Berlin macht Ankündigung wahr und kauft Wohnungen für fast eine Milliarde zurück

30.September 2019   

Kategorie: Artikel des Tages

Berlin macht Ankündigung wahr und kauft Wohnungen für fast eine Milliarde zurück

Das Land Berlin, vielmehr die landeseigene  Gewobag Wohnungsbau Aktiengesellschaft Berlin, macht die Ankündigung des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller zum Rückkauf ehemaliger landeseigener Wohnungsbestände vom Januar 2019 wahr. 6000 ehemalige GSW-Wohnungen in Spandau und Reinickendorf gehen für 920 Mio. Euro wieder in Landeshände über. Damit befreit Berlin die luxemburgische ADO Properties von sage und schreibe 340 Mio. Euro Schulden. Begründung: Damit soll dem massiven Mietenanstieg in der Stadt begegnet werden.  ADO hatte die Wohnungen erst vor vier Jahren der Deutschen Wohnen abgekauft. Mit fast 68.000 Wohnungen gehört die Gewobag zu den größten Immobilienunternehmen in Deutschland. Ihr Vermögen wurde Ende 2018 mit 2,6 Mrd. Euro bewertet, dem stehen 2,4 Mrd. Euro Kreditschulden gegenüber. In Neubau, Modernisierung und Instandhaltung investierte die Gewobag im vergangenen Jahr rund 245 Mio. Euro, der Jahresgewinn betrug 24 Mio. Euro. Die neu erworbenen Wohnungen gehen im Dezember 2019 in den Bestand der Gewobag über.

ADO Properties S.A. (die „Gesellschaft„) hat den Abschluss eines Anteilskaufvertrags (der „Anteilskaufvertrag„) mit der Gewobag Wohnungsbau Aktiengesellschaft Berlin über den Verkauf sämtlicher Anteile an bestimmten Tochtergesellschaften, die Eigentümer von 23 Immobilienobjekten mit insgesamt ca. 5.800 Wohneinheiten sind, am 26. September 2019 bekanntgegeben. Der Kaufpreis für die Anteile beträgt EUR 920 Mio. abzüglich Nettoverschuldung der verkauften Gesellschaften in Höhe von ca. EUR 340 Mio. Die Objekte liegen im westlichen und nördlichen Teil Berlins in den Bezirken Spandau und Reinickendorf.

Der Anteilskaufvertrag unterliegt einer Reihe üblicher Vollzugsbedingungen, unter anderem fusionskontrollrechtlichen Freigaben.

Seit dem Kauf der Immobilien hat ADO Properties Investitionen in das Portfolio vorgenommen und damit die Wohnqualität erheblich gesteigert. Gleichzeitig hat die Gesellschaft behutsam Modernisierungsprojekte durchgeführt und dabei die Mieten niedrig gehalten.

„Als wir die Portfolien im Jahr 2015 erwarben, waren einige der Immobilien und Außenanlagen in keinem zeitgemäßen Zustand und mussten instandgesetzt werden. Wir haben die Wohneinheiten und Grünflächen mit erheblichem zeitlichen und finanziellen Aufwand instandgesetzt, damit sie den heutigen Bedürfnissen der Mieter gerecht werden“ erklärte Ran Laufer, CEO von ADO Properties S.A. „Wir suchen stets nach Möglichkeiten, die Qualität unserer Immobilien für unsere Mieter zu verbessern und nachhaltigen Wert zu schaffen – nicht nur aus finanzieller Sicht. Wir haben daher das Gemeinschaftsgefühl der Mieter und ihr Verantwortungsgefühl für ihr Wohnviertel mit Ereignissen wie Nachbarschaftsfesten unterstützt und gestärkt“, betonte Laufer.

Infolge der verbesserten Wohnqualität hat sich der Vermietungsstand des Portfolios in der letzten Zeit auf rund 98% erhöht. Außerdem verfügt das Portfolio über ein ausgezeichnetes Potenzial für die weitere wohnungsbauliche Entwicklung durch Verdichtung.

Ran Laufer sagte weiter: „Berlin ist einer der größten und dynamischsten Märkte für Wohnimmobilien in Europa. Die Nachfrage nach modernem Wohnraum ist nach wie vor hoch und wir sehen hier noch erhebliches Wachstumspotenzial. Wir werden weiterhin Möglichkeiten prüfen, Kapital wieder verwendbar zu machen, indem wir von uns sanierte Gebäude verkaufen und entwicklungsfähige Gebäude und Portfolios erwerben.“

Laut dem letzten Abschluss der Gesellschaft zum 30. Juni 2019 ist zu erwarten, dass sich in Folge des Verkaufs die Beleihungsquote (loan to value ratio) der Gesellschaft von 38 % auf ca. 21 % verringern und der EPRA Net Asset Value auf EUR 62,60 pro Aktie steigern wird. ADO Properties S.A. prüft verschiedene Optionen für die Verwendung der Erlöse aus dem Verkauf, unter anderem die Rückzahlung bestehender Verbindlichkeiten, den Erwerb weiterer Immobilienportfolien und die Verwendung für allgemeine Unternehmenszwecke. KK

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