Berliner Mietspiegel 2013: Die Mieten steigen weiter und schließen zum Bundesdurchschnitt auf

11.Juni 2013   
Kategorie: News

Die Situation: Gegenüber  dem Jahr 2011, dem Jahr des letzten Mietspiegels, sind die Mieten im Durchschnitt um 3,1% gestiegen. So die Zahlen des neuen Berliner Mietspiegel 2013.
Dagegen sind die Verbraucherpreise in Berlin im Mai 2013 gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,4% gestiegen, meldete das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg. Die Durchschnittsmiete liegt bei 5,54 Euro netto kalt pro Quadratmeter im Monat im Vergleich zum Mietspiegel 2011 mit 5,21 Euro. Damit liegt Berlin auf dem Niveau von Bielefeld, Essen, Greifswald oder Leverkusen.

Berliner Mietspiegel

Berliner Mietspiegel

Die Stadt werde immer attraktiver für Zuzügler und dies lasse die Mieten steigen, so der Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Michael Müller in der Begründung. Der Mietspiegel enthält Angaben zu üblicherweise gezahlten Mieten in mehr als 1,2 Mio. nicht preisgebundenen Wohnungen in Berlin. Mit der Anerkennung durch die beteiligten Mieter- und Vermieterverbände als qualifizierter Mietspiegel wurde der Berliner Mietspiegel auch dieses Jahr wieder in seiner Bedeutung gestärkt. Der Mietspiegel hat sich als bewährtes Instrument für Berlin erwiesen, so Müller.

In anderen Zahlen: Die Erhöhung beträgt jährlich seit 2011 0,17 Euro/qm und Monat. Überdurchschnittlich gestiegen sind Mieten im Altbau sowie in der einfachen Wohnlage; auch kleinere Wohnungen haben leicht höhere Steigerungsraten. Dagegen haben sich Mieten in
den Baujahren 1950 bis 1972 und 1973 bis 1990 Ost sowie in der mittleren und guten Wohnlage nur unterdurchschnittlich erhöht. „Das ist eine Steigerung, die nicht wegzudiskutieren
ist“, meint Müller.

Trotz des Anstiegs sieht Müller einen Fortschritt: Der Anstieg der durchschnittlichen ortsüblichen Vergleichsmiete fällt geringer aus als beim letzten Mietspiegel 2011. „Der Senat wird auch weiterhin alles tun, um mit der Strategie „Wohnen in Berlin“ den Wohnungsmarkt zu entspannen. Besonders freue ich mich, dass der Senat durch die neue Kappungsgrenze die Spielräume des Bundesmietrechts genutzt hat: Berlinweit dürfen Mieterhöhungen im Bestand bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete nur noch um 15% in drei Jahren erfolgen. Diese Kappungsgrenze ist seit Pfingsten in Kraft“, unterstreicht der Senator.

Allerdings liegen die Preise für neu vermietete Wohnungen deutlich höher. Dass dagegen bis heute noch keine gesetzliche Initiative erfolgreich durchgesetzt werden konnte, sieht Müller als „starkes Versäumnis“ an. „Das ist mit dieser Bundesregierung nicht zu machen“, sagte Müller als Begründung.

Mit den Erhebungen zum Mietspiegel wurden gleichzeitig Angaben über die einzelnen Betriebskostenarten erfragt und ausgewertet. Grundlage für die Übersicht waren die im September 2012 vorliegenden Abrechnungen des Jahres 2011. Die Betriebskostenübersicht bildet ab, was in Berlin an Kosten für Wasser, Straßenreinigung, Gartenpflege, Heizung usw. normalerweise abgerechnet wird und ist damit eine wichtige, allerdings nicht rechtsverbindliche Orientierung für alle Mieterhaushalte sowie Vermieterinnen und Vermieter.

Die Daten für den Mietspiegel hat das Forschungsinstitut F+B aus Hamburg erhoben, 9.000 Adressen wurden neu aufgenommen, es gab über 800 Anträge zu 7.000 Einzeladressen, die vorwiegend die Einstufung in eine andere Wohnlage betrafen. Und eine Erkenntnis, die auch der Wohnungsmarktbericht der IBB bereits verbreitete (Der Immobilienbrief Berlin berichtete): Die Berliner ziehen seltener um, der Bestand an Mietverträgen, die älter als zehn Jahre sind, ist von 30 auf 40% gestiegen.

Service und Informationen zum Mietspiegel 2013

Der Mietspiegel 2013, das Straßenverzeichnis und der Mietspiegel-Abfrageservice ist ab sofort im Internet abrufbar unter http://www.stadtentwicklung.berlin.de/wohnen/mietspiegel

Zudem ist der Mietspiegel einschließlich Straßenverzeichnis im Berliner Amtsblatt (23.Mai 2013) veröffentlicht.

 

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