WGF – Eigenkapital sackt zusammen

21.Oktober 2011   
Kategorie: Der Immobilienbrief, News

Erst der Verlust im ersten Halbjahr und nun soll die WGF offenbar noch ihre Anleihen „verscherbeln“. Das zumindest ist uns zu Ohren gekommen. Was ist dran?

Die WGF unter Chef Pino Sergio hat im ersten Halbjahr ein Ergebnis nach Steuern von -6,5 Mio. Euro erzielt. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit rutschte auf -4,34 Mio. Euro zurück. Der selbsternannte Profi im Hypothekenanleihenbereich hatte die Halbjahreszahlen heimlich still und leise lediglich auf die Homepage gestellt. Keine Pressemitteilung oder ähnliches. In Folge des Verlusts sankt die Eigenkapitalquote auf magere 1,7%! Das Unternehmen hatte bei Umsatzerlösen von 3,1 Mio. Euro allein 3 Mio. Euro für Personalaufwendungen hinlegen müssen. Derzeit hat das Unternehmen ein Rating bei Creditreform laufen, das aber noch auf seine Veröffentlichung wartet. Laut Unternehmen sind derzeit die Hypothekenanleihen A0LDUL, WGFH04 und WGFH05 im Ratingprozess. Die Gespräche mit der Creditreform Rating AG dauern an.

Nun wird offenbar spekuliert, ob die WGF ihre Anleihen mit Rabatten verkauft, um vor Veröffentlichung des Ratings diese noch los zu werden. Dem widerspricht das Unternehmen. Es gebe keine Rabatt-Aktion. Aktuell habe das Unternehmen nur die neue Anleihe WGFH08 im Vertrieb. Neukunden müssten hier den üblichen Ausgabekurs von 100% zahlen. Es gebe aber in dieser Woche eine laufende Rabatt-Aktion, so ein Unternehmenssprecher. Diese richte sich allerdings nur an bestehende Kunden, welche in der Vergangenheit die AOJURK Anleihe direkt über die WGF gezeichnet haben. Bei dieser Anleihe steht im November eine Rückzahlung an. Solche Bestandskunden haben im Rahmen einer begrenzten Wiederanlage-Aktion von der WGF das Angebot erhalten das neue Wertpapier zu 98,5% direkt bei der WGF zu zeichnen. Davon unberührt seien die Vertriebsprovisionen.

Auch die jüngst ausgegebene 5,35%-Hypothekenanleihe 2010/2015 (WGFH07) wurde am 6.10. lt. boersennews.de bereits mit einem Verkaufskurs von 94% gehandelt obwohl die Erstplatzierung der Anleihe erst Ende September abgeschlossen war. Möchten hier Anleger ihre Anteile möglichst schnell wieder loswerden?

Anm. d. Red.: Die Redaktion nimmt sich das Recht, Kommentare in gekürzter Form wiederzugeben.

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Kommentare
3 Kommentare zu “WGF – Eigenkapital sackt zusammen”
  1. Thomsen (Thomas D) sagt:

    Unseriöse Berichterstattung über WGF Anleihen!
    Bezeichnender Weise wurde in den letzten Wochen mit Halbwissen, Halbwahrheiten und Pseudonymen eine Negativkampagne gegen die WGF losgetreten. Wer steckt dahinter und wer profitiert? Wettbewerber? Anwälte? Mittlerweile müßte doch endlich mal zur Kenntnis genommen werden, dass die WGF -wie schon früher- auch im September 2011 ihre Anleihenzinsen pünktlich und korrekt bezahlte. Klar, ist das eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber für die WGF das einzige, womit die noch werben können. Wenig unseriös und schon gar nicht überzeugend wirkt, dass der erneuten Ratingprüfung durch die Creditreform vorgegriffen und vor deren Prüfergebnis mit spekulativen Behauptungen eine Negativ-Stimmung entfacht werden soll. Dabei wird das Rating für sich sprechen….wenn die WGF es denn veröffentlicht. Die Gespräche mit der Creditreform laufen noch, aber nur weil die nicht begreifen, wie innovativ die WGF ist. Was sind Ratings überhaupt heute wert?
    Griechenland? Italia?

  2. Jonathan Hart sagt:

    Was heißt hier, das Eigenkapital sackt zusammen? Wer hat denn einen Schaden? Alle Zahlungen erfolgt, pünktlich, Maßstab.

    Im übrigen war das Eigenkapital 2008 und 2009 mit zig Millionen negativ, auf der Aktivaseite gebucht. Hat das jemanden interessiert?

    Hat doch keiner gemerkt, dass die ersten Versionen der Geschäftsberichte 2008 und 2009 erstmal mit Gewinn und Pressemitteilung veröffentlicht wurden. Die Anleihen wurden erstmal verkloppt.

    Die Korrektur der Geschäftsberichte dann eben auch still und leise. Einfach nur die Klappe halten, und pünktlich zahlen. Also was soll der Terz, nur weil der Zwischenbericht kein Ruhmeslorbeer ist.

  3. Sino Pergio sagt:

    Zunächst stand auf der WGF Homepage ein Zitat aus dem Gutachten von Ludwig & Partner wonach sich die Werte des Portfolios „noch“ im marktüblichen Bereich befänden…
    Das wurde dann flugs umformuliert.

    Fakt ist jedenfalls, dass
    – die WGF wegen des fehlenden Konzernabschlusses intransparent ist
    – es äußerst unwahrscheinlich ist, dass das Geschäftsmodell Finanzierungs- und weitere Kosten trägt
    – die bisherigen Erfolge idR Luftbuchungen waren, die durch Verschiebungen von Beständen zwischen Tochtergesellschaften zustande gekommen waren und nachträglich korrigiert werden mussten.

    Mape: angesichts der EK Situation reicht es nicht, durch Verkäufe Liquidität zu beschaffen. Es muss Ertrag generiert werden, weil kaum noch Puffer vorhanden ist.
    Refinanzierung über den Kapitalmarkt dürfte angesichts der Anleihenkurse kein Thema mehr sein, und Banken werden Sergio auch kein Geld hinterher werfen. Insofern bestehen die Aussichten im Wesentlichen darin, das Portfolio zu verkaufen um die Zinszahlungen und Tilgungen darstellen zu können. Da sich die bilanzierten Werte „noch“ im marktüblichen Bereich befinden werden tendenziell weitere Verluste auftreten. Und wie gesagt gibt es kein EK mehr, um Verluste zu kompensieren.

    Wem 6,35 % als Kompensation für dieses Risiko ausreichen der kann ja gerne investieren…

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