Fondsanleger winken bei KanAm Entwicklung „Xanadu“ ihrem Geld hinterher

29.August 2010   
Kategorie: News

 

„KanAm-Anleger verlieren in den USA Hunderte Millionen Dollar“ titelte Richard Haimann in DIE WELT. Verschiedene Medien, darunter auch das fondstelegramm und die Welt berichteten, dass bei den Verhandlungen zwischen den finanzierenden Banken, der Münchner KanAm und ihrer amerikanischen Partner Colony Capital und Dune Real Estate Partners keine Übereinkunft erzielt werden konnte. Damit übernehmen die Banken das Projekt. Seit 14 Jahren wird an dem 2 Mrd. Dollar Projekt mittlerweile gearbeitet. Wie die Welt berichtet, hatte KanAm erfolglos versucht, mit den Kapitalgebern, u.a. Credit Suisse und Capmark Financial, neue Konditionen über einen 500 Mio. Dollar Kredit zu vereinbaren. Auch ein am Projekt beteiligter Fonds von Lehman Brother´s, der seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen konnte sorgte dafür, dass das Projekt und die daran beteiligten Fonds 15, 16, 20, 21 und Real Estate Partner 1 in Schieflage gerieten. Die Anleger der KanAm Fonds selbst sind lt. Fondstelegramm mit 410 Mio. Euro an dem Projekt beteiligt.

Xanadu sollte auf 260.000 qm ein Spaßtempel der Superlative werden. Riesenrad, Skihalle, Achterbahn waren nur einige geplante Entertainment Möglichkeiten. Baustart war, nach einigen Verzögerungen, 2005. 2007 sollte die Fertigstellung erfolgen. 2006 geriet der amerikanische Partner Mills in Schwierigkeiten. Neue Partner kamen ins Boot. Um das Projekt zu retten, wandte man sich, lt. Beatrix Boutonnet vom fondstelegramm sogar an die Regierung des Staates New Jersey, die mit dreistelligen Million ihren Optimismus dokumentierte.

Fazit: Wir halten uns mit einer Bewertung zurück. Die nachträgliche Dokumentation von Störgefühlen bei Rettungsaktionen bringt wenig. Hinzu kommt, dass sich derzeit in der amerikanischen Bankenszene Vorgänge ereignen, die sich aus deutscher Sicht kaum verstellen lassen. Die Geier sind unterwegs. Ärgerlich ist allerdings, dass solche Flopps den Finanzmarktregulierern sowohl bei Offenen wie auch Geschlossenen Immobilienfonds in die Hände spielen. Auch KanAm, traditioneller First Mover schlechter Schließungs-Nachrichten bei ihren Offenen Immobilienfonds, mit US-Schwierigkeiten noch zu Boom-Zeiten und mit ständig nachlaufender Presse-Beschwichtigungspolitik wird darunter zu leiden haben, dass schlechte Nachrichten einer Produktgruppe auf Produkte übergreifen, die im Prinzip damit nichts zu tun haben. Das dürfte die Öffnung der Offenen Immobilienfonds, die mit Xanadu wohl nicht das Geringste zu tun haben, aber derzeit keine Anteile mehr zurücknehmen, zumindest nicht vereinfachen. Über die immobilienwirtschaftliche Sinnhaftigkeit der Entwicklung von Mega-Malls und ganzen Stadtteilen lässt sich auch mit anderen Initiatoren streiten. Die Trennung von HSH und US Treuhand mit ihrem glücklosen Victory Park und Rückkauf durch den Gründer Estein lässt auch nicht nur Stolz auf die Beteiligung vermuten.

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