Aareal kauft WestImmo für 350 Mio. Euro und gewinnt 150 Euro

23.Februar 2015   
Kategorie: News

Die Aareal Bank Gruppe erwirbt sämtliche Anteile an der auf gewerbliche Immobilienfinanzierungen spezialisierten Westdeutschen ImmobilienBank AG (WestImmo). Eine entsprechende Vereinbarung wurde am 22. Februar 2015 mit der bisherigen Eigentümerin Erste Abwicklungsanstalt (EAA) unterzeichnet. Der Kaufpreis beträgt 350 Mio. Euro, vorbehaltlich vertraglich vereinbarter Anpassungen zum Closing. Die Transaktion, die unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen steht, soll nach derzeitiger Planung noch im ersten Halbjahr 2015 vollzogen werden.

Mit der Übernahme der WestImmo investiert die Aareal Bank nach dem Erwerb der CorealCreditbank  AG im vergangenen Frühjahr erneut zielgerichtet in ihr Kerngeschäftsfeld Strukturierte Immobilienfinanzierungen und baut ihre starke Position auf wichtigen Zielmärkten weiter aus. Die WestImmo ist nach der bereits erfolgten Abspaltung nicht-strategischer Assets und der nun im Rahmen der mit dem Verkäufer vereinbarten Ausgliederung aller Beteiligungen sowie weiterer Bilanzpositionen eine klar auf ihr Kerngeschäft fokussierte Pfandbriefbank. Das geografisch und nach Objektarten breit diversifizierte, qualitativ hochwertige und risikoarme gewerbliche Immobilienkreditportfolio der WestImmo stellt eine strategiekonforme Ergänzung der Aktivitäten der Aareal Bank dar. Nach einer Pro-forma-Hochrechung zum 31.03.2015 beträgt die Bilanzsumme der WestImmo 8,1 Mrd. Euro, das Volumen gewerblicher Immobilienfinanzierungen beträgt 4,3 Mrd. Euro. Davon entfällt rund ein Drittel auf Deutschland, etwa 38% auf Westeuropa, rund 9% auf Nordamerika und der Rest auf ausgewählte weitere Märkte.

Aufgrund von Auflagen der EU-Kommission im Zusammenhang mit der staatlichen Stabilisierung der ehemaligen Muttergesellschaft WestLB (heute Portigon) musste die WestImmo ihr Neugeschäft im Jahr 2012 einstellen. Sie ist deshalb seither, abgesehen von Prolongationen bestehender Engagements, nicht mehr am Markt aktiv. Trotz dieser Beschränkung ihrer Geschäftstätigkeit und des damit einhergehenden kontrollierten Zurückfahrens ihrer Aktivitäten arbeitet die WestImmo profitabel und verfügt über eine funktionsfähige internationale Bankplattform sowie über Mitarbeiter mit großer internationaler Expertise im Immobilienfinanzierungsgeschäft. Die WestImmo ist solide kapitalisiert und refinanziert. Im Zuge des Erwerbs durch die Aareal Bank werden sämtliche vom bisherigen Eigentümer gestellte Refinanzierungsverbindlichkeiten sowie sämtliche Finanzgarantien für Teile des WestImmo-Portfolios zurückgeführt und weitere Assets transferiert. Zudem wird die Aareal Bank der WestImmo eine Liquiditätslinie zur Verfügung stellen. Die Aareal Bank strebt eine möglichst zügige Einbindung der WestImmo in den Konzern an. Ungeachtet dessen soll eine signifikante Zahl von Arbeitsplätzen bei der WestImmo zumindest mittelfristig erhalten bleiben.

Der Vorstandsvorsitzende der Aareal Bank AG, Dr. Wolf Schumacher erklärte zum Erwerb der WestImmo: „Wir nutzen eine attraktive, zu unserer strategischen Ausrichtung passende Opportunität für eine Wert schaffende Transaktion. Die zweite große Akquisition  innerhalb von nur gut einem Jahr, die wir aus eigenen Mitteln finanzieren, ist zugleich ein erneuter Beleg für die Stärke der Aareal Bank Gruppe und ihre strategische Handlungsfähigkeit in einem sich rasch wandelnden Markt- und Wettbewerbsumfeld.“

Transaktion schafft von Anfang an Wert

Nach der Vereinbarung erwirbt die Aareal Bank Gruppe die WestImmo zu einem Preis, der einen Abschlag von ihrem bilanziellen Eigenkapital nach IRFS reflektiert. Es ergibt sich ein Zugangsgewinn, der sich auf vorläufiger Basis auf etwa 150 Mio. Euro belaufen wird. Dieser Zugangsgewinn kann bereits zum Closing als Einmalertrag vereinnahmt werden. Auch über diesen Einmaleffekt hinaus wird die profitabel operierende WestImmo positiv zum Konzernbetriebsergebnis der Aareal Bank Gruppe beitragen. Insgesamt wird ein kumulierter Anstieg des Ergebnisses je Aktie (EPS) von mehr als drei Euro über die nächsten drei Jahre erwartet. An ihrem Zielwert eines mittelfristigen Return on Equity (RoE) vor Steuern von rund 12% hält die Aareal Bank auch unter Berücksichtigung der Transaktion fest. Nach Vollzug der Transaktion wird sie zudem sowohl die verschiedenen regulatorischen Eigenkapital- und Liquiditätsanforderungen als auch den eigenen mittelfristigen Zielwert für die harte Kernkapitalquote

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