Villa Kampffmeyer ist wieder zu haben

 

An der weltberühmten Glienicker Brücke, dem Tor von der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam nach Berlin, steht mit der Villa Kampffmeyer eine der bedeutendsten Immobilien der Region überhaupt zum Verkauf, wieder einmal. Das äußerst repräsentative Domizil auf einem 8800 qm großen parkähnlichen Areal ist historisch sehr bedeutend, ihre Architektur und Lage sind einzigartig. Man genießt den unverbaubaren Blick aufs Wasser in einem nahezu 270-Grad-Blick vom Jungfernsee über die Glienicker Lake bis hin zum Tiefen See mit Blick auf das Babelsberger Schloss und das Jagdschloss Glienicke.

Dahler & Company

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Gern wird Potsdam auch als die „schöne Schwester“ Berlins bezeichnet. Das ist nicht übertrieben. Die Kulturlandschaft um Potsdam, durchzogen von Seen, Flüssen, Wäldern und Auen, eingebettet in lieblich anmutende Höhenzüge, bietet ein Idyll zum Wohnen und Leben. Diesen Wert wussten schon unsere Altvorderen zu schätzen. „Das ganze „Eyland Potsdam muss ein Paradies werden“, hatte bereits Johann Moritz von Nassau-Siegen, Statthalter von Kleve und Berater des Großen Kurfürsten, im Jahr 1644 als Vision seinem Landesherren empfohlen. Stadt und Umgebung bilden seit Jahrhunderten ein architektonisch-landschaftliches Gesamtkunstwerk, peu à peu verheilen auch die Wunden, die der Zweite Weltkrieg und die Teilung Deutschlands gerissen haben. Als ein bedeutendes Ensemble historischer Landschaftsarchitektur ist es seit der Ära Friedrich II. geprägt von Schlössern, Parks sowie Parkbauten. Im Jahr 1990 wurde dieses Kleinod mit der Aufnahme in die Welterbeliste der UNESCO geehrt. „Preußisches Arkadien“ wird die Parklandschaft zwischen Potsdam und Glienicke wegen ihrer zahlreichen Bezüge zur Antike gerne genannt – eine Reminiszenz an die idealtypische Landschaft Arkadien der griechischen Sage.

Die Villa Kampffmeyer ist in den vergangenen Jahren noch einmal aufwendig saniert worden. Für das Bauwerk, das 1924 für den Berliner Mühlenunternehmer Kurt Kampffmeyer errichtet wurde, muss der Käufer dem Vernehmen nach einen Betrag oberhalb von 20 Millionen Euro einplanen. Die herrschaftliche Parkanlage wurde ursprünglich von Georg Potente gestaltet und unterliegt dem Konzept des ebenfalls von ihm rekonstruierten Schlossparks von Sanssouci. Der große Garten grenzt direkt an das Ufer des Tiefen Sees und besticht nicht zuletzt durch den über hundertjährigen Hainbuchenbestand. Auch die Villa selbst – errichtet von den Charlottenburger Architekten Mohr und Weidner – ist ein absolutes Unikat in Potsdam und Berlin. Bereits das Äußere der Villa zeigt ihre Einzigartigkeit: Hohe girlandenverzierte Rundbogenfenster und ein mit einer Kuppel versehener Mittelrisalit schmücken die Südfassade. Über der Kuppel der Villa schwebt mit Merkur der Götterbote und Schutzpatron der Kaufleute. Gemeinsam mit dem zur Vorfahrt ausgebauten Säulenportikus zeugt alles von Historie. Das Innere steht dem Äußeren in nichts nach und wurde in den letzten drei Jahren umfangreich nach alten Plänen in den Ursprungszustand versetzt (Architekten Petra und Paul Kahlfeldt Berlin). Das Herzstück des Erdgeschosses ist die beeindruckende Halle mit der blau-goldenen Kassettendecke als Gewölbe und dem imposanten Kamin sowie der prächtigen Treppe aus Eichenholz samt Galerie. Das Obergeschoss ist ebenso großzügig gestaltet und arrangiert sich um die weitläufige Galerie. Feinstes Tafelparkett, filigrane Stuckdecken sowie edle Holzvertäfelungen laden zu einer unvergesslichen Besichtigung ein. Unvergleichlich schön das Gartenzimmer mit dem originalen Marmorfußboden. 15 Zimmer mit 1200 qm Fläche sollten ihren Besitzer wohl bald finden, dazu als Glanzstück in der oberen Etage das „goldenen Bad“.

Nun soll mit einem neuen Besitzer ein neues Kapitel in der wechselvollen Nutzergeschichte der Villa aufgeschlagen werden. Nach 1961 war die Villa Passstelle und Beobachtungsposten für KGB und Staatssicherheit, davor Domizil der FDJ. In den 1990er Jahren restaurierte der Berliner Immobilienmogul Klaus Groth die Villa, der das Anwesen samt ursprünglich 36000 qm großem Park von der Erbengemeinschaft Kampffmeyer erworben hatte und dort an der Glienicker Brücke völlig unsensibel acht Stadtvillen errichten ließ. Fast hätte daraufhin Potsdam den UNESCO-Titel verloren. Später musste Groth den gesamten Besitz Gläubiger Commerzbank überlassen. Berühmt-berüchtigter Bewohner als Mieter waren u.a. der frühere Schweizer Botschafter Thomas Borer, der zusammen mit Ehefrau Shawne Fielding dort rauschende Feste veranstaltete, oder ein arabischer Militärattaché, der sogar einen riesigen Hundezwinger mit hohen Zäunen bauen ließ, völlig abwegig für das preußische Arkadien. Das ist heute alles vorbei und wieder restauriert und schmuck. Nur der jetzige Eigentümer kann diesem Arkadien so gar nichts abgewinnen. Und nun sucht die frisch sanierte Schöne wieder einen neuen Liebhaber, aber solvent.

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