Wohnungsmieten steigen deutlich langsamer

Preisrallye vorbei?

Zwar steigen die Wohnungsmieten in Deutschland weiter, dennoch scheint die Mietpreisrallye langsam seinem Ende entgegen zu sehen. Das zumindest lassen die neuesten Zahlen des IVD vermuten. Demnach stiegen die Neuvertragsmieten in allen Wohnwertklassen sowie fast allen Städtegrößen langsamer als noch 2016.

Selbst in Metropolen wie Frankfurt am Main, Stuttgart oder Düsseldorf stagnierten die Mieten. Im Deutschland-Durchschnitt zahlt man für eine Wohnung mit mittlerem Wohnwert, die nach 1949 errichtet wurde, eine Nettokaltmiete von 6,28 Euro pro qm. Das entspricht einem Anstieg von lediglich 2,35% (2015/2016: 3,43%). Darüber hinaus verzeichneten auch die Mieten von Neubauwohnungen nur einen moderaten Anstieg. „Der in Deutschland zu verzeichnende Neubau zeigt Wirkung. Mehr Wohnungen entlasten die Märkte und sind der beste Schutz vor starken Mietanstiegen“, erklärt Jürgen Michael Schick, Präsident des Immobilienverbandes IVD.

Der Mietanstieg ebbt, lt. IVD in fast allen Städteklassen auf breiter Front ab. So fällt in den Metropolen das Plus bei Wohnungen mit mittlerem Wohnwert mit 2,92% deutlich weniger kräftig aus als noch 2016 (3,28%). Bereits im Vorjahr war ein leichter Rückgang des Mietpreiswachstums zu verzeichnen gewesen. In Frankfurt am Main, Stuttgart und Düsseldorf blieben die Mieten zum Vorjahr sogar konstant und veränderten sich nicht. In Düsseldorf stagnierten sie damit zum zweiten Mal in Folge. Die Mieten in Hamburg verlangsamten sich ebenfalls und stiegen um 2,1% (2016: 3,78%). Auch in München verlangsamte sich das Mietpreiswachstum. Die Mieten stiegen um 1,6% (2016: 2,38%). In Berlin sind weiterhin Nachholeffekte zu beobachten. Die Mieten stiegen um 6,1%.

Sehr deutlich haben sich Mieten in Großstädten mit 250.000 bis 500.000 Einwohnern verlangsamt. Sie sind mit einem Plus von 2,31% deutlich weniger stark gestiegen als im Vorjahr (4,44%). In Kleinstädten mit weniger als 30.000 Einwohnern stagnierten die Mieten 2017 nahezu. Lediglich um 0,79% legten die Mietpreise dort zu. Ausnahme sind Mittelstädte mit 50.000 bis 100.000 Einwohnern. In diesen Städten legten die Mieten mit 3,85% leicht stärker zu als im Vorjahreszeitraum (3,44%). Bei Wohnungen mit gutem Wohnwert fällt das Nachlassen der Preisdynamik in den Metropolen sogar noch deutlicher aus. Bis auf mittelgroße Städte hat sich in allen Städteklassen das Mietwachstum verlangsamt.

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