Brexit weniger schlimm als befürchtet

20.Juli 2016   
Kategorie: News

Die durch das britische Votum für einen Austritt aus der EU verursachten Fluktuationen im Immobilienmarkt werden wahrscheinlich kurzlebiger und weniger schlimm sein, als viele Investoren befürchten. Zu diesem Ergebnis kommt LaSalle Investment Management in der Halbjahres-Investment Strategy Annual („ISA“) 2016.

Die Korrektur der Immobilienpreise wird sich voraussichtlich weitgehend auf die nächsten 18 Monate beschränken, und die mittelfristigen Kapitalzuflüsse in Immobilien werden lediglich unterbrochen, sich jedoch nicht umkehren, so die Ergebnisse des ISA. Der ISA weist zudem darauf hin, dass die britischen Immobilien-Renditen bis Ende 2017 in Anbetracht des Umfelds ultra-niedriger Zinsen und Renditen für Staatsanleihen voraussichtlich nur 40 bis 50 Basispunkte steigen werden, selbst wenn die politische Landschaft in Großbritannien unklar bleibt. In Kontinentaleuropa werden die Investoren indes die Risikokurve weiter hinaufgehen, solange die konjunkturelle Erholung weitestgehend unbeeinflusst bleibt, sie werden jedoch ein wachsames Auge auf eine mögliche Risikoansteckung aus Großbritannien haben.

Alles in allem kommt der ISA zu dem Ergebnis, dass einige Ängste im Zusammenhang mit dem Immobilienmarkt Großbritanniens übertrieben sein könnten. Weitere Erkenntnisse für UK sind folgende:

  • Die Gesamtauswirkungen des Brexit auf den privaten Vermietungssektor (Privat Rented Sector = PRS) dürften in Anbetracht des bestehenden Angebotsmangels begrenzt sein
  • Immobilien mit langfristigen, index-gebundenen Mietverträgen dürften in den nächsten Jahren eine überdurchschnittliche Performance zeigen
  • Die prognostizierte Preiskorrektur auf dem Kapitalmarkt wird einen günstigen Zeitpunkt für den Einstieg in den britischen Markt schaffen – insbesondere für Investoren mit US-Dollar und Japanischen Yen.

In Bezug auf die unmittelbaren Auswirkungen des Brexit kommt der ISA zu dem Ergebnis, dass das Investitionsvolumen und die Vermietungsaktivitäten während des Zeitraums der Ungewissheit in Großbritannien abnehmen könnten. Wenn die politische Landschaft unklar bleibt, könnten die Risikoprämien bei Immobilien unter Druck nach oben geraten. Vor dem Hintergrund eines Umfelds ultra-niedriger Zinsen und Renditen für Staatsanleihen geht LaSalle jedoch davon aus, dass die Renditen für britische Immobilien bis Jahresende 2017 lediglich um durchschnittlich 40-50 Basispunkte auf ca. 6% im Landesdurchschnitt steigen werden.

Der Gegenwind, der Londons Finanzmärkten entgegenschlägt, könnte die Immobilienmärkte in anderen europäischen Städten wie Frankfurt, Paris, Dublin und in geringerem Maße Amsterdam und Madrid beflügeln. Noch vor den Auswirkungen des Brexit hat die Nachfrage nach Büroflächen in ganz Europa in Städten mit starken Demografie-, Technologie- und Urbanisierungstrends eine starke Renaissance erlebt.
Global weist der ISA darauf hin, dass die Situation der längerfristig niedrigen Zinsen („lower for longer“) die Erträge von Core-Immobilien tatsächlich kurzfristig in die Höhe treibt, selbst wenn sie die langfristigen Aussichten auf ein Mietpreiswachstum trübt. In der Folge dürften die Immobilienwerte stabiler Assets in den großen Märkten außerhalb Großbritanniens weiterhin steigen oder stabil bleiben, doch die zyklische Erholung der Fundamentaldaten wird sich künftig sehr viel langsamer vollziehen. Gleichzeitig könnten grenzüberschreitende und einheimische Anleger in vielen Ländern das Spektrum ihrer Ziel-Investitionen eingrenzen und sich auf traditionelle Core-Themen konzentrieren.

Jacques Gordon, Global Head of Research and Strategy bei LaSalle: „Weltweit scheinen die Grundlagen von Angebot und Nachfrage in den meisten großen Märkten von LaSalle zu Beginn des zweiten Halbjahres gut ausgewogen zu sein. Darüber hinaus könnten die Turbulenzen auf den Kapitalmärkten Möglichkeiten zum Erwerb renditestärkerer Immobilien von notleidenden Verkäufern schaffen, wenn die Folgen des britischen Brexit-Votums sich rund um die Welt ausbreiten. Auch wenn Großbritannien seit dem 24. Juni das Epizentrum politischer und finanzieller Erschütterungen ist, so besagt das Gesetz unbeabsichtigter Folgen, dass Investoren mögliche Auswirkungen in der EU, Nordamerika und selbst im fernen asiatisch-pazifischen Raum ebenfalls genau im Auge behalten sollten.“

Dr. Mahdi Mokrane, European Head of Research and Strategy bei LaSalle: „Großbritannien und insbesondere das dynamische London, Heimat des liquidesten, transparentesten und investorfreundlichsten Immobilienmarktes der Welt, wird sich außerhalb der EU neu erfinden, und die Gesamtaussichten für Großbritannien außerhalb der EU könnten im Großen und Ganzen durchaus positiver sein als die derzeitigen Markt-Kommentatoren implizieren.“
„Wir gehen davon aus, dass die prognostizierte Anpassung der Immobilienpreise in UK weitgehend auf die Jahre 2016-17 beschränkt sein wird und dass die mittelfristigen Kapitalzuflüsse in Immobilien eher unterbrochen werden, als dass sie sich umkehren.“
Claus Thomas, Head of Germany bei LaSalle: „In Deutschland könnte insbesondere Frankfurt zu den Brexit-Gewinnern zählen. Insgesamt gehören deutsche Städte mit starken Demografie-, Technologie- und Urbanisierungstrends wie München auch international zu den Investment-Favoriten. Außerdem sind für Investoren in allen deutschen Immobilienhochburgen Investments in Wohnimmobilien interessant, allen voran Berlin mit dem größten Potential.“

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