Facebook verteuert Wohnen in London

17.Februar 2020   

Kategorie: Artikel des Tages

Mieter aus dem Tech-Sektor treiben Nachfrage nach Premium-Mietobjekten in die Höhe

Nach der Ankündigung von Facebook, 1.000 neue Jobs in London zu schaffen, zeigen neue Erkenntnisse des unabhängigen und internationalen Immobilienberatungsunternehmens Knight Frank, dass Mieter aus dem Tech-Sektor die Nachfrage nach Premium-Mietobjekten in die Höhe treiben.

Laut des London Residential Review Q1 2020 stieg die Zahl der Mietverhältnisse von Mietobjekten mit einer Wochenmiete zwischen 1.000 Pfund und 4.000 Pfund von 2018 bis 2019 um 35 Prozent, die Zahl der Bewerber um 22 Prozent und die Zahl der Besichtigungen um 18 Prozent.

„Im vergangenen Jahr haben in den erstklassigen Lagen in London zehn Prozent mehr Mietinteressenten aus dem Tech-Sektor nach Premiumobjekten gesucht als im Vorjahr“, so David Mumby, Regional Partner bei Knight Frank. „Dieser Trend hat sich durch die Expansion der Tech-Unternehmen in Großbritannien beschleunigt und macht die Sparmaßnahmen in der Finanzbranche mehr als wett. Das Wohngebiet Marylebone erfreut sich bei ihnen besonderer Beliebtheit, seitdem die High Street samt Umgebung mit ihren Boutiquen ein Comeback als Shopping- und Foodie-Gegend feiert und eine aufstiegsorientierte, wohlhabende junge Zielgruppe anzieht.“

Beim Blick auf den Mietmarkt zeigt sich, dass die Neuvermietungen in den Toplagen von Outer London („Prime Outer London“, POL) 2019 gegenüber 2018 um 14 Prozent zurückgegangen sind. Die durchschnittlichen Mietpreise in den zentralen Londoner Toplagen („Prime Central London“, PCL) stiegen 2019 um 0,7 Prozent. Bis 2024 rechnet Knight Frank bis 2024 mit weiteren Zuwächsen um jährlich durchschnittlich zwei Prozent.

Tom Bill, Head of London Residential Research, kommentiert: „Die neue Regierung hat angekündigt, die Grunderwerbssteuer für ausländische Käufer zu erhöhen und damit erneut gezeigt, dass Wohnraum für sie ein sensibles politisches Thema ist. Auf diese Weise soll dem empfundenen sozioökonomischen Ungleichgewicht in Großbritannien etwas entgegengesetzt werden. Dieser politische Ansatz macht es unwahrscheinlich, dass die jüngsten Steueränderungen für Anleger, die Objekte mit dem Ziel der Vermietung kaufen, wieder rückgängig gemacht werden. Dies führt zu einem weiter sinkenden Angebot und damit zu weiter steigenden Mietpreisen.“

Im Jahr 2019 haben in der Region Prime Central London 14 Prozent mehr Objekte den Besitzer gewechselt als 2018 – die höchste Gesamtzahl in fünf Jahren. Das Verhältnis neuer potenzieller Käufer zu neuen Kaufangeboten in PCL und POL lag im vierten Quartal 2019 bei 10:1. Das ist der höchste Wert seit mehr als 15 Jahren.

18,5 Prozent – mit diesem kumulierten Preisanstieg rechnet Knight Frank für die zentralen Londoner Toplagen in den fünf Jahren bis 2024. „Ein Teil der aufgestauten Nachfrage wird zwar befriedigt werden, doch die Tatsache, dass die Währung sich verteuern wird und die Grunderwerbssteuer für ausländische Käufer geändert werden könnte, dürfte die Nachfrage kurzfristig drücken. Danach rechnet Knight Frank mit stärkerem Wachstum, bevor 2024 – dem Jahr der nächsten Parlamentswahlen – wieder ein Rückgang zu erwarten ist“, so Tom Bill.

91 Millionen Dollar – so hoch ist der Gesamtwert der Transaktionen im Wert von mindestens 25 Millionen Prozent, die zwischen 2015 und Juni 2019 am Grosvenor Square abgeschlossen wurden. In einer Knight-Frank-Analyse von Straßen weltweit erreichte der Grosvenor Square den fünften Platz, hinter der 57th Street in New York. „Der Grosvenor Square bietet die allerbesten Restaurants, Clubs und Geschäfte und hat das oberste Segment des Londoner Wohnungsmarkts neu definiert und dazu beigetragen, Mayfair zu einer der weltweit besten Wohnlagen zu machen“, so Rupert des Forges, Head of Prime Central London Development bei Knight Frank.

0,8 Prozent beträgt der fünfjährige Swap-Zinssatz Mitte Januar 2020. Dieser Zinssatz wird von Kreditgebern für fünfjährige festverzinsliche Hypotheken erhoben und bedeutet einen Anstieg gegenüber seinem jüngsten Tief von 0,5 Prozent im vergangenen September. Die Entwicklung erklärt sich dadurch, dass die Unsicherheit bezüglich eines No-Deal-Brexits etwas nachlässt. „Sollten die politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten wieder zunehmen, würde dies die Finanzierungskosten erhöhen. Dies könnte wiederum die relevanten Akteure dazu bringen, Entscheidungen über Immobilienfragen vorzuziehen“, so Tom Bill.

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