-Handel Trend stellen. So gibt es auf der obersten Etage zahlreiche Werkstätten, in denen man gezeigt bekommt, wie man selber backt, malt oder eigenen Schmuck herstellen kann. Hier kann man sich mit Freunden verabreden, um danach auf der riesigen Dachterrasse und einer runden im Riesenrad, dass sich auf der Dachterrasse befindet, abzukühlen.

Erklärt wurde uns übrigens auch, warum viele Chinesen den Weg nach Europa suchen, um dort ihr Geld zu parken. In Shanghai liegen die Cap Rates derzeit bei 3,5%. Allerdings liegen die Finanzierungskosten bei mindestens 5%. Die Kapitalflucht werde lt. Shawn Brodie, Researcher bei DTZ Cushman & Wakefield in Shanghai auch noch weiter gehen. Einfallstor in den europäischen Markt bleibt dabei erstmal London auch wenn der Brexit für etwas Unruhe unter den Chinesen gesorgt hat.

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