Türken auf Rügen

In Sassnitz baut die deutsche Tochter einer Istanbuler Holding ein Werk für die Produktion von Kunststoffrohren. Ein Grund für die Standortwahl: Eisenbahnwaggons mit russischer und finnischer Breitspur

Die Deutsche Bogenn GmbH, eine Tochterfirma der MIR Holding mit Sitz im türkischen Istanbul, errichtet derzeit in Sassnitz (Landkreis Vorpommern-Rügen) ein Werk für die Herstellung von Kunststoffrohren. „Das ist eine Premiere für Mecklenburg-Vorpommern. Die Deutsche Bogenn ist die erste Industrieansiedlung aus der Türkei bei uns im Land. Das Unternehmen will 65 neue Arbeitsplätze schaffen“, sagt Stefan Rudolph, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus.

Der Hafen Sassnitz-Mukran hat sich dank seiner Standortvorteile zu einem Ansiedlungsort für Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und für Servicebetriebe im Bereich des Baus und der Wartung von Offshore-Windenergieanlagen entwickelt. Der Großgewerbestandort punktet mit Produktionsflächen an der Kaikante, Seeverbindungen von Deutschland nach Schweden, Dänemark/Bornholm, Finnland, Russland und ins Baltikum sowie dem größten Eisenbahnfährhafen Deutschlands direkt an der offenen See.

Das alles habe auch die Türken überzeugt, vor allem die Möglichkeit zum Umschlag von Eisenbahnwaggons mit finnischer und russischer Breitspur, so das Wirtschaftsministerium. Das Unternehmen Bogenn ist auf die Herstellung und den Vertrieb von Kunststoffrohren sowie Verbindungselementen in den Bereichen Trinkwasser, Abwasser, Heizung (sowohl Gebäude- als auch Versorgungsinfrastruktur) und Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen sowie die Produktion und den Handel mit Waren aus dem Bereich der Sanitärinstallation spezialisiert. In Sassnitz-Mukran sollen Kunststoffrohre im hochpreisigen Segment produziert werden, die überwiegend für den deutschen Markt gedacht sind.

Wir können mehr als Tourismus

Mit einem Warenaustausch in Höhe von insgesamt 248 Mio. € liegt die Türkei auf Platz 16 der wichtigsten Außenhandelspartner 2015 Mecklenburg-Vorpommerns (vgl. 2014: Platz 20 mit 150 Mio. €). Die Türkei liegt mit dem Exportwert in Höhe von 210 Mio. € auf Platz zwölf der wichtigsten Exportpartner des Landes 2015. Die wichtigsten Exportgüter waren Geräte zur Elektrizitätserzeugung und -verteilung (68%), Wasserfahrzeuge (6%) und Sperrholz (5%). Die Türkei lag in 2015 auf Platz 23 der wichtigsten Importpartner. Die wichtigsten Importgüter waren Kraftmaschinen (außer Motoren für Flugzeuge und Kraftfahrzeuge) (25%), chemische Halbwaren (17%) und Fische (7%).

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