Starkes West-Ost-Gefälle in Europas Büromärkten

Im Westen gelungener Jahresauftakt mit steigender Fertigstellung 

In den meisten europäischen Büroflächenmärkten gab es einen gelungenen Jahresauftakt. Der Europäische Büro-Mietpreisindex von JLL legt im Q1 gegenüber dem Vorquartal um 0,6% und im Vorjahresvergleich um 2,7% zu. Der Büroflächenumsatz liegt mit 2,7 Mio. qm auf dem Rekordniveau des Vorjahres. Jedoch zeigte der Büroflächen-Leerstand erstmals seit 2013 wieder einen geringfügigen Anstieg auf 8,1%. Die politische Unsicherheit habe bislang nur geringe Auswirkungen auf die kontinentaleuropäischen Büroflächenmärkte gehabt.

 

Die bessere Stimmung auf dem Arbeitsmarkt und bei den Unternehmen habe gleichauf mit dem Vorjahr für eine Büro-Vermietungstätigkeit auf Höchststand der letzten 10 Jahre gesorgt, berichtet JLL bei der Berichterstattung zur europäischen Immobilienuhr. Mit einem Jahresplus des gewichteten europäischen Büro-Mietpreisindex von JLL von 2,7% wurde der 10-Jahresdurchschnitt (1,4%) deutlich übertroffen. Ohne das inzwischen anscheinend immer stärker Brexit gebeutelte UK könne sogar ein Plus der Spitzenmieten um 4,3% notiert werden. In UK verweist der Rückgang seit dem EU-Referendum um 8,3% auf eine verstärkte Unsicherheit im Markt. Aktuell blieben aber auch in London ebenso wie in Paris die Spitzenmieten über das Quartal jedoch stabil bei 765 Euro pro Jahr. Bei weiter zunehmenden Leerständen könnten die Mieten im Londoner West End bis zum Jahresende aber noch einmal leicht nachgeben. Berlin (+3,7% auf 336 Euro/Jahr) und Stockholm (+3,2%) legen durch Flächenknappheit deutlich zu. Die Werte toppen mittlerweile deutlich frühere Höchststände. Zugelegt haben die Spitzenmietpreise auch in Barcelona um 2,3% und Madrid um 1,7%. Auch wenn in beiden Städten eine positive Mietentwicklung zu beobachten sei, so bewegten sich die Spitzenmieten mit 264 Euro pro Jahr bzw. 354 Euro pro Jahr immer noch deutlich um -18% bzw. -27% unter den Höchstwerten von 2008.

Das Umsatzvolumen von 2,7 Mio. qm liegt auf dem Niveau des Vorjahres und übertraf den 5- bzw. 10-Jahresdurchschnitt der jeweils ersten drei Monate um 12% bzw. 8%. Deutlich unterschiedlich sind die Umsatzentwicklungen in den west- und osteuropäischen Märkten. Einem Plus von 10% im Westen steht einem Minus von 43% im Osten gegenüber. Auch in den sieben deutschen Immobilienhochburgen zeigte sich, wie schon gemeldet, mit fast 1 Mio. qm Bürofläche (+7%) eine ungebrochen dynamische Nachfrage. Der europäische Büroflächenumsatz dürfte auch 2017 über dem 5-und 10-Jahresdurchschnitt von etwas mehr als 11 Mio. qm liegen. Flächenexpansionen könnten für ein Ergebnis von 11,7 Mio. qm sorgen.

Die Leerstandsquote ist auf Grund einer Erhöhung um 0,8% in London leicht von 8,0% auf 8,1% gestiegen. 15 der 24 Index-Städte verzeichneten einen Rückgang der Leerstandsquote. Unter den Indexstädten haben Berlin und München mit 4,2% die niedrigste Leerstandsquote. Prag wurde mit minus 80 BP auf 9,7% erstmals seit 2008 einstellig. Barcelona sank um 70 BP auf 8,3%, Amsterdam um 60 BP auf 8,3% und Brüssel um 40 BP auf 9,0%. Durch die rege Vermietungstätigkeit wurde das höhere Fertigstellungsvolumen von Projektentwicklungen in den meisten Städten wieder aufgewogen. Mit 5,3 Mio. qm und 6,2 Mio. qm wird das Fertigstellungsvolumen in den kommenden beiden Jahren weiter deutlich über dem 5-Jahresschnitt zulegen. London, Paris, Dublin, Berlin und München sind die Hotspots. Nach aller „Der Immobilienbrief“-Erfahrung könnte sich hier wie immer unbemerkt der Einstieg in einen neuen Zyklus ergeben.

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