Editorial – Immobilienbrief Berlin Nr. 66

11.Juni 2013   
Kategorie: News

Surprise, Surprise – Wer sind wir und überhaupt wie viele? So fragen sich nun die Berliner nach den Ergebnissen des Zensus. Irgendwie sind uns mit dem Stichtag 9. Mai 2011 genau 179.391 Personen abhanden gekommen. Nur, wo sind die hin?

Die Suche nach ihnen ist müßig, fort ist fort, nur die Folgen wiegen umso schwerer: Über Jahre muss Berlin dreistellige Millionenbeträge in den Länderfinanzausgleich zurückzahlen, einen gewissen Horst Seehofer wird es freuen, für uns ist es bitter. Wer hat sich da bloß so fatal verrechnet?

Für immobilienaffine interessant: Erstmals sind auch Gebäude und Wohnungen gezählt worden sowie die Eigentumsformen. Mit 62,8% war der überwiegende Teil der Berliner Gebäude im Besitz von Privatpersonen. Zum Zensus lesen Sie bitte weiter auf den Seiten 10.

Schon hat der Finanzsenator Dr. Ulrich Nußbaum eine Giftliste aufgestellt, dabei lächelnd wie immer. Denn davon rückt er nicht ab: Im Jahr 2015 soll ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden. Doch die Erträge der landeseigenen Unternehmen können die Löcher nicht stopfen, die Berliner zahlen schon bundesweit die höchsten Wasserpreise, eine Preiserhöhung der BVG steht das zweite Jahr in Folge vor der Tür, Vattenfall dreht ebenfalls unablässig an der Preisschraube und die BSR mischt ebenfalls mit. Was bleibt? Eine „kräftige“ Erhöhung der Zweitwohnsteuer (damit Berlin als erster Wohnsitz attraktiver wird, so Nußbaum), Maklergebühren, Grundsteuer, Grunderwerbsteuer, Hundesteuer …? Ganz sicher kommt die City-Tax.

Was wird aus den kühn angedachten Vorhaben wie Rückkauf der Versorgungsbetriebe, neue Liegenschaftspolitik (keine Verkäufe zu Höchstpreisen), Wohnimmobilienfonds, Unterstützung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaften mit Krediten, damit die günstig preiswerte Wohnungen bauen – und überhaupt: Brauchen wir die noch (bis 2016 über 140.000), was ist mit der Bevölkerungsprognose 2030 (jährlich wächst die Einwohnerzahl Berlins um 40.000)? Deren Grundannahme waren die Daten aus dem Einwohnerregister.

Nun wird eine Arbeitsgruppe gebildet nach dem Motto: wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis. Nichts stimmt mehr, nichts ist mehr richtig. Fragen über Fragen. Antworten lassen sich so schnell wohl kaum finden. Und die Antworten müssen die richtigen sein.

Haben Sie eine gute Zeit – und bleiben Sie uns gewogen!

 

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